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Projekt mit DringlichkeitBornheim baut neue Unterkunft für Flüchtlinge

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Hexenweg/Ecke Königstraße in Bornheim-Sechtem

Am Hexenweg gegenüber der Kita Märchenwald soll eine neue Sammelunterkunft für Geflüchtete entstehen. 

Wohnraum für Geflüchtete ist knapp in Bornheim. Deshalb soll jetzt eine neue Unterkunft gebaut werden. Sie soll für 100 Menschen neuen Platz schaffen.

Wie Stadtsprecher Christoph Lüttgen auf Anfrage erklärte, leben mit Stand Mitte Dezember 1458 Schutzsuchende in Bornheim, etwa die Hälfte von ihnen kommt aus der Ukraine, von denen 452 Personen in städtischen Unterkünften leben, 40 in der Turnhalle der Johann-Wallraf-Schule. Daher braucht die Stadt dringend neue Unterbringungsmöglichkeiten.

Platz für maximal 100 Menschen soll eine Sammelunterkunft bieten, die voraussichtlich in diesem Jahr an der Ecke Königstraße/Hexenweg in Modulbauweise errichtet werden soll. Dafür gab der Stadtrat nun mehrheitlich seine Zustimmung, die ABB war dagegen. Die Ausschreibung soll zeitnah beginnen. Auf zwei Grundstücken soll jeweils eine zweigeschossige Anlage in Modulbauweise mit Laubengang und außenliegenden Treppen schlüsselfertig über einen Totalunternehmer errichtet werden.

Der Bau des neuen Gebäudes wird in den kommenden Jahren auch den Haushalt stark belasten. Die geschätzten Investitionskosten liegen zwischen 5,5 und 6 Millionen Euro, die die Stadt aufbringen muss. Wie Christoph Lüttgen erklärte, gibt es seitens der NRW.Bank zwischenzeitlich eine Darlehenszusage in Höhe von 6 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Nach Abruf sind zehn Jahre (bei drei tilgungsfreien Jahren) zinsbefreit. Nach Ablauf der Zinsbindungsfrist wird die NRW.Bank der Stadt Bornheim ein Angebot unterbreiten, die Baufinanzierung zu verlängern. In den kommenden zehn Jahren werden also erstmal keine Zinsen fällig.

Andere Projekte müssen warten

Der städtische Haushalt werde jährlich mit 275 000 Euro belastet, hinzu kommen Instandhaltungskosten von jährlich 66 000 Euro sowie weitere Betriebskosten, die aktuell noch nicht beziffert werden können, so Lüttgen weiter. Die nun beschlossene Sammelunterkunft hat auch Auswirkungen auf andere Bauprojekte, deren Planungen nun erst einmal zurückgestellt werden müssten, weil die Verwaltung sie personell nicht gleichzeitig stemmen kann.

Konkret betrifft dies die Planungen für den Bau der viergruppigen Kita in Merten sowie die bereits laufenden Planungen für den Umbau der Verbundschule Uedorf „um einige Wochen“, wie es in der Verwaltungsvorlage heißt. Bei der neuen Unterkunft handele es sich um ein Projekt „mit höchster Dringlichkeit“.

Da sich abzeichne, dass sich der brutale Vernichtungskrieg in der Ukraine noch lange hinziehe, beauftragte die Politik die Verwaltung zusätzlich, nach Grundstücken für den Bau weiterer Unterkünfte zu suchen und bereits jetzt erste Vorbereitungen zu treffen, damit nach Möglichkeit keine weitere Turnhalle dafür genutzt werden muss. Sobald der zeitliche Ablauf für den Bau der Sammelunterkunft feststehe, wolle die Stadt in einer Bürgerversammlung informieren.