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Rotes Smiley für flotte FahrtGeschwindigkeitsdisplay in Roisdorf sorgt für Diskussionen

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Winand Flohr hielt sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit.

Winand Flohr hielt sich an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit.

Anwohner sind irritiert über ein Geschwindigkeitsdisplay in einer „Spielstraße“, in der die Geschwindigkeit auf sieben km/h begrenzt ist. 

Winand Flohr spricht von einem Schildbürgerstreich: Der Anwohner der Friedrichstraße in Roisdorf ist irritiert, dass am Montag in der Mühlenbacher Straße, die von der Friedrichstraße abgeht, ein sogenanntes Geschwindigkeitsdisplay aufgestellt worden ist. Flohr und weitere Nachbarn der beiden Straßen wundern sich, dass eine solche Anzeigetafel nicht auf der Friedrichstraße platziert worden ist, sondern in der kleinen Stichstraße, die als verkehrsberuhigter Bereich („Spielstraße“) ausgewiesen ist, bei der die Höchstgeschwindigkeit auf sieben km/h begrenzt ist.

Flohr hat beobachtet, wie sich bereits Kinder und Personen, die zu Fuß gehen, über diese Anzeigetafel lustig machen. Fahren sie mit dem Roller oder dem Fahrrad vorbei oder laufen schnell zu Fuß, dann zeigt die Tafel mehr als die vorgeschriebenen sieben km/h an. Flohr selbst brachte es zu Fuß auf immerhin fünf km/h. Sinnvoller wäre laut Flohr eine solche Anlage auf der vor einigen Jahren erneuerten Friedrichstraße, wo Tempo 30 gilt.

Pkw-Fahrer halten sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzung

Allerdings halten sich die meisten Pkw-Fahrer nicht an die Geschwindigkeit, das konnte auch ein Anwohner bestätigen: „Ab 21 Uhr ist hier der Teufel los, dann brettern die hier wie verrückt durch.“ Auch die versetzt angelegten Parktaschen für Autofahrer nehmen die Geschwindigkeit nicht heraus, da die Straße so breit ausgebaut ist, damit Gelenkbusse und Lastwagen, die die anliegenden Firmen ansteuern, durchkommen können. Flohr hofft daher, dass ein solches Display auch auf der Friedrichstraße installiert wird, denn in dem Viertel gibt es zwei Seniorenheime, einen Kindergarten, die Sebastian-Schule und die OGS, das Jugendamt sowie eine Unterkunft für Geflüchtete.

Auf der Friedrichstraße wäre das Display nach Ansicht der Nachbarn sinnvoller.

Auf der Friedrichstraße wäre das Display nach Ansicht der Nachbarn sinnvoller.

Laut Rainer Schumann von der Pressestelle der Stadt Bornheim setzt die Stadt einen Teil des Lärmaktionsplanes um. Im Mobilitäts- und Verkehrsentwicklungsausschuss im Juli wurde erläutert, dass zunächst insgesamt fünf dieser sogenannten Dialogdisplays im Bornheimer Stadtgebiet aufgestellt werden. Autofahrer kennen ein solches Display bereits seit Jahren vom Servatiusweg zwischen Ärztehaus und Stadtbücherei in Bornheim-Ort. Dort gilt Tempo 20. Wer sich an die Geschwindigkeit hält, dem strahlt ein lachendes Smiley entgegen, wer zu schnell unterwegs ist, der sieht ein trauriges Smiley.

Durch die Verkehrsbehörde wurden in Zusammenarbeit mit dem Stadtbetrieb Anfang der Woche fünf solcher Displays aufgestellt: „Sie sollen die Autofahrer zu einer achtsameren und angepassten Fahrweise veranlassen. Somit können die Geräte neben dem gewünschten Effekt der Lärmregulierung auch zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen“, betonte Schumann.

Geschwindigkeitsdisplays können nach Bedarf versetzt werden

Das Geschwindigkeitsdisplay sei in der Mühlenbacher Straße installiert, da es dort in den vergangenen Jahren vermehrt Meldungen von Anwohnern über die teilweise überhöhte Geschwindigkeit der Fahrzeuge gab: „Da es sich bei der Mühlenbacher Straße bereits um einen verkehrsberuhigten Bereich handelt und bauliche Änderungen zur Reduzierung der Geschwindigkeit von Fahrern mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden wären, wurde zunächst die temporäre Installation eines Geschwindigkeitsdisplays am Beginn des verkehrsberuhigten Bereiches von der Verkehrsbehörde befürwortet“, erläuterte Schumann und verwies auch darauf, dass diese Displays mobil seien und somit nach Bedarf versetzt werden könnten, etwa auch auf die Friedrichstraße.

Zunächst ist vorgesehen, die Geräte für drei Monate an den jeweiligen Standorten zu belassen, damit die Fahrzeugführer sich an die angezeigte Geschwindigkeit gewöhnen können. Kürzlich habe die Straßenverkehrsbehörde bei den jeweiligen Ortsvorstehern nachgefragt, wo möglicherweise diese mobilen Displays aufgestellt werden könnten. Auch Anwohner können jederzeit Vorschläge bei der Straßenverkehrsbehörde melden. Die Wünsche und Vorschläge werden dann gebündelt, geprüft und unterstützt durch den Stadtbetrieb schrittweise umgesetzt. Winand Flohr und weitere Anwohnern wünschen sich auch, dass auf der Friedrichstraße verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden.

Rainer Schumann dazu: „Als kreisangehörige Kommune liegt die Zuständigkeit für Geschwindigkeitskontrollen auf dem Bornheimer Stadtgebiet bei der Polizei Bonn und dem Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises. Die Verkehrsbehörde wird diesbezüglich Kontakt mit den beteiligten Stellen aufnehmen. Grundsätzlich sollten sich Anwohner diesbezüglich jedoch direkt an die oben genannten Stellen wenden.“

Die Standorte der Displays

Hersel: Moselstraße und auf der L 300 in Höhe der Kreuzung Havelstraße/Vorgebirgsstraße.

Bornheim-Ort: Reuterweg, jeweils ein Dialogdisplay in beiden Fahrtrichtungen.

Roisdorf: Mühlenbacher Straße.

Die Standorte sollen voraussichtlich im Januar geändert werden. Der Lärmaktionsplan sieht vor, dass bis zu 32 solcher Displays beschafft werden. Die Straßenverkehrsbehörde befindet sich im Technischen Rathaus in Kardorf, Tel.: (022 22) 945-252, E-Mail: guido.broich@stadt-bornheim.de