35 Millionen EuroBornheim soll ein neues Hallenbad bekommen

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Aus den 1970er Jahren stammt das Bornheimer Hallenbad, die Bausubstanz ist laut Verwaltungs mittlerweile marode. Blickfang war immer der Glasturm.

Aus den 1970er Jahren stammt das Bornheimer Hallenbad, die Bausubstanz ist laut Verwaltungs mittlerweile marode. Blickfang war immer der Glasturm.

Bornheim – Bornheim soll ein neues Hallenbad bekommen, gleichzeitig wird der Freibadbereich des bestehenden Hallenfreizeitbades saniert. Das haben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses jetzt einstimmig beschlossen und folgten damit der Empfehlung der Verwaltung. 35 Millionen Euro sind hierfür veranschlagt. Das alte Gebäude aus den 1970er Jahren ist laut Verwaltung marode und weist zahlreiche technische und bauliche Mängel auf. Es wird dann abgerissen, wenn der Neubau steht, damit Schulschwimmen, Schwimmkurse und Vereinssport weiterhin möglich bleiben.

Sanierung sei weniger wirtschaftlich

Diskutiert wurde auch eine Sanierung des Bestandsgebäudes. Die hätte mit 19,8 Millionen Euro zu Buche geschlagen, hat Kurt Pelzer, Gutachter der Deutschen Gesellschaft für das Badwesen GmbH, ermittelt. Sie wäre aber aus Verwaltungssicht langfristig weniger wirtschaftlich gewesen. Zudem wären während der Bauphase keine Schwimmangebote möglich. Läuft alles nach Plan könnte das neue Schwimmbad Ende 2024 fertig sein. Danach wird das alte Gebäude abgerissen. Noch unklar ist, was aus der Saunalandschaft und wie künftig der Freibadbereich ausgestaltet wird. Dies wollen die politischen Gremien gemeinsam mit den Nutzern während der Bauphase erörtern.

Nach ersten Skizzen könnte der bisherige Saunapark an die Stelle des alten Badgebäudes verlegt werden. Daneben ist eine neue Liegewiese vorgesehen, da das neue Gebäude auf einem Teil der jetzigen Liegewiese entlang der Rilkestraße entstehen soll, auf dem sich auch der Matschbereich für Kleinkinder befindet. Der wird in die Nähe der jetzigen Saunalandschaft verlegt.

Das neue Hallenbad

Erste Planungen sehen vor, dass in dem neuen Bad mit einer Bruttogrundrundfläche von rund 3000 Quadratmetern ein Schwimmerbecken mit sechs statt bislang fünf Bahnen sowie eine Sprungbucht mit einem Ein-Meter-Brett und einer Drei-Meter-Plattform gebaut werden können. Bislang gibt es hierfür ein gesondertes Springerbecken. Durch die zusätzliche Bahn könne Schulschwimmen optimiert werden, heißt es in der Verwaltungsvorlage, es sei auch für Sportschwimmer und Vereine attraktiver. Darüber hinaus wird über ein separates Lehrschwimmbecken mit Hubboden nachgedacht, da derzeit die Nachfrage an Schwimmkursen enorm sei und nicht bedient werden könne. Dieses Becken könnte auch für Reha-Angebote genutzt werden. Ein Eltern-Kind-Baby-Becken sowie einen Baby- und Kleinkinderbereich soll es ebenfalls geben. Ein Kiosk soll integriert werden, den sowohl die Hallenbad- als auch Freibadgäste nutzen können.

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Konsens herrschte weitgehend darüber, dass in Bornheim kein Spaßbad wie in Euskirchen und Rheinbach entstehen soll, sondern eine funktionelle Einrichtung: „Das Bad soll der Daseinsvorsorge dienen. Es ist sehr wichtig für den Schulsport“, betonte Wilfried Hanft (SPD). Dies sah auch Maria Koch (Grüne) so, da das Bad zu 25 Prozent zum Schwimmunterricht der Schulen genutzt werde. „Ein funktionelles Bad sticht heraus, verglichen mit den Bädern in der Umgebung“, sagte Matthias Kabon (FDP). Björn Reile (ABB) erklärte: „Wir müssen uns nicht mit Spaßbädern messen.“ Michael Söllheim (CDU) unterstrich ebenfalls die Bedeutung für den Schul- und Sportbereich: „Wir wollen dieses Schwimmbad für die Bornheimer Bürger auf jeden Fall erhalten.“ Arnd Kuhn (Grüne) ergänzte, dass das Hallenfreizeitbad über die Grenzen Bornheims hinaus bekannt sei. Hans Gerd Feldenkirchen (UWG) hingegen wollte ein Spaßbad „nicht von vorneherein“ ausschließen: „Spaßbäder boomen. Da gucken die Besucher auch nicht auf jeden Euro.“

Sanierung versus Neubau

Für eine Sanierung des Bestandsgebäude wurden 19,8 Millionen Euro veranschlagt. Langfristig gesehen wäre aber ein Neubau wirtschaftlicher und zukunftsorientierter, argumentierte Bürgermeister Christoph Becker. Größter Pluspunkt sei, dass der Schwimmbetrieb nicht ruhen müsse. Zudem seien keine Grundstückskäufe und kein neues Planungsrecht erforderlich, weil der Neubau auf städtischem Gelände entstehe. Der jetzige Standort sei etabliert, rund 3000 Schüler können das Bad weiterhin nutzen und fußläufig erreichen. Es gebe ausreichend Parkmöglichkeiten und eine gute ÖPNV-Anbindung. Eine moderne Bauweise und Technik könnte zudem Betriebskosten reduzieren. Auch Fördermittel seien möglich. „Eine Sanierung ist immer ein großes Risiko. Wir wollen keine unkalkulierbaren Millionengräber, wie wir sie aus anderen Städten kennen“, meinte hierzu der SPD-Fraktionsvorsitzende Wilfried Hanft.

Prüfauftrag

Die CDU-Fraktion regte an, zu prüfen, ob man beim Bau Privatinvestoren mit ins Boot holen könne. Gutachter Kurt Pelzer warnte indes: „Ein Investor möchte natürlich Gewinne erzielen. Da müssen Sie schon sehr genau hinschauen.“

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