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Kommentar

Kommentar zu Lebensmitteln
Bio muss man sich auch leisten können

2 min
Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, besucht einen ökologisch bewirtschafteten Milchviehbetrieb

Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, besucht einen ökologisch bewirtschafteten Milchviehbetrieb

Bioproduktion wird immer eine Nische bleiben. Umso wichtiger ist es,  jenen Agrarbetrieben –, die in den Umbau des Ernährungssystems investieren wollen, Planungssicherheit zu geben. 

Nach einem schwierigen Jahr 2022 hat sich der Markt für Bio-Lebensmittel wieder stabilisiert. Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft ist der Umsatz 2023 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 16,1 Milliarden Euro gestiegen. Nicht nur Bioprodukte beim Discounter haben einen erheblichen Teil dazu beigetragen, vor allem auch Hofläden und Wochenmärkte, sprich regional erzeugte Produkte, stehen bei Verbrauchern hoch im Kurs. Das ist umso erfreulicher, als viele Kunden angesichts massiver Teuerung in fast allen Lebensbereichen verstärkt darauf achten, wofür sie ihr Geld ausgeben. Nachhaltig produzierte und auch am Tierwohl orientierte Lebensmittel gehören offenbar dazu.

Entsprechend ist die Fläche der ökologisch bewirtschafteten Äcker leicht auf rund zwölf Prozent gestiegen. Das ist allerdings noch weit entfernt vom Ziel, das die Ampel ausgegeben hat. Demnach soll die Öko-Anbaufläche 2030 knapp ein Drittel aller Agrarflächen betragen. Das wird nicht klappen; die Bioproduktion wird immer eine Nische bleiben. Bio muss man sich leisten können. Umso wichtiger ist es gleichwohl, jenen Agrarbetrieben –, die in den Umbau des Ernährungssystems zugunsten gesunder Böden und anhaltender Artenvielfalt investieren wollen, Planungssicherheit zu geben. Nachhaltige Landwirtschaft darf kein Verlustgeschäft sein.

Ein Schritt wäre es, überbordende Bürokratie bei der Agrarförderung abzubauen. Zudem gilt es, den von der Bundesregierung flankierten Umbau der Tierhaltung und   Bio-Züchtungen zu forcieren.

Landwirtschaft insgesamt muss nachhaltiger werden. Auch ohne Bio-Logo sollte sich umweltfreundlich wirtschaften lassen.