Abo

TourismusMehr Gäste in Bornheim, längere Aufenthalte in Hennef

3 min

Die Rheinische Apfelroute.

Die Stadt setzt auf Privatunterkünfte, Radrouten und Hofcafés, während Hennef trotz weniger Ankünften mit längeren Aufenthalten und Siegburg mit Events punkten.

Das Reiseportal Holidaycheck hat für ganz Deutschland untersucht, wie lange Gäste an ihren jeweiligen Reiseorten bleiben. Das Ergebnis der Auswertung amtlicher Tourismusdaten für 2024 und 2025: Es wird wieder mehr gereist, die Aufenthalte werden aber kürzer. Im Rhein-Sieg-Kreis zeigt sich dieses Bild nur teilweise: Zuwächse und Rückgänge in den Kommunen gleichen sich weitgehend aus. Während Bornheim mehr Ankünfte und Übernachtungen meldet, kommen in Hennef weniger Gäste an, die dafür länger bleiben. Siegburg verzeichnet steigende Ankunftszahlen. Ein einheitlicher Trend lässt sich für den Kreis deshalb nicht ablesen. Die Gründe unterscheiden sich je nach Kommune und den jeweiligen Angeboten vor Ort.

Bornheim: Zuwachs durch günstige Lage und regionalen Urlaub

In Bornheim kamen 25.875 Gäste an, die Übernachtungen stiegen auf 65.445. Die Stadt führt das auf strategische Lage, veränderte Reisegewohnheiten und einen Trend zu regionalem, nachhaltigem Urlaub zurück. Zu Messezeiten oder bei Großevents in Köln und Bonn sind die Hotels dort oft ausgebucht, dann ist Bornheim eine schnell erreichbare Alternative. Immer häufiger buchen Gäste Unterkünfte in Bornheim als feste Basis, um von dort die Region zu erkunden, etwa beim Wandern und Radfahren. Als Heimat des geschützten „Bornheimer Spargels“ und des Vorgebirgsgemüses lockt die Stadt im Frühjahr und Sommer außerdem Tagestouristen an, die in Hofläden und bei kulinarischen Festen direkt vom Erzeuger einkaufen, wie die Stadt mitteilt.

Ein Großteil des Wachstums entfällt auf Privatunterkünfte wie Ferienwohnungen, Pensionen und Airbnb-Angebote. Einen Hotel-Boom wolle Bornheim aber vermeiden und lieber mit dem arbeiten, was schon da ist. Die Rheinische Apfelroute mit sechs Nebenschleifen ist ein Publikumsmagnet, zertifizierte Erzeuger bieten Radelnden Rastplätze, E-Bike-Ladestationen und Hofcafés. Das „Frühlingserwachen im Vorgebirge“ am letzten Sonntag im April lockt regelmäßig Tausende Radfahrer an.

In Hennef bleiben Gäste besonders lange

Hennef verzeichnete weniger Ankünfte als im Vorjahr, 41.829 Gäste insgesamt. Dafür bleiben die Gäste mit durchschnittlich 4,23 Nächten so lange wie in keiner anderen Kommune der Auswertung, die Übernachtungen stiegen auf 176.980. Statistische Daten zu den Anlässen fehlen, die Gründe leitet die Stadt daher aus strukturellen Gegebenheiten ab.

Ein wesentlicher Faktor ist aus Sicht der Stadt die Sportschule Hennef. Dort finden regelmäßig mehrtägige Lehrgänge, Trainingslager und Fortbildungen statt, bei denen die Teilnehmenden mehrere Nächte bleiben. Hinzu kommen berufliche Aufenthalte, etwa von Monteuren, die oft für mehrere Nächte Ferienwohnungen nutzen. Auch die Nähe und gute Verkehrsanbindung an Köln und Bonn könnten eine Rolle spielen, denn Großveranstaltungen und Fachmessen dort sorgen regelmäßig für volle Unterkünfte in Hennef.

Siegburg setzt auf überregional bekannte Veranstaltungen

Siegburg verzeichnete 65.051 Gästeankünfte und damit ein Plus. Die Stadt setzt dabei auf überregional bekannte Veranstaltungen, die die Tourist Information der Stadtbetriebe Siegburg AöR von der Konzeption bis zur Nachberichterstattung verantwortet. Der Mittelalterliche Markt zur Weihnachtszeit lockte 2025 rund 450.000 Besucher. In einer Publikumsabstimmung des Magazins „Wintertraum“ setzte er sich unter mehr als 2.200 Weihnachtsmärkten in allen 16 Bundesländern auf Platz eins. Die Europäischen Tage des Kunsthandwerkes öffnen Ateliers im April. Im Juli präsentieren beim Internationalen Keramikmarkt rund 90 Keramiker ihre Arbeiten auf dem historischen Marktplatz. (tis)