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Komödie vor der PremiereSo wird das neue Stück des Volxtheaters Rösberg über den Freistaat Vorgebirge

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Das Ensemble des Volxtheaters Rösberg bei den Proben zu ihrem neuen Stück.

Bis zur Premiere des Stücks des Volxtheaters Rösberg in der Kaiserhalle sind es nur noch wenige Wochen. 

Am 9. März feiert das neue Stück des Volxtheaters Rösberg Premiere. Darin begeben sich Schauspieler und Zuschauer auf eine Zeitreise.

Die neueste Inszenierung des Volxtheaters Rösberg mit dem Titel „Freistaat Vürjebirsch“ verspricht bei einigen Verwirrungen, reichlich Lokalkolorit und Humor beste Unterhaltung. „Die Komödie ist eine Parodie auf die Kleinstaatlichkeit und eine Hymne auf Europa und das große Miteinander“, verrät Christof Ernst. Zusammen mit Maria Hirsch und Martin Schumacher hat er sich die Geschichte ausgedacht und mit ihnen in wochen- und monatelanger Arbeit das Drehbuch zu Papier gebracht.

Karnevalisten stoßen auf ein großes Geheimnis

Das Stück „Freistaat Vürjebirsch“ versetzt die Zuschauer in das Jahr 1953 zurück. In Bornheim geht gerade die Karnevalszeit zu Ende. Nubbel werden noch begraben statt verbrannt. So sind viele Karnevalisten zusammengekommen, um den Nubbel unter die Erde zu bringen. Dazu graben sie ein Loch in den Boden – bis sie auf etwas Hartes, auf eine Kiste aus Metall stoßen. Nicht einmal in ihren kühnsten Träumen hätten sie geahnt, welches Geheimnis sie mit dem Öffnen dieser Kisten entdecken würden. Auf einer vergilbten Urkunde lesen sie Schwarz auf Weiß, dass das Vorgebirge seit 1853 ein Freistaat ist.

„Die Geschichte des Vorgebirges muss zum Leidwesen der vielen Bornheimer Heimatforscher völlig neu geschrieben werden“, geht einigen von ihnen im nächsten Moment durch den Kopf. Andere fragen sich: „Wie hat diese Sensation in Vergessenheit geraten können?“ Lange dauert es nicht, bis sich das Vorgebirge für unabhängig erklärt, mit eigener Regierung, eigenen Grenzen und sogar einem eigenen Ministerpräsidenten. Als Exportschlager erweist sich schnell das ebenfalls 1953 erfundene Rebellenblut. Auch ein Freistaat-Kölsch wird kreiert.

Alle Kaufleute und Erfinder legen sich mächtig ins Zeug, um erfolgreich zu sein. Eine besondere Stimmung und viel Dynamik liegen in der Luft. Endlich ist man mal wer. Und als wäre das nicht genug, ist da noch die Geschichte von der Fußballweltmeisterschaft 1954 und dem begnadeten jungen Fußballspieler Helmut (Dschingis) Kahn. Ihn möchte der Bundestrainer gerne in der Nationalmannschaft sehen, damit er viele Tore für Deutschland in der Schweiz schießt. Doch da gibt es einen Haken: Helmut Kahn ist vorgebirgischer Freistaatler.

Proben im blauen Haus und in der Kaiserhalle

Seit September 2023 treffen sich die insgesamt elf Laien-Schauspieler unter der Regie von Marcel Hoefs ein- bis zweimal in der Woche zu den Proben, zuerst im Blauen Haus in Sechtem, das ihnen die Dorfgemeinschaft zu günstigen Konditionen überlassen hat. Seit ein paar Tagen proben die „Volxtheatler“ in der Kaiserhalle, quasi im Epizentrum des Freistaats, in Bornheim. Dort werden auch die insgesamt fünf Aufführungen stattfinden.

Selber hat das Team alle Kostüme und das Bühnenbild kreiert und sämtliche Requisiten zusammengestellt. „Das Stück lebt von der Gruppenvielfalt“, erklärt Regisseur Hoefs. Bereits beim Schreiben des Stückes hielten die Autoren Kontakt mit ihm, um mögliche Handlungen abzusprechen. „Aber es ist immer wieder eine ganz besondere Freude, das fertige Drehbuch zu lesen“, berichtet er. Für den Profi-Regisseur, der unter anderem auch im Jungen Theater in Bonn arbeitet, ist es die fünfte Inszenierung, die er mit dem Volxtheater in den vergangenen Jahren auf die Bühne bringt. „Und immer habe ich das Team voller Herzblut und Leidenschaft erlebt“, erklärt er. Toll finde er auch die familiäre Atmosphäre.

Musikalische Akzente setzt der Rösberger Musiker Rainer Jüssen. Neben den elf Schauspielern tragen weitere fünf Teammitglieder hinter der Bühne zum Gelingen der Vorführungen bei. „Und jetzt geht es auf die Zielgerade“, sagt Ernst, bei dem die innere Anspannung steigt. Denn mit jedem Tag rückt die Premiere am 9. März um 20 Uhr näher.


Vier Aufführungen in der Kaiserhalle in Bornheim

Aufführungen gibt es zudem am 10. März um 17 Uhr, am 15. und 16. März jeweils um 20 Uhr und am 17. März um 17 Uhr. Das Ticket kostet 14 Euro. Der Vorverkauf findet am 17. Februar von 15 bis 17 Uhr in der Kaiserhalle und im Haus im Turm in Rösberg statt. Auch via Mail können Karten erworben werden: volxtheater.roesberg@web.de.