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Kein Vorankommen mehrVerkehrs-Chaos in Bonn – SWB appellieren an Autofahrer

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Autos stauen sich am 9. Juli 2026 auf dem Oxfordring in der Innenstadt von Bonn. (Archivfoto)

Eine gewohnte Situation: Autos stauen sich auf dem Oxfordring in der Innenstadt von Bonn. (Archivfoto)

Das Ende der Schulferien sorgt aktuell noch einmal für eine deutliche Verkehrszunahme. Vor allem an einer Stelle knubbelt es sich.

In der Bonner Innenstadt steht in den Stoßzeiten der Verkehr. Wer von der Südstadt kommend Richtung Kennedybrücke will, braucht Geduld: Die Blechlawine reicht zeitweise bis zum Alten Friedhof zurück – ein Zustand, wie er seit Wochen zur Regel geworden ist in Bonn.

Seit mehr als sechs Wochen fehlen der Stadt 60 von 75 Stadtbahnen. Am 20. Juli hatten die Stadtwerke Bonn (SWB) die Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen, nachdem sich bei Kontrollen der Radsatzwellen der Verdacht auf frühzeitige Materialermüdung erhärtet hatte – betroffen sind Bahnen aus den 1980er Jahren, in denen teilweise Radsatzwellen aus den 1970ern verbaut waren. Zur Überbrückung hatten die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) zunächst 20, zuletzt 14 Leihbahnen gestellt. Ende August wurden auch diese abgezogen.

Umfassender Bahnersatzverkehr in Bonn seit September

Seit Mittwoch (2. September) gilt deshalb ein umfassender Bahnersatzverkehr mit Bussen: Die Linie BE68 verkehrt zwischen Hauptbahnhof und Ramersdorf, die BE66 zwischen Ramersdorf und Bad Honnef, die BE67 zwischen Vilich und Siegburg. Nur sonntags fahren auf der gesamten Linie 66 wieder Bahnen – dann reicht die Zahl der verbliebenen 15 nicht betroffenen K5000-Fahrzeuge für den geringeren Sonntagsfahrplan aus.

Bei den übrigen Linien zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Linien 16 und 18 fahren mit Unterstützung der KVB nahezu regulär, bei der 16 entfällt lediglich ein sogenannter Kurs. Wer sonst mit der Linie 62 unterwegs ist, kommt am besten bis Oberkassel Süd/Römlinghoven – viele Fahrgäste folgen dieser Empfehlung bereits, weshalb die Bahnen der Linie 62 deutlich voller sind als sonst. Deutlich schlechter sieht es für Nutzer der Linien 63, 67 und 68 aus: Diese werden derzeit nicht bedient. Fahrgäste der Linie 63 weichen auf die Linie 16 Richtung Bad Godesberg aus, die Linie 67 entfällt komplett – ohne Ersatz.

Die Stadtwerke sehen sich in ihrer Strategie bislang bestätigt. „Die Maßnahmen, die für den Bahnersatzverkehr getroffen wurden, funktionieren bislang gut“, sagt Angela Franken, Bereichsleiterin für SWB Bus und Bahn, am Donnerstag (3. September). Die bewusste dreimalige Unterbrechung des Bahnersatzverkehrs auf der Linie 66 verhindere, dass sich Verspätungen über die gesamte Strecke aufbauen – auch wenn die Busse insgesamt länger bräuchten als die Bahn. An neuralgischen Punkten wie Hauptbahnhof, Ramersdorf oder Vilich beantworten zudem Mitarbeitende des Service- und Kontrolldienstes Fragen der Fahrgäste zum Umstieg.

Kennedybrücke wird zum Nadelöhr in Bonn – SWB appelliert

Das eigentliche Nadelöhr liegt jedoch woanders: an der Kennedybrücke. Im Berufsverkehr morgens und abends staut sich der Verkehr auf der Strecke vom Alten Friedhof bis zur B56/Königswinterer Straße, zeitweise bis zum Verteilerkreis zurück. Die SWB bittet deshalb Autofahrer, umsichtiger zu verhalten. „Wir appellieren an die Verkehrsteilnehmenden, nur in Kreisverkehre oder Kreuzungen einzufahren, wenn eine schnelle Weiterfahrt absehbar möglich ist“, so Franken.

Fahrzeuge stehen auf der Kennedybrücke in der Bonner Innenstadt im Stau. (Archivfoto)

Fahrzeuge stehen auf der Kennedybrücke in der Bonner Innenstadt im Stau. (Archivfoto)

Für Autofahrer gibt es eine weitere Einschränkung: Der Park-and-Ride-Parkplatz in Vilich ist gesperrt, dort wendet jetzt der Bahnersatzverkehr. Ein Sicherheitsdienst weist derzeit noch auf das Parkverbot hin. Am Freitag und Samstag (4. und 5. September) kommt eine Sondersituation hinzu: Wegen des Bürgerfests des Bundespräsidenten, das aufgrund der Umbauarbeiten in Berlin in die Villa Hammerschmidt in Bonn verlegt wurde, gibt es rund um die Adenauerallee eine Umleitung des BE68.

Wie es mit den 60 ausgemusterten Bahnen weitergeht, ist weiterhin offen. Parallel zur technischen Prüfung durch die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke die Kanzlei CMS Hasche Sigle mit einer unabhängigen Untersuchung der Informations- und Entscheidungsabläufe beauftragt – ein Hinweis darauf, dass auch die Aufsichtsgremien Klärungsbedarf sehen, wie es zu der monatelangen Krise kommen konnte.