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Auf GrafenwerthStadtjugendring Bad Honnef erfährt viel Wertschätzung für R(h)einspaziert

4 min
Vier Musiker auf einer von Scheinwerfern beleuchteten Bühne.

Highlight bei R(h)einspaziert 2026: der Auftritt von Miljö.

Über viel Zulauf konnte sich der Stadtjugendring Bad Honnef bei seinem „Umsonst-und-draußen“-Festival R(h)einspaziert auf Grafenwerth freuen

„Andere haben ihren Stadtpark, wir haben die Insel“, so die Meinung vieler Besucher von R(h)einspaziert. Bereits im dritten Jahrzehnt fand das inklusive Familienfestival am Samstag statt. Die Devise seit jeher: umsonst und draußen.

Nach dem Flohmarkt am Vormittag („Die Ersten kamen bereits um acht Uhr, um sich die besten Plätze zu sichern“, sagte Marius Nisslmüller vom Organisationsteam) stand der Nachmittag im Zeichen der Familien. An 20 Stationen luden Vereine und Institutionen die Pänz zum Mitspielen, Ausprobieren und Erkunden ein.

Im Stadtjugendring sind Vereine aus der Kinder- und Jugendarbeit aktiv

Auf einer kostenlosen Laufkarte konnten Kinder und Jugendliche dabei Stempel sammeln und mit mindestens fünf gesammelten Stempeln an einer Verlosung teilnehmen. Zu gewinnen gab es unter anderem Freibadgutscheine im Wert von je 62 Euro sowie weitere Eintrittskarten und Erlebnisgutscheine. „Die Gewinner werden in den kommenden Tagen per Post benachrichtig“, so Nisslmüller.

Veranstalter von R(h)einspaziert ist der Stadtjugendring Bad Honnef, ein Zusammenschluss von Vereinen in Bad Honnef, die in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv sind. Finanziert wird das Event ausschließlich durch die Einnahme aus dem Verkauf von Getränken und Essen. Und da kommt Nisslmüller wieder ins Spiel. „Marius, wo ist noch Frittierfett?“, fragte ein Mitarbeiterin auf der Suche nach dem „flüssigen Gold“ für Pommes.

Begeisterte, zumeist junge Fans hinter einer Absperrung.

Die vorwiegend jungen Fans waren begeistert.

Und nach einigen kurzen Nachfragen war das Problem vom „Troubleshooter“ geklärt. „Heute bin ich hier, um viele kleine Probleme zu lösen“, sagte der Vorsitzende des Stadtjugendrings. Alle mehr als 150 Helfer arbeiten bei R(h)einspaziert ehrenamtlich. Der Gewinn fließt ausschließlich in Rücklagen oder Investitionen wie neue Zelte.

„Als wir 2024 wegen des Wetters absagen mussten, haben wir viele Spenden und Kleinstspenden bekommen, um die Kosten zu decken“, erinnerte Nisslmüller. Damals drohte dem Festival wegen des Unwetters die Pleite. Nach dem Regen beim Aufbau am Samstag fand das Festival 2026 aber bei bestem Wetter, angenehmen Temperaturen und einem Sonne-Wolken-Mix statt.

„Wir erfahren hier viel Wertschätzung für unser Engagement, und die Schlangen vor den einzelne Stationen sprechen für sich“, so der Organisator. „Früher waren wir als Kinder hier. Nach ein paar Jahren Abstinenz kommen wir wieder, diesmal mit unseren Kindern“, so die Mütter Julia und Carina gegenüber dieser Zeitung. „Toll sind kostenlose Veranstaltungen, da gibt es nicht mehr viele. Und die Geselligkeit hier ist schön.“ Die vierjährige Bea fand „die Hüpfburg am schönsten“.

Entspannt genossen sie den Nachmittag, bevor am frühen Abend das musikalische Programm begann. Dicht gedrängt standen da Hunderte, vielleicht auch ein paar Tausend Menschen vor der Bühne, als um Punkt 21.04 Uhr der Topact Miljö schon mit dem ersten Song „Null oder Hundert“ zum Mitsingen animierte.

Keine Hemmungen wegen der Lautstärke beim Singen

Hemmungen wegen der Lautstärke müsse man nicht haben, schließlich gebe es auf der Insel keine Nachbarn, hieß es von Musikern. „Wir sind ja nicht zum Spaß hier, sondern zum Singen“, forderten sie mehr Power von den R(h)einspaziert-Besuchern auch beim Miljö-Klassiker „Kölsch statt Käsch“.

Die Band war schon vor ein paar Jahren beim Festival auf der Insel, „und wir haben das in guter Erinnerung behalten“, sagten sie kurz vor dem Auftritt backstage gegenüber dieser Zeitung. Vor allem auch, weil es „umsonst und draußen“ stattfinde, wie Daniel Pottgüter (Akkordeon, Gesang, Klavier) betonte. Es war für Miljö der zweite Auftritt des Tages, nachdem die Band zuvor bei „Jeck am See“ in Hürth für Stimmung gesorgt hatte.

Vor der kölschen Band hatten Max Scheer, Hieu und Aluis auf der Bühne gestanden, wo die Veranstalter von R(h)einspaziert traditionell dem musikalischen Nachwuchs eine Chance geben wollen. Ebenso traditionell lockt das Event am Abend vor allem auch Jugendliche und junge Erwachsene an, der Stadtjugendring erreicht also sozusagen seine Zielgruppe. Kaum etwas zu tun gab es für den Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Siebengebirge, der mit 13 Leuten im Einsatz war. Seit dem Neustart nach Corona feierten die Leute vernünftiger, hat DRK-Geschäftsstellenleiter Jens Koelzer festgestellt.

Auch die Freiwillige Feuerwehr Bad Honnef war vor Ort, schließlich handele es sich bei R(h)einspaziert nach dem Martini-Markt um eines der größten Events in der Stadt, wie Feuerwehrleiter Frank Brodeßer betonte.

Zum Vormerken: Der Martini-Markt steht in diesem Jahr vom 21. bis zum 25. Oktober (Mittwoch bis Sonntag) auf dem Veranstaltungsprogramm in der Stadt Bad Honnef.