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Jede Kilowattstunde zähltLinksrheinische Kommunen setzen das Energiesparpaket um

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Licht aus! Auf die dekorative Beleuchtung von Bauwerken wie dem Wasemer Turm in Rheinbach wird vorerst verzichtet.

Rhein-Sieg-Kreis – Kreis und Kommunen haben sich vor dem Hintergrund möglicher Lieferengpässe beim Gas auf ein gemeinsames Paket zum Energiesparen geeinigt. Einige linksrheinische Kommunen gehen aber noch weiter.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Vorgaben unter dem sperrigen Titel Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung (EnSikuMaV) zusammengefasst, der Rhein-Sieg-Kreis zusätzlich seinen  RSK-Maßnahmenkatalog vorgelegt. Beides soll ab dem heutigen Donnerstag, 1. September, für einen Zeitraum von sechs Monaten gelten.

Alfter

Unter dem Titel „Ausmachen macht was aus“ – eine Motivationskampagne zum Thema energiebewusstes Verhalten der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – hat die Gemeinde Alfter geprüft, auf welche Beleuchtung  sie verzichten kann. Dabei ging es um „nicht-sicherheitsrelevante Beleuchtung an öffentlichen Gebäuden,  auch unter Einbeziehung Kirchen, Moschee, Ortsausschüsse und  Vereine“, wie Pressesprecherin Maryla Günther erläutert. Das Ergebnis: Schloss Alfter wird nicht mehr angestrahlt, ebenso alle Kirchtürme, die  Straßenbeleuchtung wird, wo immer möglich, zwischen  23 und 6  Uhr  ausgeschaltet. Die Verwaltung hat dazu Kontakt aufgenommen zum Energieversorger „RheinEnergie“, erste Pläne zur Abschaltung von ganzen Straßenzügen in den Ortsteilen liegen vor.  Stellungnahmen dazu werden gerade von  den Fachabteilungen,  Polizei und Feuerwehr eingeholt.

Weil die Straßenbeleuchtung in der Gemeinde Alfter üblicherweise zentral gesteuert wird, müssten Zeitschaltuhren nachgerüstet werden. Erste Kostenschätzung: circa  50 000 Euro.     Die Feuerwehr sollte beispielsweise für Katastrophenfälle die Möglichkeit haben, die Nachtabschaltung auszusetzen. Mit der Polizei seien  die Bereiche zu klären, die aus Gründen der Sicherheit  beleuchtet werden müssen.  Demnach  müssen  Zebrastreifen oder  Gefahrenstellen wie Kreuzungen beleuchtet werden. Ampeln, die nicht sicherheitsrelevant sind, können auch von  23  bis 6 Uhr abgeschaltet werden. Zuständig ist hier der Landesbetrieb Straßen.NRW. Auch die Kirchengemeinde möchte einen Spar-Beitrag leisten: „Aus aktuellen Anlass werden bis auf Weiteres die Kirchengebäude von St. Mariä Himmelfahrt, Oedekoven und St. Mariä Heimsuchung, Impekoven nachts nicht mehr angestrahlt“, heißt es im aktuellen Pfarrbrief.

Es wird kälter im Oedekovener Rathaus: Büroräume werden zu normalen Zeiten auf 19 Grad geheizt, Flure gar nicht. Die Heizungen für die Treppenhäuser im Rathaus sind bereits abgeschaltet, so Maryla Günther.Hausmeister sollen an Schulungen der Energie-Agentur Rhein-Sieg teilnehmen. Sparmaßnahmen in Turnhallen, Unterkünften, Vereinshäusern und anderen kommunalen Gebäuden werden gerade geprüft. Abgesenkt werden auch die Temperaturen von Duschen in Turnhallen und das Wasser in Schwimmbädern, Durchlauferhitzer im Rathaus werden abgestellt. Dem Gemeinderat soll laut Günther am 29. September ein Zwischenbericht vorgelegt werden.

Wachtberg

„Grundsätzlich werden wir versuchen, die Maßnahmen, die zwischen den Hauptverwaltungsbeamten und dem Kreis zusammengetragen wurden, auch in Wachtberg umzusetzen“, sagt Bürgermeister Jörg Schmidt auf Anfrage. „Grenzen sind hier natürlich die technischen Möglichkeiten wie zum Beispiel bei der Abschaltung der Straßenlaternen. Hier haben wir allerdings schon seit längerem die generelle Regelung, dass ab 23  Uhr jede zweite Laterne abgeschaltet wird, soweit die Verkehrssicherheit dadurch nicht gefährdet wird.“ Was die  Straßenbeleuchtung angeht, soll das Thema in den  politischen Gremien beraten werden. Im Fokus stehe hier natürlich auch die Umrüstung der Laternen auf LED-Technik, soweit diese noch nicht umgesetzt wurden. „Maßnahmen wie die Senkung der Raumtemperaturen in öffentlichen Gebäuden und die Beleuchtung von Denkmälern werden wir nach den Vorgaben – unterschiedliche Temperaturen in Kitas und Schulen – nach Beschlussfassung durch die Politik umsetzen“, so Schmidt.

Kälteres Wasser im Schwimmbad – ob das möglich ist, werde zurzeit geprüft. Schmidt dazu: „Hervorzuheben ist, dass wir bereits alle Optimierungen und Überprüfungen der Heizungsanlagen in allen Gebäuden der Gemeinde durchgeführt haben.“ Im Rathaus wurde das Warmwasser an den  Handwaschbecken bereits abgestellt.  Die Gemeinde wolle bei allen umzusetzenden Maßnahmen  eng mit der Energieagentur Rhein-Sieg  zusammenarbeiten.

Rheinbach

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Abgeschaltet werden alle Springbrunnen im Rheinbacher Stadtgebiet. Einsparung:  jährlich 6000 Kilowattstunden.

Auch die Stadt Rheinbach schaltet Licht aus: Seit dem  23. August werden verschiedene Einsparungen sukzessive umgesetzt, der Haupt- und Finanzausschuss hat den Vorschlägen gerade zugestimmt. Im  gesamten Stadtgebiet werden die öffentlichen Springbrunnen ausgeschaltet. Dadurch lassen sich laut Stadt jährlich 6000 Kilowattstunden einsparen. Auch auf die Illumination von Bauwerken wie dem Wasemer Turm, auf  dekorative Beleuchtung an Plätzen sowie die präventive Beleuchtung am Sportplatz Oberdrees wird künftig verzichtet. Nachts werden die   Zuwege  der Sportplätze Wormersdorf und Flerzheim nicht mehr erhellt.  Einsparpotenzial; rund  16.000 Kilowattstunden.

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Zwischen 22 und 5 Uhr bleibt es dunkel an der Zuwegung zum städtischen Betriebshof sowie zum Waldfriedhof und dem Friedhof Niederdrees. Dasselbe gilt  für die Fußweg-Beleuchtung zwischen Notunterkunft Schornbusch und den Kreisverkehrsplatz  Münstereifeler Straße sowie die Beleuchtung des Parkplatzes „Am neuen Wasserwerk“. Die Beleuchtung im Freizeitpark wird um weitere Stunden reduziert. Komplett ausgeschaltet wird die Beleuchtung außerorts am  Ölmühlenweg, zwischen Neukirchener Weg und Forsthaus sowie am Kreisverkehrsplatz „Münstereifeler Straße“.

Meckenheim

„Wir haben als Kommunen Vorbildfunktion. Deswegen gehen wir voran und arbeiten gerade in der Verwaltung einen detaillierten und umfassenden Maßnahmenkatalog ab, um weitere Potenziale zu identifizieren und umzusetzen“, schreibt die Meckenheimer Verwaltung. Beispielhaft wird es in den Waschräumen im Rathaus und der Jungholzhalle zukünftig kein warmes Wasser mehr geben. „Auch das Mobilitätskonzept für den städtischen Fuhrpark wird weiterentwickelt, um Energie einzusparen.“ Wer Ideen für Energieeinsparungen der öffentlichen Infrastruktur hat, die die Stadt vielleicht noch nicht geprüft hat, soll sie gerne an die Stadtverwaltung, buergermeister@meckenheim.de, weitergeben.