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Die Vorteile einer Haus-Fledermaus

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Mausohrfledermäuse sind gesellige Tiere.

Große Ohren, flauschig bis speckiges Fell und eine tolle Aerodynamik - Fledermäuse sind die liebenswerten Flugkünstler der Nacht. An diesem Bild haben viele Naturschutzverbände lange Zeit gearbeitet. „In den 70er Jahren kam die Fledermaus in der Beliebtheitsskala noch hinter der Ratte“, sagt Diplom-Biologe Axel Roschen, Leiter der NABU-Umweltpyramide. Doch durch viel Überzeugungsarbeit und zahlreiche Aktionen hat sich das Bild in der Öffentlichkeit gewandelt. Dazu beigetragen hat sicher auch die Europäische Fledermausnacht, die am 27. / 28. August zum neunten Mal stattfindet.

Die scheuen Tiere einmal des nachts in ihrem Element zu sehen, ist ein echtes Erlebnis. Nicht nur die nächtliche Stille schärft die Sinne, sondern auch das Lauschen auf die „Bats“ (Fledermäuse). Mit Hilfe von Ultraschalldetektoren kann man den Tieren bei der Insektenjagd zuhören. Zahlreiche Veranstaltungen in ganz Europa - natürlich auch in NRW - geben Besuchern einen faszinierenden Einblick in die Welt der ehemals als „Vampire“ verschrienen Säuger.

Bundesweit gibt es 25, weltweit an die 1000 Fledermausarten, erklärt Axel Roschen. Die possierlichen Tiere lebten im Schnitt fünf bis sechs Jahre, jedoch auch 20 Jahre alte Arten seien gefunden worden. Alle Arten stehen in Deutschland auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. „In der Nachkriegszeit wurde besonders intensive Flurbereinigung betrieben“, erzählt Roschen. „Reine Nadelholzbestände wurden angepflanzt und Gifte verwendet, die ihre Nahrungsgrundlage, die Insekten, vernichteten.“

Tiefpunkt waren die 70er Jahre, als die Fledermaus-Bestände um bis zu 90 Prozent geschrumpft waren. Heute haben sie sich wieder etwas erholt, wenngleich es keine genauen Bestandszahlen gebe, so der Biologe und Fledermauskundler. Doch bedroht sind die Nachtschwärmer immer noch, denn zwar werden keine tödlichen Gifte wie DDT eingesetzt, doch die Struktur der Landschaft hat sich nicht verbessert. Jedoch immer mehr Menschen engagieren sich für die bedrohten Flieger: Roschen schätzt die Zahl der ehrenamtlichen Helfer in Deutschland auf rund 1000. Sie arbeiten daran, die Fledermaus „unters Volk zu bringen“ und aufzuklären. Sie bauen Nistkästen und kontrollieren Sommer- und Winterquartiere der Flugkünstler. Sie geben auch Tipps, wie man die Fledermäuse, die in der Nähe des Hauses leben, unterstützen kann. Und praktisch ist so eine Haus-Fledermaus allemal: Sie vertilgt pro Nacht locker einige tausend lästiger Insekten.