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Prostituierte in Keller eingesperrt

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Ein „Prinz“ auf der Anklagebank. Der Drogendealer und Menschenhändler Slim T. steht seit gestern vor dem Landgericht - er wurde von seinen „Untertanen“ nur „Prinz Paco“ genannt. Zusammen mit seinem Bruder Seif T. und zwei Komplizen musste sich der 28-Jährige den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft stellen. Die Verlesung der Anklage dauerte von 9.30 bis 10.47 Uhr. Staatsanwalt Siegfried König war danach „erschöpft“: „Zum Glück kommt das nicht jeden Tag vor.“

Slim T. wollte die Vorwürfe des Anklägers allerdings nicht glauben. Immer wieder schüttelte er mit dem Kopf und diskutierte mit seinem Anwalt. Sein Bruder Seif blieb dagegen ruhig und lächelte nur. Den Brüdern als Kopf der Drogenbande und den beiden Komplizen wird in unterschiedlicher Tatbeteiligung Menschenhandel, Erpressung, Nötigung, Körperverletzung und Drogenhandel in großem Stil zur Last gelegt. Sie sollen 50 Kilo Kokain und 47 Kilo Marihuana eingeschmuggelt und verkauft haben. Die Bande, die vom „Prinzen“ und seinem muskulösen Bruder dirigiert wurde, umfasste 140 Personen. Zum engeren Zirkel gehörten nach Polizeiangaben 18 Männer. Vor Gericht schwiegen Slim und Seif eisern.

Als den Brüdern die Drogen-Kurierfahrten aus den Niederlanden nach Köln zu teuer wurden, legten sie in einer Lagerhalle im Großmarkt eine professionelle Cannabisplantage an. Die Mutter hatte die Halle nach eigenen Angaben als Musikproberaum vermietet und will nichts von den Machenschaften ihrer Kinder gewusst haben. Die Polizei hingegen geht davon aus, dass die Mutter die Zucht der Pflanzen tolerierte. Um die große Plantage mit 88 Leuchten zu bestrahlen, zapften die Angeklagten über Monate illegal das öffentliche Stromnetz auf dem Großmarkt an und „stahlen“ über 57 000 Kilowattstunden. Der Schaden für die Rheinenergie liegt laut Staatsanwalt bei über 12 000 Euro.

Ein weiteres kriminelles Feld von „Prinz Paco“ war die Zuhälterei im Bereich Militärring. Bezahlte eine Prostituierte nicht genug Geld, gab es Hiebe. Einmal wurde eine Frau in einem Kellerraum ohne Toilette und Essen tagelang eingesperrt: „Ich mach dich fertig. Du wirst schon noch verstehen, wie das System funktioniert“, schrie der Beschuldigte. Slim T. schreckte auch vor schweren Misshandlungen nicht zurück. Ein Mann, der in Verdacht geriet, Geld unterschlagen zu haben, wurde gequält und ihm wurde fast der Finger abgeschnitten.