Bauarbeiten B42In Königswinter entstehen entlang der Bundesstraße Trockenmauern

Gebaggert wird derzeit am Hang zwischen B 42 und der Bergstraße, wo die erste von drei Trockenmauern entsteht.
Copyright: Ralf Klodt
Königswinter – Es tut sich etwas am Hang zwischen B42 und der Bergstraße Richtung Jufa-Hotel. Bereits im März 2021 fanden die ersten Bauarbeiten statt, um artenreiche Wiesen und das ursprüngliche Landschaftsbild wiederherzustellen.
Dazu erwarb das Naturschutzprojekt Chance 7 des Rhein-Sieg-Kreises ein Areal von 1800 Quadratmetern und schuf somit die Rahmenbedingen. Dazu zählt auch die Errichtung von Trockenmauern für die vom Aussterben bedrohte Mauereidechse.
Allerdings haben sich laut der Pressestelle des Kreises die Planungen im Gegensatz zum Februar 2021 verändert: Um die dortigen ebenfalls wertvollen Glatthaferwiesen nicht zu beeinträchtigen, wurde die Erstplanung angepasst. Die Trockenmauern wurden daher in Bereiche gelegt in denen keine Glatthaferwiesen vorkommen.
Die Kosten für Trockenmauern in Königswinter belaufen sich auf 90.000 Euro
Nun entstehen in naher Zukunft drei Mauern: Am Hang zur B42 eine 84 Meter lange Trockenmauer sowie eine 38 Meter lange Erweiterung einer bereits bestehenden kleinen Mauer am Jufa-Hotel. Die Kosten für beide Mauern belaufen sich auf insgesamt 90.000 Euro.
Im kommenden Jahr soll eine weitere 89 Meter lange Mauer – ebenfalls am Hang zur B42 – errichtet werden. Dieses Vorhaben befinde sich noch in Planung, die Ausschreibung müsse noch auf den Weg gebracht werden, so die Pressestelle. „Wichtig ist, dass alle geplanten und umsetzbaren Maßnahmen am Ende der Projektlaufzeit von Chance 7 fertig sind“, so Bettina Heinrichs-Müller von der Pressestelle des Kreises. Die Mauern bestehen wie auch die am Rhöndorfer Ulanen-Denkmal aus bergischer Grauwacke.
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Ziel ist es, einen Biotopverbund von Bonn über das Siebengebirge bis Bad Honnef zu schaffen, der aber nie zu 100 Prozent geschlossen sein kann. Dem stehen Unterbrechungen durch Straßen, Wälder, Siedlungen entgegen. „Die Herstellung eines möglichst großflächigen und nachhaltigen Biotopverbunds ist ein dynamischer Prozess, an dem stetig gearbeitet wird, zum Beispiel auch durch Offenhaltungen oder den Bau von Trockenmauern“, so Heinrichs-Müller.
Im konkreten Fall gehe es darum, der heimischen Mauereidechse mit dem Namen „Podarcis muralis brongniardii“ einen Siedlungs- und Schutzraum anzubieten. „Ziel ist es, dass die heimische Mauereidechse eine überlebensfähige Population ausbildet“, fügt sie an. Darüber hinaus böten die Trockenmauern auch anderen Arten, wie zum Beispiel der Schlingnatter, Insekten, Wildbienen und sogar Vögeln zum Brüten, einen Schutzraum.

