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Marode BrückeWarum das Schmelztal in Bad Honnef 2027 für ein halbes Jahr gesperrt wird

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Eine etwa zur Hälfte vormontierte Stahl-Stabbogenbrücke.

Imposant: Die Vormontage der neuen Stahl-Stabbogenbrücke an der L193 bei Niederdollendorf schreitet voran. Das Bauwerk, das über die rechtsrheinische Bahntrasse führt, wird aus 18 Einzelteilen zusammengesetzt und 85 Meter lang.

Ab Sommer 2027 muss in Bad Honnef das Schmelztal (L144) gesperrt werden. Es ist die einzige direkte Berg-Tal-Verbindung in Bad Honnef.

Das kam im Herbst 2023 etwas überraschend: Der Landesbetrieb Straßen NRW beschilderte im unteren Schmelztal auf der L144 (Schmelztalstraße) eine Tonnagebeschränkung auf zwölf Tonnen. Nur so könne die Brücke am Mucherwiesenweg, die über den Weidenbach führt, entlastet werden. Andernfalls drohe eine vollständige Sperrung, hieß es seinerzeit.

2027 kommt es tatsächlich zu einer Vollsperrung der einzigen Straßenverbindung zwischen Bad Honnef-Tal und Bad Honnef-Aegidienberg. Und zwar wegen des Neubaus der maroden Brücke, die man im Vorbeifahren kaum wahrnimmt.

Bis zum Sommer reicht eine Teilsperrung mit Ampelregelung im Schmelztal

Wie die Stadt Bad Honnef berichtete, habe der Landesbetrieb Straßen NRW die Verwaltung im Rahmen eines Ortstermins im Mucherwiesental und einer Besprechung in Köln dieser Tage über die Neubaupläne informiert. Nach dem derzeitigen Stand wird die Baustelle wohl im zweiten Quartal 2027 eingerichtet. Zu Beginn werden der Weidenbach in einem Teilbereich freigelegt und zwei Stützwände errichtet.

Diese erste Bauphase soll voraussichtlich bis zu den Sommerferien abgeschlossen werden. Geplant ist dafür eine Teilsperrung. Der Verkehr wird mit einer Ampelanlage geregelt. Mit Beginn der Sommerferien 2027 startet nach aktuellem Planungsstand die zweite Bauphase mit dem eigentlichen Ersatzneubau der Brücke. Dafür ist aus Sicht des Landesbetriebs eine Vollsperrung der L144 im Bereich des Bauwerks erforderlich, und zwar bis Ende 2027.

Der Mucherwiesenweg, der ins Naturschutzgebiet Siebengebirge führt, bleibe während der gesamten Bauzeit erreichbar. Für Fußgängerinnen und Fußgänger wird eine provisorische Brücke eingerichtet. Die Bauzeiten könnten laut Landesbetrieb durch eine Vollsperrung erheblich beschleunigt werden.

Teilsperrungen würden sie deutlich verlängern und dennoch in dieser Zeit mehrere komplette Sperrungen notwendig machen, hat der Landesbetrieb gegenüber der Stadt klargestellt. Bei jeder Vollsperrung müssten mit mehrwöchigem Vorlauf Umleitungen für den Autoverkehr, den Busverkehr und auch den Schülerverkehr zwischen Berg und Tal für die jeweiligen Tage oder Wochen eingerichtete werden.

Stadt Bad Honnef nutzt Gelegenheit für die Sanierung des Kanals

Die Stadt Bad Honnef nutzt die geplanten Sperrungen, um 2027 den Abwasserkanal auf der oberen Hauptstraße zu erneuern. Anschließend werden das Land und die Stadt gemeinsam die von den Baumaßnahmen betroffenen Bereiche der Hauptstraße neu asphaltieren.

„Wir gehen damit jetzt – also ein Jahr vor der geplanten Vollsperrung – bewusst und in enger Abstimmung mit Straßen.NRW an die Öffentlichkeit, damit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Gewerbebetrieben Zeit zur Planung und Vorbereitung gegeben wird. Von den Einschränkungen während der Bauarbeiten sind auch Berufspendelnde, Schülerinnen und Schüler sowie Vereine betroffen“, erklärt Bürgermeister Philipp Herzog.

Eine Betonbrücke über einem kleinen Bach.

Kleine Brücke, große Auswirkung: Das Bauwerk über der L144 am Eingang zum Schmelztal muss neu gebaut werden.

„Beim Ersatzneubau einer maroden Brücke über einem fließenden Gewässer lassen sich Sperrungen nicht vermeiden, zumal die beengten örtlichen Gegebenheiten die Bauarbeiten zusätzlich erschweren.“ Eine Umleitung des motorisierten Individualverkehrs über das Mucherwiesental wurde demnach bereits intensiv geprüft, sei aber nicht umsetzbar: Der Wirtschaftsweg sei dafür nicht ausgelegt, lasse keinen Begegnungsverkehr größerer Fahrzeuge zu und müsse für Einsätze der Feuerwehr freigehalten.

Zur Lösung bleibt im Grunde nur eine großräumige Umleitung. Entweder über die Landesstraße 331 (Königswinter-Ittenbach – Königswinter-Tal) oder im Norden von Rheinland-Pfalz über die L 252 (Bruchhausen – Unkel). Aus beiden Richtungen käme man dann über die B42 nach Bad Honnef.

Zurzeit baut der Landesbetrieb die Brücke an der Landesstraße 193 neu, die bei Königswinter-Niederdollendorf über die rechtsrheinische Bahntrasse führt. Die neue, 85 Meter lange Stahl-Stabbogenbrücke wird gerade vor Ort vormontiert und soll im Oktober an ihren endgültigen Standort geschoben werden. Zum Einsatz kommen dann „selbstfahrende Modulfahrzeuge“ (SPMT), die im Juli auch die 3700 Tonnen schwere und 108 Meter lange Sternbrücke in Hamburg an ihren endgültigen Standort fuhren – eine Aktion, die bundesweit Schlagzeilen machte.

Der Neubau in Königswinter soll rund 21 Millionen Euro kosten.