Die Fahnder kamen zurück. Mit Haftbefehlen, Durchsuchungsbeschlüssen, Spezialeinheiten und Drogenspürhunden. Erst im Juli hatte die Kölner Polizei in Bocklemünd einen Drogenring zerschlagen und vier mutmaßliche Drogendealer in der Nähe vom Görlinger Zentrum festgenommen. Doch damit waren die kriminellen Machenschaften nicht vorbei. Eine zweite, konkurrierende Bande wollte die Gunst der Stunde nutzen und alleine das große Geld mit Drogengeschäften machen. Dies gelang den Tatverdächtigen zeitweise - bis gestern Morgen die Polizei kam.
Um 5 Uhr standen die Ermittler in 17 Wohnungen und Geschäftsräumen - außerdem durchsuchten Kräfte ein Waldgebiet am Görlinger Zentrum. In einem Internetcafé kamen die Beamten eines Spezialeinsatzkommandos durch die Schaufensterscheibe, zeitgleich wurde die Tür mit einer Ramme geöffnet. Die verhafteten Männer im Alter von 24 bis 39 Jahren sollen innerhalb weniger Wochen 120 Kilo Marihuana verkauft haben. Doch es besteht der Verdacht, dass die sechsköpfige Bande wesentlich mehr Drogen im Großraum Köln verkauft hat - die Rede ist von über 600 Kilo. „Mit dem erneuten Schlag sind nun auch die Männer in Haft, die mit der kürzlich festgenommenen Gruppe konkurriert hatten“, sagte Kriminaldirektor Stephan Becker. Die Drogen stammen nach bisherigen Erkenntnissen aus den Niederlanden und wurden über Roermond nach Köln geschmuggelt.
Von Mitte August bis September war es den Fahndern gelungen, mehrere Kuriere nach der Einreise ins Bundesgebiet mit insgesamt 35 Kilo Marihuana abzufangen. Zuletzt ging den Ermittlern am 10. September ein 38-Jähriger mit 13 Kilo Cannabis ins Netz. Mit der erfolgreichen Aktion soll auch das Sicherheitsgefühl in Bocklemünd wieder gestärkt werden. Dies ist auch dringend nötig. Denn seit mehreren Monaten galt das Görlinger Zentrum als Hauptumschlagplatz für Drogen. Nun sieht sich die Polizei auf einem „richtigen Weg“, den Drogenhandel konsequent zu unterbinden.
