Dirigent André Sebald und seine Frau Gabriele, Flöte, freuen sich auf das gemeinsame Konzertieren mit Tochter und Enkelin.
KonzertDrei Generationen treten mit der Sinfonia Königswinter auf

André und Gabriele Sebald mit ihrer Tochter Dorothea Kiess und Enkelin Elisa Kiess; beim Konzert der Sinfonia Königswinter musizieren drei Generationen gemeinsam.
Copyright: Sinfonia Königswinter
Ihr Logo zeigt eine Triangel, die Sinfonia Königswinter ist aber bei weitem kein Ensemble, das sich allein dem Orffschen Instrumentarium verschrieben hat: In den Ursprüngen aus dem Jahr 1947 stammend, hat sich das Orchester längst zu einem Klangkörper entwickelt, der sich auch in Konzerten mit großen Werken bewährt.
Einen Beweis dafür wird das Orchester, das sich aus ambitionierten Amateuren und Berufsmusikern zusammensetzt, in wenigen Tagen erneut antreten: Bei zwei Konzerten in Hennef und Königswinter liegt unter anderem Beethovens erste Sinfonie in C-Dur auf den Notenpulten. Dirigent ist, wie seit nunmehr 30 Jahren üblich, André Sebald. Und doch bieten die Konzerte eine Premiere: Zum ersten Mal werden drei Generationen der Familie Sebald gemeinsam auf dem Podium stehen.
Wenn die Eltern Musiker sind, liegt es nicht fern, dass man zum Instrument kommt
Musikbegeistert sind nahezu alle Familienmitglieder bei den Sebalds: Die Eheleute André und Gabriele Sebald lernten sich im Flötenstudium an der Hochschule kennen, Tochter Dorothea Kiess ist Violinistin, lehrt nach einem Studium in Stuttgart in Siegen an der Musikschule und der Universität und ist Konzertmeisterin eines Orchesters in Köln. „Wenn die Eltern Musiker sind, liegt es nicht fern, dass man zum Instrument kommt“, sagt Kiess.

André Sebald dirigiert seit 30 Jahren die Sinfonia Königswinter.
Copyright: Sinfonia Königswinter
Brüder, Schwestern und Söhne, Cousins und Cousinen in der verzweigten Familie sind ebenfalls teilweise professionell, teilweise als leidenschaftliche Instrumentalisten aktiv. „Wir hatten zeitweilig eine Kreismusikschule hier“, sagt im Scherz André Sebald, Vater von vier Kindern, über das Haus der Familie im Königswinterer Ortsteil Thomasberg.
„Auf keinen Fall“ wollte die Enkelin beruflich machen, was die Eltern machten
Dennoch war ihr Weg in die Profilaufbahn „anfangs holprig“, wie Dorothea Elisa Kiess sagt. Mehrfach wechselte sie den Lehrer. „Eher förderlich“ sei es aber gewesen, dass die Eltern – Mutter Gabriele unterrichtete unter anderem in Bonn – selbst in der Branche tätig sind: „Denn sie wissen, wie es im Musikbetrieb zugeht.“ Und nach der Frage: „Willst du das wirklich machen?“ habe sie stets Unterstützung erfahren.
Die Mutter Geigerin, der Vater Trompeter – für Tochter und Enkelin Elisa Kiess war bis zum Alter von 14 Jahren klar, dass sie „auf keinen Fall" machen wollte, was die Eltern als Beruf ausübten. Mit sieben Jahren hatte sie den ersten Oboenunterricht erhalten, mit neun spielte sie im Kinderorchester, später im Landesjugendorchester. Und entschied sich mit 15 Jahren für eine Laufbahn als Profimusikerin.
Inzwischen steht die junge Oboistin nach eigener Einschätzung etwa eineinhalb Jahre vor dem Examen an der Hochschule in Hannover, schon seit geraumer Zeit konzertiert sie auch international mit dem Anemoi-Quintett. Ihr Ziel? „In einem guten deutschen Orchester zu landen.“
Am Samstag und Sonntag, 18. und 19. April, steht Elisa Kiess mit ihrer Mutter Dorothea als Solistin in Bachs Konzert in c-Moll für Oboe, Violine, Streicher und Basso Continuo auf dem Podium. „Es macht schon sehr viel Spaß, die Tochter und Enkelin als Solistinnen zu haben“, berichtet Großvater André Sebald nach einer ersten Probe von Orchester und Solistinnen vor Ostern.
Das erste familiär geprägte Konzert ist es nicht für die Sebalds: Ehefrau Gabriele spielt schon seit 1989 in der Sinfonia; als 13-Jährige war Tochter Dorothea erstmals als Aushilfe im Orchester zu hören. In unterschiedlichen Konstellationen sind Familienmitglieder schon vielfach aufgetreten. Nicht aber an Weihnachten oder Ostern, wenn die Familie privat zusammenkommt, wie Gabriele und André Sebald verraten: „Das würde fluppen“, bestätigt der 73-Jährige. Doch wüssten alle die Pause von Musikbetrieb zu schätzen, in dem so viele Familienmitglieder eingespannt seien, ergänzt seine Frau.
Das Orchester spielt Konzerte in Hennef und Königswinter
Am Samstag, 18. April, spielt die Sinfonia um 17 Uhr in der Zehntscheune des Klosters Heisterbach, tags darauf, ebenfalls um 17 Uhr, in der Hennefer Kirche St. Simon und Judas. Die Karten kosten 18 Euro (ermäßigt zehn Euro) und sind erhältlich in der Dollendorfer Bücherstube, der Buchhandlung Seidel und Millinger in Oberpleis (nur Barzahlung); für das Konzert in Hennef in der Buchhandlung am Markt sowie im Pastoralbüro Hennef. Außerdem online.
