Gesamtkonzept ist nur umsetzbar mit Geldern aus Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK).
StädtebauförderungAbriss der Turnhalle macht in Alfter Platz für neuen Spielplatz

Christian Lanzrath, Olivia Dominick und Oliver Ernst (von links) mit dem Banner am Bauzaun.
Copyright: Frank Engel-Strebel
Seit anderthalb ist die Kultur- und Sporthalle (KSH) in Alfter ein städtebaulicher Hingucker, inzwischen längst Zuhause für Sportvereine und hat sich bei Kulturveranstaltungen bewährt, wurde sogar mit dem Landesarchitekturpreis ausgezeichnet. Schon mit den Plänen für den Neubau war klar, dass die alte Turnhalle aus den 1060er Jahren, die nicht mehr sanierungsfähig ist, abgerissen werden sollte. Das wird nun – mit rund einjähriger Verzögerung – passieren. Die Bagger stehen bereit, in den kommenden Wochen steht der Abriss an.
Zum jährlichen bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ nutzte Alfters Bürgermeister Christian Lanzrath (SPD) die Gelegenheit, um über den Abriss und weitere Maßnahmen, die im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) zur Umgestaltung das Alfterer Ortskernes rund um den Herrenwingert anstehen, zu informieren.

Das Dach und die Holzkonstuktion der modernen KSH – die alte Turnhalle (unten) wird nun abgerissen.
Copyright: Frank Engel-Strebel
Im Rahmen des ISEK-Prozesses steht als erstes der weitere Rückbau und Abriss besagter maroder Turnhalle der Anna-Schule an. Gemeinsam mit Oliver Ernst, Amtsleiter Bauleitplanung, und seiner Kollegin Olivia Dominick hatte Lanzrath dazu auch René Nürnberger von der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (DSK) eingeladen, um symbolisch ein Banner am Bauzaun anzubringen, das auf den bevorstehenden Abriss hinweist.
Erst kam die neue Halle
Im Herbst 2024 wurde als erster Meilenstein die neue Kultur- und Sporthalle (KSH) mit der Spielfläche auf dem Dach feierlich durch den damaligen Bürgermeister Rolf Schumacher (CDU) und NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach eröffnet. Die innovative Halle, realisiert durch das Kölner Architekturbüro Königs, wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem NRW-Landespreis für Architektur.
Alte Halle blieb zunächst stehen
Eigentlich sollte die alte Turnhalle bereits 2025 abgerissen werden, aufgrund der prekären Haushaltslage verzichtete die Gemeinde jedoch darauf, einen Förderantrag zu stellen und verschob das Projekt auf dieses Jahr. Schließlich muss die Gemeinde für den 408.000 Euro teuren Abriss, der zu 70 Prozent vom Land gefördert wird, noch einen Eigenanteil von 122.400 Euro aufbringen.
Seit Mitte April laufen nun die Entkernungsmaßnahmen der alten Halle auf Hochtouren. Voraussichtlich nach fünf Monaten soll sie abgerissen sein. „Baujahrestypische“ Schadstoffe werden nach Aussage der Gemeinde „fach- und sachgerecht rückgebaut und entsorgt.“ Um Beeinträchtigungen durch Staub und Lärm für die Bürger und Anwohner zu vermeiden, sollen laut Lanzrath die entstehenden Staubwellen durch Beregnung gebunden werden.
Pläne für das Gesamtareal
Seit 2021 gibt es für das Gesamtprojekt, die Umgestaltung des Herrenwingerts, die generelle Förderzusage des Landes. Für die einzelnen Projekte müssen aber jährlich neue Anträge eingereicht werden. Lanzrath betonte, dass solche aufwendigen Projekte ohne Fördermittel im Zuge klammer Kassen für die Gemeinde nicht zu stemmen seien.
Voraussichtlich im August soll es nach dem Abriss der Turnhalle dann mit dem Bau des neuen Spielplatzes losgehen. Lanzrath rechnet damit, dass der im ersten Quartal 2027 eingeweiht werden kann. Auch dieses Projekt, für das 310.000 Euro veranschlagt sind, wird zu 70 Prozent aus Düsseldorf gefördert. Freuen dürfen sich die Kinder dann auf eine Rutschenlandschaft, eine Vier-Turm-Kletteranlage, ein Trampolin und eine Nestschaukel.
Supermarkt und neue Mitte
Jugendliche hätten dann mit dem bereits vorhandenen Bolzplatz auf dem Dach der KSH beste Freizeitmöglichkeiten, Grundschüler können sich dann auf der neuen Spielfläche austoben, erläuterte Oliver Ernst. „Er ist ein Bindeglied zwischen Schulhof und Stadt und erstreckt sich damit ins Quartier“, so Nürnberger. Geplant wurde der neue Spielplatz mit dem Landschaftsarchitekturbüro „Wuselwelten“ aus Köln-Kalk. Schüler der Anna-Schule konnten ihre Wünsche in einem Workshop äußern. Sobald der Spielplatz fertiggestellt ist, beginnt die Einrichtung eines Kreisverkehrs am Herrenwingert/Ecke Schlossstraße für den Buslinienverkehr und einer Haltestelle vor der KSH.
Ein wichtiger Mosaikstein zur Umgestaltung des Ortskernes ist der Bau eines neuen Supermarktes. Da es sich um eine gewerbliches Baumaßnahme handelt, ist dieser Teil nicht förderungsfähig, es braucht einen Investor, was sich bislang als schwierig erweist, wie der Bürgermeister erklärte. Erst dann könne die weitere Platzgestaltung auf den Weg gebracht werden – eine „grüne Mitte“ mit Lindenhain und neuem Dorf- und Festplatz.
