Abo

Mit Geld vom BundIn Königswinter fällt der Startschuss für die Brückensanierung

3 min
Ersatzneubau für die Brücke L193 über die Bahn in Königswinter, Oliver Krischer, Sondervermögen des Bundes, Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur

Die Einrichtung der Baustelle läuft seit der Sperrung der Brücke im April dieses Jahres.

Die Brücke der L193 (Hauptstraße) wird komplett neu gebaut, vom Sondervermögen profitieren auch andere Projekte im Land. 

Die ersten Bagger sind bereits da, das beauftragte Unternehmen und die Verantwortlichen von Straßen NRW stehen in den Startlöchern. Am Freitag, 14. Mai, gab NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Bündnis 90/Die Grünen) auf der Baustelle auch den offiziellen Startschuss für den Neubau der L193-Brücke über die Eisenbahngleise in Königswinter.

Die Brücke ist eines von zahlreichen Projekten im Land, die aus dem Sondervermögen des Bundes bezahlt werden. 60 Millionen Euro könne NRW zusätzlich ausgeben, berichtete Krischer.

Auch Brücken in Much und Bad Honnef werden erneuert

Dringend nötige Sanierungen und Neubauten könnten nun schneller verwirklicht werden, sagte der Minister. Zu den Vorhaben gehören außer dem Großprojekt in Königswinter unter anderem eine Brücke über den Markelsbach in Much-Hilleshausen, zwei Brücken über die Sülz in Rösrath und eine über den Weidenbach in Bad Honnef. Insgesamt 23 Brückenerstatzbauten werde es geben, außerdem die Sanierung von 15 Landesstraßen.

Mehrere Hundert Brücken im Land müssten saniert oder ersetzt werden, führte Krischer aus, 400 Projekte sollen bis 2033 umgesetzt sein. Mehr als 500 Millionen investiere Nordrhein-Westfalen allein im laufenden Jahr: Geld aus dem Landeshaushalt, dem regulären Bundesetat und aus dem Sondervermögen; insgesamt sieht der „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ Ausgaben von 3,5 Milliarden Euro bis 2036 vor. Aber, so der Minister: „Geld allein ist nicht alles.“ Man müsse die Projekte auch realisieren können. Und das im Fall der Königswinterer Brücke unter besonderem Zeitdruck, wie er sagte.

Ersatzneubau für die Brücke L193 über die Bahn in Königswinter, Oliver Krischer, Sondervermögen des Bundes, Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer gab den offiziellen Startschuss für das Projekt, finanziert aus dem Sondervermögen des Bundes.

Denn gearbeitet wird im Wesentlichen, während die Bahn für die Sanierung ihrer Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden den rechtsrheinischen Korridor komplett sperrt. Nicht nur „höchst anspruchsvoll aus ingenieurtechnischer Sicht“ sei das Vorhaben, sagte am Freitag Mohamed Abdohab, Bauabteilungsleiter bei Straßen NRW. Das Projekt erfordere auch „eine unglaubliche Baustellenlogistik“.

Wir mussten dringend handeln.
Mohamed Abdohab, Abteilungsleiter Bau bei Straßen NRW

Die mächtigen Träger werden gerade in einem polnischen Stahlwerk produziert, Schwertransporte bringen sie dann zur Baustelle, wo sie im Frühsommer zum Brückenüberbau zusammengefügt werden. Ab Juli wird das alte Bauwerk abgerissen, für den 85 Meter langen und 17,50 Meter breiten Neubau werden zudem die Widerlager neu gebaut. Spannend wird es am 28. Oktober. Dann, so Abdohab, werden Spezialgeräte die Brücke in die endgültige Position schieben.

Ersatzneubau für die Brücke L193 über die Bahn in Königswinter, Oliver Krischer, Sondervermögen des Bundes, Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur

Die marode Brücke über die Bahnstrecke wird bis zum Jahresende durch einen Neubau ersetzt.

Nicht nur neu werde die Brücke dann sein, betonte Minister Krischer, sondern auch besser: In Zukunft wird es auf der Ostseite einen drei Meter breiten kombinierten Rad- und Gehweg geben, auf der Westseite einen zwei Meter breiten Gehweg. Das gab es bisher nicht, die Standstreifen seien illegal genutzt worden, sagte Projektleiter Adrian Kappes.

Die 1963 eröffnete Brücke hatte sich schon vor Jahren als marode erwiesen. Stahlträger hatten sich verformt, „wir mussten dringend handeln“, sagte am Freitag Mohamed Abdohab. Seit 2022 ist die Brücke nur noch für Fahrzeuge mit einem Gewicht bis 16 Tonnen passierbar, Anfang April wurde sie vollständig gesperrt, um den „Ersatzneubau“ vorzubereiten. Zum Jahresbeginn 2027 soll dieser seiner Bestimmung übergeben werden.