Auf der Diergardtstraße sollen fünf neue klimaresiliente Bäume gepflanzt werden, die für Abkühlung sorgen.
Neue BäumePilotprojekt zur Begrünung von Straßenzügen in Bornheim

Auf der Diergardtstraße sollen demnächst fünf Bäume für Abkühlung sorgen.
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Die aktuelle Hitzewelle mit schwül-warmen Wetter und tropischen Nächten macht wieder vielen Menschen zu schaffen. Üppige Baumkronen können in so einem Fall wie Klimaanlagen wirken, die passende Abkühlung gewährleisten und so dafür sorgen, dass die Gesundheit der Bürger durch die heißen Phasen nicht gefährdet wird.
Genau da setzt ein Pilotprojekt der Stadt Bornheim an: In einigen Wochen könnten auf der Diergardtstraße in Bornheim-Ort fünf klimaresiliente Bäume gepflanzt werden. Diese sollen zum einen für Schatten und Abkühlung sorgen, zum anderen aber auch durch die Reinigung der Luft und Sauerstoffanreicherung zu Linderung führen. Zudem speichern Bäume CO2 und tragen somit zum Klimaschutz bei.
120.000 Euro Fördergelder von der KfW
Eingebettet ist diese Idee in das bereits 2022 beschlossene Klimaschutzteilkonzept zur Klimaanpassung im Rhein-Sieg-Kreis. Ein Baustein hierbei ist ein Stadtbaumkonzept, das aktuell von der Stadt entwickelt wird. Darin wird der derzeitige Baumbestand aufgeführt und analysiert, gleichzeitig soll das Konzept Empfehlungen liefern, an welchen Stellschrauben gedreht werden kann, um die Stadt künftig fit für den Klimawandel zu machen.
Sowohl für das Konzept als auch für das Pilotprojekt hat Bornheim aus dem Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) rund 120.000 Euro Fördergelder bekommen. Die Förderquote beträgt 80 Prozent. Demnach liegt der Eigenanteil für die Vorgebirgskommune bei zirka 24.000 Euro.
In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses haben die Politiker einstimmig beschlossen, das Pilotprojekt „Diergardtstraße“ in Angriff zu nehmen. Bevor es aber endgültig losgehen kann, muss auch noch der Mobilitäts- und Verkehrsentwicklungsausschuss in seiner Sitzung am 14. Juli zustimmen, da dieser über Maßnahmen, die den Straßenverkehr betreffen, zu entscheiden hat. Dies dürfte aber reine Formsache sein.
Ursprünglich hatte die Verwaltung Ende 2024 die Schmiedegasse in Waldorf als Pilotprojekt vorgesehen. Zu dieser Zeit fanden dort Kanalsanierungen statt, man wollte Synergieeffekte nutzen, bis sich herausgestellt hatte, dass aufgrund der Lage unterirdischer Leitungen und Rohre des Abwasserkanals dort doch keine Bäume gepflanzt werden können. Zudem stehen aufgrund der historisch gewachsenen Dorfstruktur viele Gebäude zu dicht an der Straße, weswegen dort nur schmalkronige Bäume hätten gesetzt werden können. Um aber möglichst effektiven Schutz vor Hitze bieten zu können, empfehlen sich Bäume mit großen und dichten Kronen. In der Diergardtstraße sollen nun die Ungarische Eiche und der Amberbaum gepflanzt werden.
Diergardtstraße ist 250 Meter lang
Außerdem gibt es derzeit auf der innerörtlich gelegenen Diergardtstraße bislang keinen einzigen Baum und die 250 Meter lange Straße sei dafür bekannt, dass es dort im Sommer besonders heiß werden könne, schreibt die Stadt in ihrer dazugehörigen Vorlage. Da die Diergardtstraße recht breit ist, bietet sich dort nach den Analysen eines Ingenieurbüros solch ein Pilotprojekt gut an. Fünf mögliche Baumstandorte haben die Experten dafür ermittelt.
Allerdings können nur auf einer Straßenseite Baumbeete angelegt werden. Das habe zum einen wirtschaftliche Gründe, erläuterte die Stadt, zum anderen liege dies an der unterirdischen Infrastruktur. Die Verwaltung befürchtet nun jedoch, dass – sofern dort keine Fahrzeuge parken – Autofahrer durch die „freie Straßenseite“ verleitet werden, zu schnell durch die Straße zu fahren.
Um sich die Meinungen der Bürger einzuholen, hatte die Stadt im vergangenen Oktober zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Bis Ende April konnten die Anwohner Rückmeldungen und Anregungen im Rathaus einreichen. Im Mai fand eine erneute Informationsveranstaltung statt, an der neben Vertretern der Verwaltung und des beauftragten Ingenieurbüros auch Ortsvorsteher Dominik Pinsdorf teilgenommen hatte. Dabei kam heraus, dass die Anwohner Maßnahmen, die zur Drosselung der Geschwindigkeit dienen könnten, etwa aufgesetzte Schwellen auf der Fahrbahn, ablehnten.
Von Seiten der Stadt wird jedoch weiterhin befürchtet, dass auf der bislang verkehrlich unauffälligen Diergardtstraße künftig schneller als erlaubt gefahren werden könnte. Die Verwaltung kündigte deshalb Geschwindigkeitsmessungen an, um gegebenenfalls später zu handeln.
