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Insel GrafenwerthUmgestaltungspläne sollen nach BUND-Klage fortgeführt werden

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Umstrittene Maßnahme: Für die Umgestaltung von Insel Grafenwerth werden derzeit Baumfällungen und Baumpflegemaßnahmen an der Nordspitze durchgeführt.

Bad Honnef – Das Projekt zur Umgestaltung von Insel Grafenwerth soll planmäßig weitergehen. Nach Bekanntwerden einer Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Stadt Bad Honnef einen „Antrag auf Anordnung der sofortigen Vollziehung der Projektarbeiten“ beim Rhein-Sieg-Kreis gestellt. Diesem wurde nun stattgegeben, so die Stadt in einer Mitteilung. Die derzeit an der Nordspitze durchgeführten Landschaftsbauarbeiten werden somit fortgesetzt.

„Ein erheblicher Schaden für die Stadt Bad Honnef und ihre Bürgerinnen und Bürger wird hierdurch abgewendet“, heißt es in der Mitteilung. Im Vorfeld des 3,3-Millionen-Euro-Projektes „Insel Grafenwerth – Grünes Juwel in neuem Glanz“ seien bereits Planungskosten in Höhe von 100 000 Euro angefallen. Eine Verzögerung, so die Stadt, könne darüber hinaus den Verlust von zwei Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Programm „Zukunft Stadtgrün“ bedeuten, weil das Projekt an einen engen Zeitplan geknüpft sei.

Umgestaltung erfolgt als Landschaftsschutzgebiet

Der BUND hatte beim Verwaltungsgericht in Köln Klage gegen die Insel-Umgestaltung eingereicht, um gegen den Befreiungsbescheid der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises für die Baumaßnahmen im Landschaftsschutzgebiet und im Flora-Fauna-Habitat (FFH) vorzugehen. Bei der Umgestaltung stehe die Erholungsnutzung im Mittelpunkt, „für den Naturschutz wirksame und störungsfreie neue Ruhezonen entstehen durch die Maßnahme nicht“, ließ der BUND in einer Mitteilung verlauten.

Zahlen, Daten und Fakten

Laut Stadt werden 15 standortgerechte, heimische und klimastabile Bäume neu angepflanzt. Ebenso sind geplant: Die Neuanlage von 6000 Quadratmetern artenreicher Auenwiese, 550 Quadratmetern blütenreichen Schattensaums, fünf Nistkästen für Halbhöhlenbrüter und fünf Nistkästen für höhlenbrütende Vögel sowie fünf Großraumquartieren für Fledermäuse. Wertvolle Vegetationsbestände auf der Südspitze , die natürliche Ostuferzone und der Biotopverbund sollen geschützt werden. 1700 Quadratmeter versiegelte Fläche wird laut Stadt zurück gebaut. Errichtet werden vier Spielinseln, bestehende Wege werden barrierefrei umgebaut. Der Baumbestand der Insel soll erhalten bleiben. (mdh)

Die Stadt sieht das anders: Die Umgestaltung der Insel erfolge ihrer Ausweisung gemäß als Landschaftsschutzgebiet, der Schutz der Landschaft werde unter naturwissenschaftlich-ökologischen und kulturell-sozialen Gesichtspunkten definiert. Die Konzeption diene deshalb auch dazu, die Insel als ansprechenden Erholungsraum zu erhalten. „Die Errichtung zeitgemäßer und neuer Spiel- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche und die Anlage neuer Bereiche tragen verstärkt dem Naturschutz Rechnung“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung. Sowohl die Entsiegelung von Flächen, standortgerechte und klimastabile Bäume und das Anlegen von artenreichen Blühwiesen als auch das Anbringen von Brut- und Nistkästen würden einen aktiven Beitrag zum Naturschutz leisten.

Projekt wird einstimmig beschlossen

„Die Insel Grafenwerth wurde seit hundert Jahren vom Menschen zur Erholung genutzt. Die dort vorhandenen Baumbestände von Pappeln und Weiden sind in ihrem Lebenszyklus am Ende angelangt“, so die Ansicht der Stadtverwaltung. Die bereits durchgeführten Fällungen und Pflegearbeiten seien aus Sicherheitsgründen zwingend notwendig. Auch in den kommenden Jahren müssten überalterte Bäume gefällt werden.

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Die derzeit an der Nordspitze durchgeführten Landschaftsbauarbeiten sollen noch bis Mitte Mai andauern, die Umgestaltung der Nordspitze soll im Sommer beendet sein. Planmäßig folgen Arbeiten an der Rheinpromenade bis Frühjahr 2021. Mit Maßnahmen rund um den Entree-Bereich, die denkmalgeschützte Grafenwerther Brücke und das Quellenhaus, die im Herbst 2021 beendet sein sollen, wird die Umgestaltung nach bisherigen Planungen abgeschlossen. Das Projekt wurde einstimmig im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen sowie im Stadtrat beschlossen.