Köln – „Heia Safari aber ist das Marschlied der deutschen Afrika-Kämpfer zur Kolonialzeit“, klärt Michael Weiss auf. Der Referent vom „Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin“ gab am Mittwoch vor zahlreichen FC-Fans einen Einblick in den rechtsradikalen Lifestyle, der vereinzelt auch im Rheinenergie-Stadion zu sehen ist.
Geschäftsleute aus der extremen Rechten haben laut Weiss über 100 Modemarken beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. Zum Beispiel „Consdaple“ - in dem Schriftzug findet sich das Wort „nsdap“. Oder „Sport frei“: „Der Gruß entstammt eigentlich der Arbeiter-Tradition der DDR. Seit 2000 ist ,Sport frei eine eingeschriebene Marke eines Neonazis aus Bremen“, sagte Weiss zur Vereinnahmung von Begriffen, die ursprünglich nicht der rechten Szene entstammen.
Als die „Pop-Marke“ unter Rechtsextremen gelte die Marke „Thor Steinar“, deren Inhaber in der Türkei produzieren ließen und pro Jahr mehrere Millionen Euro Umsatz machten. Weiß: „Man kann nicht sagen, dass ,Thor Steinar eine Neonazi-Marke ist, aber für ein Großteil ihrer Träger ist es Erkennungszeichen für rechtes Gedankengut.“
Während das Tragen von „Thor Steinar“, „Consdaple“ und Co. in mehreren deutschen Stadien nicht erlaubt ist, gibt es beim FC noch kein Verbot. „Solche Marken kommen bei uns nur vereinzelt vor“, meinte FC-Fanbeauftragter Rainer Mendel, der wie der Dachverband der aktiven FC-Fanclubs davon überzeugt ist, dass ein Verbot nichts bringt. „Bei diesem Versteckspiel kann man nur verlieren“, sagt auch Weiss. Stattdessen gelte es, Fans auf ihre Kleidung anzusprechen, oder sich an die Ordner im Stadion zu wenden. Einige Fans waren anderer Meinung: „Ein Verbot ist auch ein Zeichen.“ Und: „Vor Jahren wurde in der Südkurve noch ,Sieg heil gerufen.“ Eine weibliche Anhängerin berichtete, sie könne sich an kein Spiel erinnern, an dem sie keine rassistischen Äußerungen im eigenen Block gehört habe.