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„Restseen nicht das einzige Risiko“

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RHEIN-ERFT-KREIS. Nach dem Erdrutsch am Concordia-See in Nachterstedt / Sachsen-Anhalt fordern die Grünen im Rhein-Erft-Kreis, dass sich der Ausschuss für Umwelt, Kreisentwicklung und Energie mit möglichen Gefahren an Tagebaukanten im rheinischen Revier befasst. Zu diesem Zweck sollen RWE-Power-Vorstand Matthias Hartung, der BUND-Geschäftsleiter in NRW, Dirk Jansen, und ein Vertreter der Buirer Bürgerschaft eingeladen werden und im Ausschuss vortragen.

Unter anderem die Buirer Bürger, an deren Wohnort die Kante des Tagebaus Hambach demnächst bis auf 250 Meter heranrücken wird, hatten nach dem Unglück im Osten die Befürchtung geäußert, dass sich ähnliche Katastrophen auch hier ereignen könnten. „Die Fragen der Bevölkerung zur Standsicherheit ihrer Häuser sind völlig legitim“, unterstützt Kreistagsfraktionsvorsitzende Doris Lambertz den Vorstoß.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Stadt Kerpen, Jutta Schnütgen-Weber, nimmt das Unglück zum Anlass, die Gewinnung und Verstromung von Braunkohle grundsätzlich in Frage zu stellen. „Nicht beherrschbare Riesenseen“, wie sie in Hambach, Inden und Garzweiler geplant seien, stellten nicht das einzige Risiko dar. CO-Ausstoß, die Zerstörung von Kultur- und Naturräumen sowie der Verlust an Heimat seien weitere Argumente gegen Tagebaue und Kohlenkraftwerke. Selbst moderne Anlagen seien mit den Klimazielen nicht vereinbar.

Der BUND in Nordrhein-Westfalen forderte gestern eine grundsätzliche Überprüfung aller Braunkohlenpläne Garzweiler II, Inden II und Hambach. Durch Verkleinerung der Abbaugebiete müsse ein erheblich größerer Sicherheitsabstand zu den Tagbaukanten geschaffen werden. Und so weit möglich müssten die Restlöcher verfüllt werden. Der BUND fordert, die Restseelösung für den Tagebau Inden zu verwerfen. (fun)