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Hallenfreizeitbad BornheimSanierung möglich, wenn Geld vom Bund fließt

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9. April 2026. Bornheim. Das HallenFreizeitBad ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Foto: Frank Engel-Strebel

Das Bornheimer Hallenfreizeitbad ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden.

Politik und Verwaltung wollen eine Projektskizze erarbeiten und weitere Fördermöglichkeiten prüfen.

Bornheims Bürgermeister Christian Mandt (CDU) zieht gerne ein paar Bahnen im Becken des Hallenfreizeitbades und nutzt auch schon einmal die blaue Tunnelrutsche, die mittlerweile nach vielen Monaten endlich wieder repariert ist. Das erzählte er Anfang Februar, als er sich den Fragen von Dominik Pinsdorf, dem Ortsvorsteher von Bornheim-Ort, in der Talkreihe der „Bornheimer Ortsgespräche“ vor 110 Gästen im Ratssaal stellte. Gut hundert Tage war der Stadtchef damals im Amt und zog eine erste Bilanz. Eher nebenbei sprach Mandt damals auch davon, dass das Kombibad saniert werden könnte, nachdem er und die Stadt erfahren hatten, dass es Gelder aus dem „Bundesprogramm zur Sanierung kommunaler Schwimmstätten und Schwimmbäder“ geben könnte.

Das war eine neue Nachricht, denn vor zwei Jahren, im März 2024 wurde das Thema „Schwimmbad“ – damals noch unter Mandts Vorgänger Christoph Becker (parteilos) von der Politik erst einmal gestoppt. Dabei sollte laut ursprünglichen Planungen der Neubau des Hallenbades 2028 stehen. Der Grund: Bis dato galt eine Sanierung des Bades (Baujahr 1975) als unwirtschaftlich. Experten empfahlen stattdessen den Abriss und einen Neubau des Hallenbadteils sowie eine Erneuerung von Teilen des Freibadbereichs. Geschätzte Kosten damals: 44 Millionen Euro. Also ein weiteres Millionenprojekt für die klamme Kommune, die unter anderem mit dem immer noch im Raum stehenden Neubau der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Merten bereits zu kämpfen hat.

Mögliche Fördermittel: Sanierung könnte bereits 2027 beginnen

Durch die nun möglichen Fördermittel wurde die Sanierungsdebatte des Bades noch einmal neu aufgerollt. Sollte es dafür tatsächlich Mittel geben, dann sei nicht ausgeschlossen, dass die Sanierung bereits 2027 beginnen könnte, so kam es in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsrates des Stadtbetriebs Bornheim (SBB) zur Sprache. Der SBB als Anstalt des öffentlichen Rechts ist Betreiber des Bades für die Stadt Bornheim. Das Problem: Noch liegen keine konkreten Zahlen vor, was sich aber bis Ende Juni ändern soll, dann möchte der SBB in der nächsten Verwaltungsratssitzung eine erste Kostenschätzung präsentieren. Die Grünen-Fraktion hatte diese Frist vorgeschlagen, die anderen Politiker folgten diesem Antrag einstimmig. Liegen die Zahlen vor, dann könnten diese in den kommenden Doppelhaushalt 2027/28 eingestellt werden. Über den Etat beraten die Gremien in der zweiten Jahreshälfte. Zudem sollen eine Projektskizze erarbeitet und weitere Fördermöglichkeiten eruiert werden.

9. April 2026. Bornheim. Das HallenFreizeitBad ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Der Freibadbereich ist nicht nur bei Bornheimern sehr beliebt. Foto: Frank Engel-Strebel

Der Sommer naht: Das Freibad ist an heißen Sommertagen eine beliebte Adresse.

In der Sitzungsvorlage schreibt der Verwaltungsrat, dass sich das Band in einem „altersgemäßem, sanierungsbedürftigem Zustand“ befinde. Dies unterstrichen auch sowohl ein Sanierungsgutachten zur Technik aus dem Jahr 2019 als auch eine Sanierungsstudie der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen aus dem Jahr 2020. Seitdem diese Mängel bekannt sind, unternahm der SBB alle Anstrengungen den Betrieb aufrecht zu erhalten und ergriff verschiedene Sanierungsmaßnahmen, etwa die Erneuerung der Beckenumrandungen, den Pumpenaustausch sowie zuletzt die Erneuerung der Lüftungsanlage und teilweise der Elektroinstallation.

Auch Gefahrenquellen wurden beseitigt. Damit der Betrieb der Schwimmstätte weiter sichergestellt bleibt, konzentrieren sich die aktuellen Maßnahmen schwerpunktmäßig auf den technischen und baulichen Zustand. Langfristig muss das Bad vor allem energetisch saniert werden, hier empfiehlt der Verwaltungsrat die Wärmeversorgung in die städtische Wärmeplanung mit einzubeziehen um gegebenenfalls Synergieefekte mit anderen benachbarten Großabnehmern, etwa dem Rathaus oder der Europaschule, zu erschließen.

Kostenprognosen sind durch politische Lage vermutlich schon überholt

Der SBB schlug vor, die bereits vorliegenden Gutachten zu aktualisieren und erforderliche Maßnahmen zu priorisieren, um sukzessive eine planvolle Sanierung der Sportstätte möglichst zügig einzuleiten beziehungsweise die bereits laufenden Maßnahmen fortzusetzen. Die Liste des Investitionsstaus und der Mängel ist sehr lang und es dürfte teuer werden. Dies zeigen die Antworten des SBB auf eine Große Anfrage der CDU-Fraktion.

Bei der Gebäudesanierung müssen unter anderem der Estriche, die tragenden Außenwände, Schäden an den Außentüren und –fenstern, die tragenden Innenwände, die Decken- und Dachkonstruktionen sowie die Treppen erneuert werden. Auch die Umkleidekabinen und Garderobenschränke befinden sich in einem „altersüblichen Zustand“. Erheblicher Sanierungsbedarf besteht auch bei der technischen Ausstattung, dazu zählen die Heizkörper, Rohre und Armaturen mit äußeren Korrosionen, die Wärmedämmung, die Warmwasseraufbereitung, die Sanitärbereiche, die Sicherheitsbeleuchtungsanlage, Kabeltrassen oder Sanierungen im Bereich des Brandschutzes und der ELA-Anlage (der elektroakustischen Anlage).

Der Betriebsführer verwies auf Kostenprognosen aus den genannten Gutachten, die die Erneuerung der elektrischen Anlage mit rund 450.000 Euro netto und der ELA-Anlage mit rund 160.000 Euro bezifferten. Aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage dürften diese Angaben jedoch längst überholt sein. Sollte das Bad saniert werden, werde dies auch Auswirkungen auf den laufenden Betrieb haben, Schließphasen seien dann laut SBB nicht ausgeschlossen, was wiederum finanzielle Auswirkungen haben wird, da zum einen Einnahmen wegfallen würden, sich zum anderen Ausweichkosten für das Schulschwimmen ergeben würden. 

Auch Christian Mandt äußerte seine Sorgen im „Ortsgespräch“, nachdem das Bad erst kürzlich für drei Wochen wegen der Erneuerung der Lüftungsanlage geschlossen war: „Ich habe als Bürgermeister schon gezittert, hoffentlich bleibt es nicht noch länger zu, denn, wer weiß, was passiert, wenn man einmal mit einer Baustelle anfängt.“ Tilman Rami, für die CDU-Fraktion im Verwaltungsrat, erklärte: „Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Bornheim braucht ein funktionstüchtiges Schwimmbad.“