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100 Jahre Salia SechtemGrün-Weiße Fußballtradition im Vorgebirge

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Der Vorstand der Salia mit Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Gabrys (Mitte), Medienkoordinator Matthias Weiler (r.) und Vorstandsmitglied Rainer Mekelburger zeigt die neu aufgelegten historischen Trikots.

Der Vorstand der Salia mit Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Gabrys (Mitte), Medienkoordinator Matthias Weiler (r.) und Vorstandsmitglied Rainer Mekelburger zeigt die neu aufgelegten historischen Trikots.

Vor 100 Jahren gründeten junge Sportler den Sechtemer Fußballverein 1923. Bis dahin organisierte der katholische Jünglingsverein den Freizeitsport im 1400-Seelen-Ort Sechtem allen voran das volkstümliche Turnen.

Den Tag seines 100-jährigen Bestehens beging der F.V. Salia Sechtem am Dienstag leise. Nachmittags traf sich eine Vereinsabordnung zunächst auf dem Sechtemer Friedhof, wo sie in Gedenken an ihre verstorbenen Mitglieder einen Kranz niederlegten. Anschließend gingen sie mit Blumen und Kerzen zu einer Gedenkstätte zum Sechtemer Weg. Am 11. Februar war es genau 25 Jahre her, dass auf der Landstraße zwischen Bornheim und Sechtem bei einem Zusammenstoß zweier Fahrzeuge fünf Menschen ums Leben kamen. Unter den Opfern war eine Kölnerin (47). In dem anderen Fahrzeug saßen junge Leute aus Sechtem und Brühl. Vier der Insassen überlebten den tragischen Unfall nicht. Es waren Spieler der Salia aus Sechtem und Brühl. Sie waren damals auf dem Rückweg von einem vorgezogenen Punktespiel in Bonn-Lessenich. Einige von ihnen waren auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr.

Es war der zweite schwere Autounfall, bei dem auf dem Rückweg von einem Fußballspiel Mitglieder der Salia zu Schaden kamen. Rund 55 Jahre zuvor, Ostern 1968, verunglückte nach einem Heimspiel in Walberberg auch einer ihrer Spieltrainer auf dem Heimweg tödlich. Anlässlich des Vereinsjubiläums hat der Medienkoordinator der Salia, Matthias Weiler, zusammen mit dem Vorsitzenden Hans-Jürgen Gabrys und Vorstandsmitglied Rainer Mekelburger in vielen alten Unterlagen gestöbert und sich dabei an manche Anekdote erinnert. Dokumentiert ist, dass der Fußballverein bereits am 28. September 1924 beim ersten Meisterschaftsspiel Viktoria 09 Bonn mit 1:0 geschlagen hat. 1924 wurde der Verein umbenannt in Grün-Weiß Sechtem. „Erst 1926 taucht erstmals der Name Salia auf“, berichtet Weiler. In Sechtem gab es zu Beginn der 1920er Jahre den der katholischen Kirche unterstellten Jünglingsverein. Im Angebot standen Turnen, Wandern, Theater.

Um auch einen beliebten Mannschaftssport anzubieten, wurde ab 1. März 1923 auch Fußball gespielt. Das war die Geburtsstunde. „Doch Bälle, Trikots und Fußballplätze gab es damals noch nicht“, weiß Weiler. Nicht einmal Gegner hätten zur Verfügung gestanden. Erst als 1924 der Vikar und spätere Präses Dr. Heinrich Fels die Führung der Fußballabteilung übernahm, kam Leben in die Sache. „Er hat auch den Namen Salia vorgeschlagen – abgeleitet vom fränkischen Adelsgeschlecht Salier“, berichtet Weiler. Unter der Regie von Präses Fels wurde der Sechtemer Fußballverein Mitglied im Verband der deutschen Jugendkraft. Doch schon 1934 wurde der Fußballspielbetrieb in die Strukturen des Westdeutschen Fußballverband eingegliedert.

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Nur punktuell gab es während der Kriegsjahre einige Spiele. Ab 1945 rollte der Fußball im Vorgebirge und in Sechtem dann wieder regelmäßig – etwa beim Turnier um das „Silberschild vom Vorgebirge“, das die Salia 1948 gewann. Die Trophäe hat Weiler auf dem Dachboden des Sportheims wiedergefunden. Schon 1969, ein Jahr bevor der Deutsche Fußball-Bund (DFB) Frauenmannschaften offiziell erlaubte, hatte die Salia als erster Verein im Vorgebirge eine Damenmannschaft. Frauen wie Andrea Haberlass und Ingrid Nanzig haben in Sechtem bei der Salia gekickt. Beide spielten später in der Frauen-Nationalmannschaft und holten Welt- und Europameistertitel.

Heute hat die Salia 301 Mitglieder, davon 127 Kinder und Jugendliche. „Uns ist es wichtig, den Kindern und Jugendlichen Spaß und Freude am Fußball, am Mannschaftssport und am Teamplay zu vermitteln“, sagt Rainer Mekelburger. Rund 20 ehrenamtliche Trainer trainierten die insgesamt acht Mannschaften, die in den verschiedenen Altersklassen des Bonner Fußballkreisen kicken. Jubiläumsfeier Vom 14. bis zum 19. August ist anlässlich des Jubiläums eine ganze Sportwoche geplant, in der sich alle Mannschaften präsentieren können.

Auch einen Festkommers wird es geben. Fleißig sind Matthias Weiler, Günter Linden und Mario Tabarra dabei, die Festschrift mit vielen Hintergrundinformationen rund um die Salia fertigzustellen. Anfang August lädt der Club zudem zu einem besonderen Fußballspiel ein. Der Regionalligist Viktoria Köln dann wird in der Salia-Arena gegen die 1. Mannschaft der Sechtemer antreten. Schon jetzt können sich Fans auch die extra für das Jubiläum angefertigten Schals und neu aufgelegten historischen Trikots bestellen. www.salia-sechtem.de

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