Alles läuft nach Plan: Voll im Zeitrahmen feierte die Gemeinde Alfter jetzt Richtfest für die Kultur- und Sporthalle am Herrenwingert.
Richtfest in Alfter„Viel Glück für das Meisterstück“

Die Holzbauteile für den Rohbau wurden vorgefertigt und anschließend an der Baustelle exakt angepasst.
Copyright: Frank Engel-Strebel
„Der Gemeinde Alfter wünsch’ ich Glück, diese Kultur- und Sporthalle ist ein Meisterstück. Die Architekten planten gut, der schöne Bau hier sicher ruht.“ Mit einem dreifachen „Hoch“ vollendete Polier Manfred Baumgartner von der Firma Holzbau Amann aus Weilheim im Schwarzwald die Richtfest-Zeremonie für die Kultur- und Sporthalle am Herrenwingert.
Da bislang alles nach Plan lief, geht Architekt Ulrich Königs vom gleichnamigen Kölner Architekturbüro davon aus, dass die Gemeinde in einem Jahr Eröffnung feiern kann. „Derzeit überschlagen sich die Ereignisse“, berichtete Bürgermeister Rolf Schumacher (CDU): „Wir haben unser Teilstück der Rad-Pendler-Route eröffnet, konnten das Richtfest für unser Seniorenhauses in Alfter feiern und nun das Richtfest der Kultur- und Sporthalle. Das ist heute ein Tag der Freude und des Dankes.“
Budget wird überschritten
Gleichzeitig schlug Schumacher auch nachdenkliche Töne an, angesichts der überall explodieren Baukosten und der kritischen Haushaltslage der Gemeinde: „Angesichts der finanziellen Nöte können wir froh sein, dass wir den Bau der Halle bereits vor einigen Jahren auf den Weg gebracht haben, ob wir das zu einem späteren Zeitpunkt geschafft hätten, glaube ich nicht.“ Vor einigen Wochen teilte Gemeindekämmerer Nico Heinrich mit, dass das veranschlagte Budget von rund 8 Millionen Euro um etwa 3,7 Millionen Euro überschritten wird.
Über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) fördert das Land den Bau der neuen Begegnungsstätte mit 70 Prozent. Ob die Mehrkosten ebenfalls gefördert werden, steht aktuell nicht fest, so dass der für 2023 geplante Umbau des Schlossparks, der ebenfalls Teil des ISEK ist, möglicherweise erst ein Jahr später in Angriff genommen wird und die Fördergelder dafür erst 2024 beantragt werden.
Die Gelder für den Bau der Außenanlagen der Sport- und Kulturhalle werden aber auf jeden Fall für das kommende Jahr beantragt. Für Architekt Ulrich Königs war der Bauablauf bislang „ein großes Glück, weil alles Hand in Hand ging“. Baufirmen, Verwaltung und Politik hätten sehr gut zusammengearbeitet, ein Rad habe in das andere gegriffen.

Richtfest der neuen Kultur- und Sporthalle am Herrenwingert.mit Bürgermeister Rolf Schumacher, Vertretern von Rat und Verwaltung und den beteiligten Firmen.
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Dass alles so flott ging, lag auch daran, dass die Fachleute der Zimmerei Amann die Holzbauteile für den Rohbau bereits in ihrem Werk vorgefertigt hatten und anschließend exakt angepasst auf der Baustelle einfügen konnten. Genauso wird es auch mit den Fassaden geschehen. In zwei bis drei Wochen soll die zuständige Firma die millimetergenau vorproduzierten Bauteile anliefern. „Mitte Januar werden wir dann einen geschlossenen Innenraum haben, um mit dem Innenausbau zu beginnen“, erklärte Königs. Ab dann kämen „turbulente, arbeitsreiche Monate“, so der Architekt weiter. Teilweise werden zehn Firmen gleichzeitig auf der Baustelle zugange sein.
Der Neubau wurde notwendig, da die marode Turnhalle der benachbarten Anna-Schule, errichtet in den 1960er Jahren, nicht mehr wirtschaftlich energetisch saniert werden kann. Genutzt wurde sie kürzlich erstmals für die Doppelproklamation der beiden Alfterer Prinzenpaare (Erwachsene und Kinder), da der historische Kaisersaal des Gasthauses „Spargel Weber“ nicht mehr zur Verfügung stand. In der neuen Kultur- und Sporthalle werden nicht nur Vereine und Schulen die Möglichkeiten haben, Sportkurse anzubieten, der Bau soll auch für Brauchtums- und Kulturveranstaltungen zur Verfügung stehen.
Café und Tribünen
Dieser Nutzungsmix verteilt sich über drei Etagen. Im unteren Bereich entsteht eine Event- und Sportfläche mit Platz für bis zu 400 Zuschauer. Auf der darüber liegenden Foyerebene wird es ein Quartierscafé sowie den Tribünenbereich geben. Für die Dachebene sind ein Ballsportfeld, wahrscheinlich ein Bolzplatz, sowie Fitness- und Erholungsflächen vorgesehen. Die Halle besteht aus einer klimaneutralen Holzkonstruktion mit Fachwerkträgern aus Buchenholz mit Fensterfronten. Sie wird über eine Sole/Wasser-Wärmepumpe beheizt. Nach Fertigstellung des Gebäudes wird die alte Turnhalle abgerissen.
