Die Stadt musste das Vergabeverfahren wieder aufheben. Der Umbau startet nun voraussichtlich deutlich später als geplant.
Zu hohe AuflagenWichtiger Umbau zur Entlastung der Kennedybrücke in Bonn verschoben

Eine Straßenbahn der SWB fährt auf der Kennedybrücke an den im Stau stehenden Fahrzeugen vorbei. (Archiv)
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Die geplante Entlastung für den Verkehr in Bonn lässt auf sich warten: Linienbusse können die Stadtbahntrasse auf der Kennedybrücke voraussichtlich später als geplant mitnutzen. Der für den 20. September vorgesehene Beginn der Umbauarbeiten verschiebt sich nach Angaben der Stadt Bonn. Grund ist ein zu teures Angebot im Vergabeverfahren.
Die Maßnahme soll den Busverkehr über den Rhein zuverlässiger und pünktlicher machen. Sie ist eine Reaktion auf die angespannte Verkehrssituation seit der Sperrung der Bonner Nordbrücke. Vor allem die Kennedybrücke hat sich in den vergangenen Wochen zum Nadelöhr entwickelt. Im Berufsverkehr reichten die Staus zeitweise vom Alten Friedhof bis zur B56 und zur Königswinterer Straße zurück, teilweise sogar bis zum Verteilerkreis.
Stadt hebt Vergabeverfahren zur Kennedybrücke auf
Damit Busse künftig auf der Gleistrasse fahren können, müssen zunächst bauliche Anpassungen vorgenommen werden. Unter anderem sollen Bordanlagen umgebaut werden, um den erforderlichen Platz zu schaffen. Die Technische Aufsichtsbehörde der Bezirksregierung Düsseldorf hat die grundsätzliche Genehmigung für das Vorhaben bereits erteilt.

Verkehrsstau auf der Kennedybrücke in Bonn. (Archiv)
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Bei der Ausschreibung wurden laut Stadt mehrere leistungsfähige Baufirmen zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Eingegangen sei jedoch nur ein Angebot – und dieses habe deutlich über den wirtschaftlich vertretbaren Kosten gelegen. Deshalb hebt die Stadt das Vergabeverfahren auf und will es erneut durchführen.
Das ist jetzt geplant:
- Ursprünglicher Start: 20. September 2026
- Neuer Zeitplan: frühestens nach den Herbstferien, voraussichtlich Anfang November
- Voraussetzung: erfolgreiche zweite Ausschreibung
- Bauablauf: Arbeiten ausschließlich nachts
- Ziel: Linienbusse sollen die Stadtbahntrasse auf der Kennedybrücke mitnutzen können
Der Umbau kann wegen des hohen Verkehrsaufkommens nur nachts erfolgen. Während der Arbeiten sollen Busse die Bahnen ersetzen. Der dafür notwendige Schienenersatzverkehr könne allerdings erst nach den Herbstferien wieder sichergestellt werden. Bei einer erfolgreichen Vergabe könnten die Arbeiten deshalb voraussichtlich Anfang November beginnen.
Entlastung für Busse, aber keine schnelle Lösung für Autofahrer
Die Stadt verfolgt mit der Freigabe der Stadtbahntrasse vor allem ein Ziel: Linienbusse sollen auf der Kennedybrücke nicht mehr vollständig im Autoverkehr feststecken. Stattdessen sollen sie die vorhandene Trasse der Stadtbahn mitnutzen.
Für Autofahrer bedeutet die Verzögerung, dass sich an der Verkehrssituation auf der Brücke zunächst nichts ändert. Die Stadtwerke Bonn hatten angesichts der regelmäßigen Rückstaus bereits an die Verkehrsteilnehmenden appelliert, nur dann in Kreuzungen und Kreisverkehre einzufahren, wenn eine zügige Weiterfahrt absehbar ist. Andernfalls werde der Verkehr zusätzlich blockiert.
Die geplante Maßnahme fällt zudem in eine Phase, in der der öffentliche Nahverkehr in Bonn ohnehin stark belastet ist. Wegen des eingeschränkten Stadtbahnbetriebs fahren auf mehreren Verbindungen Ersatzbusse. Gerade für diese Busse soll die Nutzung der Gleistrasse auf der Kennedybrücke künftig eine verlässlichere Verbindung zwischen Bonn und Beuel ermöglichen. (jv)
