Abo

Rechtsstreit zwischen Höhnern und Fööss?

2 min

Erinnern Sie sich noch an Milli Vanilli, dieses schwarze Pop-Duo, das nur die Lippen zur Musik bewegte und gar nicht selbst sang? Henning Krautmacher dagegen kann singen. Aber nicht alles ist live bei den Höhnern - das jedenfalls hat Gus Gusovius gesagt, von Beruf Trommler bei der Mutter aller kölschen Bands, den Bläck Fööss. Was für ein Paukenschlag! Oder doch nur eine alte Leier?

Die Gerüchte, auch die Höhner seien dem Playback nicht abgeneigt, halten sich schon seit geraumer Zeit in der Musikszene. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Höhner nachhelfen“, legte gestern Fööss-Gitarrist Bömmel Lückerath nach. „Nur in welchem Umfang kann ich nicht sagen. Den letzten Beweis kann nur ein Techniker geben.“ Der Karneval müsse eine ehrliche Bühne bleiben, so Lückerath. So sieht es auch Sänger Kafi Biermann, der sich im Internet zu Wort meldete, nachdem sich im Gästebuch der Band Fööss-Fans und Höhner-Anhänger attackierten. „Wenn die Höhner so tun, als sei alles live, und in Wahrheit ist das nicht der Fall, würden sie ihr zahlendes Publikum und die Veranstalter betrügen.“

Von den Höhnern gab s gestern keine Stellungnahme, sie schalteten ihren Anwalt in Berlin ein. „Diese Behauptungen sind unwahr“, sagte Christian Schertz. Man prüfe derzeit rechtliche Schritte und erwäge, Unterlassungsklage einzureichen. Davon betroffen ist laut Schertz zunächst mal der „Kölner Narr“ Hans Breuer. Der Büttenredner hatte den Höhnern vorige Woche öffentlich „Halb-Playback“ vorgeworfen. Thomas Brück, seit zwölf Jahren Produzent der Höhner, nennt das Ganze „lächerlich“. Bei den Höhnern werde nur live gespielt.

Detlef Vorholt, Keyboarder bei den Paveiern und Geschäftsführer von Pavement-Records, weiß, dass es viele in der Karnevalsszene gibt, die ihre Musik mit digitalen Einspielungen aufpeppen. „Aber ich lege mich jetzt nicht hinter die Bühne bei den Höhnern und spiele Sherlock Holmes.“ Wichtig ist für ihn nur, dass bei seiner Band alles live ist.