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Weg zum DrachenfelsVV Siebengebirge und WWG Königswinter investieren 37.000 Euro in Rheinsteig

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Michael Bungarz (l.) und Stephan Schütte an einem der beiden Treppenabschnitten, die unterhalb des Drachenfels instandgesetzt worden sind.

Michael Bungarz (l.) und Stephan Schütte an einem der beiden Treppenabschnitten, die unterhalb des Drachenfels instandgesetzt worden sind. 

Ein Teilstück des Wanderwegs am Rheinsteig gleich unterhalb des Plateaus ist nach Schäden aus dem vergangenen Sommer wieder instandgesetzt.

Die zweite Etappe des Fernwanderwegs Rheinsteigs verläuft von Königswinter nach Bad Honnef über 14,1 Kilometer. Der offizielle Start ist unterhalb von Schloss Drachenburg. Nach wenigen Minuten erreicht man das Drachenfels-Plateau mit seiner beeindruckten Aussicht.

Gleich dahinter warten auf den Wanderer die ersten kniffligen Streckenabschnitte der sehr anspruchsvollen Wanderung mit immerhin rund jeweils 600 Meter Auf- und Abstieg. Vom Drachenfels hinunter nach Bad Honnef gehen schmale Treppenstufen und hier gab es schon nach wenigen Metern die erste Schwachstelle. Zwei Teilabschnitte waren wegen Schäden im vergangenen Sommer sogar gesperrt worden.

37.000 Euro sind investiert worden

Nur wenige hundert Meter weiter gibt es im sehr steilen Gelände einen Serpentinen-Abschnitt, der durch drei große Baumstürze inklusive sogenannter Wurzelteller im oberen Teil stark zerstört und dadurch nur sehr eingeschränkt begehbar war. Deswegen suchten sich die Wandernden eigene Wege und so entstanden am Steilhang zusätzliche illegale Trampelpfade – zum Schaden der Natur. 

Beide Schwachstellen sind nun vom Verschönerungsverein Siebengebirge (VVS) und der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbau GmbH Königswinter (WWG) instandgesetzt worden. Das Investitionsvolumen beträgt für beide Maßnahmen 37.000 Euro.

Mit Seilen sind die Serpentinen gesichert worden.

Mit Seilen sind die Serpentinen gesichert worden.

„Um die unbefriedigende Situation am Steilhang zu lösen, haben wir die Hilfe des Naturparks Siebengebirge gesucht“, erläuterte VVS-Vorsitzender Stephan Schütte bei einem Pressetermin vor Ort. Dieser konnte bei der Bezirksregierung aus einem Förderprogramm 22.500 Euro öffentliche Geldmittel beschaffen. 

Damit war die finanzielle Grundlage geschaffen, die Instandsetzung des Wanderweges und die Errichtung von rund 150 Meter neuem Seilgeländer zwecks Besucherlenkung zu finanzieren. Die illegalen Trampelpfade führten an dieser Stelle direkt durch das VVS-Wildnisgebiet, in dem der Naturschutz höchste Priorität hat.

Maschinen konnten nur schwer am Steilhang platziert werden

Als erste Maßnahme wurden im Oktober unter Einsatz eines Forstspezialschleppers die zwei mehrere Tonnen schweren Wurzelteller mittels Seilwinde von dem Wanderweg weggezogen. Da es in diesem Bereich durch die extreme Steillage keine maschinenbefahrbaren Wege gibt, konnten die Forstspezialschlepper nur rund 120 Meter unterhalb der Baustelle platziert werden. 

Erst durch den Einsatz von Verlängerungsseilen konnten die schweren Stubben erreicht werden. Zuvor hatten die ehrenamtlichen VVS-Mitarbeitenden mit der Motorsäge sogenannte Seillinien durch das Unterholz geschnitten.

Alle Beteiligten, die zur Instandsetzung des Rheinsteigs verantwortloch waren (von rechts):Michael Bungarz (WWG Königswinter), Stephan Schütte (VVS Siebengebirge), Frank Scheer (Naturpark Siebengebirge), Paulina Burbaum (Naturpark Siebengebirge), Hannah Gaide (Naturpark Siebengebirge) und Carmen Döhnert (Rhein-Sieg-Kreis).

Alle Beteiligten, die zur Instandsetzung des Rheinsteigs verantwortloch waren (von rechts):Michael Bungarz (WWG Königswinter), Stephan Schütte (VVS Siebengebirge), Frank Scheer (Naturpark Siebengebirge), Paulina Burbaum (Naturpark Siebengebirge), Hannah Gaide (Naturpark Siebengebirge) und Carmen Döhnert (Rhein-Sieg-Kreis).

Im zweiten Abschnitt wurden Anfang Dezember entlang des oberen Abschnitts des Serpentinen-Weges neue Sicherungsseile von einer Spezialfirma angebracht. Diese dienen zum einen dem Schutz der Wanderer am Steilhang. Sie sollen aber auch als Lenkungsmaßnahme die Wandernden davon abhalten, den Pfad zu verlassen und über illegale Trampelpfade den Steilhang hinunterzugelangen.

Früher habe es hier an diesen Serpentinen eine Holzkonstruktion gegeben, so Stephan Schütte. Dieses Geländer sei aber zum Teil weggefault gewesen und sei durch herunterfallende Äste beschädigt worden, betonte er. Das Seilgeländer sei nun wesentlich strapzierbarer.

Im dritten Schritt wurden weitere illegale Trampelpfade im unteren Bereich mit Astmaterial massiv zugelegt, um auch hier die Waldbesucherinnen und -besucher auf den bestehenden Wanderpfad zu lenken.

450.000 Menschen gehen jährilich auf den Drachenfels

Anfang Februar konnte jetzt als letzte Maßnahmen die Treppenanlage direkt unter dem Drachenfelsplateau in Angriff genommen werden. Da die WWG Eigentümer des Gebäudes auf dem Drachenfels ist und somit auch Eigentümerin der Treppen, war hier die Wirtschaftsförderung der Stadt Königswinter der Auftraggeber.

„Eine Treppenstufe war soweit ausgewaschen, dass der Unterschied zwischen den Stufen 70 Zentimeter betrug“, beschreibt WWG-Prokurist Michael Bungarz die Schwachstelle. Es sei gar nicht so einfach gewesen, überhaupt ein Unternehmen zu finden. Zahlreiche Firmen sagten ab, weil sie sich scheuten, Ausrüstung und Material so weit nach oben zu schleppen.    

Die neuen Stufen aus Akazienstämmen und ein massives Geländer schützen die Wandernden. Man werde den Weg auch in Zukunft weiterhin ertüchtigen. Die WWG habe dafür extra einen Pflegevertrag abgeschlossen. In Absprache mit der VVS seien auch die Steinmauern unterhalb des Plateaus freigeschnitten worden.

Rechtzeitig zum Beginn der Wandersaison ist somit der komplette Rheinsteig im Abschnitt vom Drachenfels hinunter nach Rhöndorf wieder hergestellt worden. „Wir haben drei Zählstationen und können somit sagen, dass pro Jahr 450.000 Menschen den Drachenfels besuchen“, ergänzt Bungarz. Und die Zählstation, die direkt an einem der beiden Treppenabschnitte angebracht ist, registriert pro Jahr zirka 90.000 Wandernde.