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Wiedereröffnung nach der FlutMeckenheimer Schützen feiern Abschluss der Sanierung

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 Eckehard Haffner steht an der neuen Luftgewehranlage im nach der Flut vom Juli 2021 frisch sanierten Schützenhaus in Meckenheim.

Meckenheim – Vorsichtig überprüft Bernd Luppus, Schützenkönig der St. Sebastianus-Bruderschaft im Jahr 2018, den Sitz des kleinen dunkelbraunen Kreuzes an der Wand. Wie die zwei dunkelgrünen Vereinsfahnen im Keller, die nicht dem Swisthochwasser zum Opfer gefallen waren, konnte es nach umfassender Sanierung wieder an seinen angestammten Platz zurückkehren.

Dankesfeier mit Handwerkern

Im Vereinshaus an der Schützenstraße sind die Grünröcke gerade dabei, den von der Flut betroffenen Räumen den letzten Feinschliff zu verleihen, denn am morgigen Samstag sollen sich die Türen für die  Bürger  öffnen. Abends werden rund 150 geladene Gäste zu einer internen Dankesfeier erwartet. Am Vormittag kann aber jeder vorbeikommen: „Zwischen 10 und 14 Uhr laden wir  zum Tag der offenen Türe in unsere neu renovierte Schützenhalle ein“, so Vize-Präsident Eckehard Haffner. Es werden Führungen durchs Haus angeboten.

Nach den intensiven Aufräum- Säuberungs- und Wiederaufbaumaßnahmen sieht das Gebäude wieder schmuck aus und innen riecht es angenehm nach Holz und Farbe: Die frisch renovierte Halle ziert ein besonders belastbarer Industrie-Vinylboden, an der Stirnseite wurden neue Fliesen angebracht und die Wände erstrahlen in einem frischen Creme-Weiß.

Halle kann wieder gemietet werden

Der 300 Quadratmeter große Raum stehe wieder zur Vermietung zur Verfügung, samt einer neuen Theke und Küchenschränken, frisch gestrichener Garderobe und modernen sanitären Anlagen, erklärte Haffner. Eine begehbare Kühlzelle soll noch geliefert werden. Angeschafft wurden außerdem über 200 Holzstühle und 40 Tische.

Besonders stolz ist der Vize-Präsident auf das schöne weiße Holzdach über der Theke, das v Hauptmann  Lars Willms selbst gezimmert hat. Die Überdachung sorge für mehr Gemütlichkeit in diesem Teil der großen Halle, sind sich die Schützen einig.

Neun Monate war die 80 Mitglieder zählende Bruderschaft damit beschäftigt, die Schäden, die das Hochwasser angerichtete hatte, zu beseitigen. Bei den Abbruch- und Wiederaufbauarbeiten leisteten die Mitglieder circa 2200 Arbeitsstunden. Die Kosten des Wiederaufbaus schlagen mit über eine halbe Million Euro zu Buche. Finanziell ermöglicht wurde die Umsetzung der nach der Flut geschmiedeten Pläne durch das Land NRW, das 525 500 Euro zur Verfügung stellte. Rund 80.000 Euro flossen dem Verein an Spenden zu. „Wir sind froh über diese Wiederaufbauhilfe, ohne sie hätten wir zumachen können“, sagte Eckehard Haffner.

Schützenkönig amtiert seit 2019

2019 feierte die Meckenheimer Schützenfamilie zum letzten Mal ein Schützenfest in den eigenen vier Wänden. Der damalige Schützenkönig Michael Hilbig trägt den Titel bis heute, denn ein neuer konnte noch nicht ermittelt werden. Auf die zwei Coronajahre folgte die Flut, nach der das Vereinsleben erst einmal   brach lag. Allen Widrigkeiten zum Trotz sei es in der schwierigen Zeit des Wiederaufbaus „schön gewesen zu sehen, wie die Bruderschaft in der Not zusammenhielt und die Entscheidungen des Vorstands mitgetragen hat“, erklärten Eckehard Haffner und Bernd Luppus.

 Ihr Dank gelte ebenso den zahlreichen Helfern, die ihnen beim Aufräumen zur Seite standen und die im Rahmen des abendlichen Festakts morgen werden.

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Die Freiwilligen seien nicht nur aus Meckenheim gekommen, sondern aus allen Teilen der Republik, unter anderem „aus Köln, Alfter und Bad Breisig“, zählte Haffner auf.

Beim Entfernen des zerstörten Parkettfußbodens etwa waren Fachleute einer Meckenheimer Handwerksfirma und Firmen aus Düren, Stuttgart (Baden-Württemberg) und Köln mit dabei. Anschließend musste die Halle wochenlang getrocknet werden, denn „Kernbohrungen zeigten, dass auch unter dem Estrich das Wasser stand“.

Böden mussten erneuert werden

Im Sommer wurde ein neuer Spezialboden verlegt. Eingebaut wurde ebenfalls eine neue Heizung und auch die Schießanlagen und die Böden in beiden Schießständen wurden erneuert. „Der Betonboden im Kleinkaliber-Schießstand musste komplett raus, da er sich nach der Flut hob und Sprünge hatte.“ Montiert werden müssen nun noch Schallschutzplatten und bis Ende des Jahres sollen auch die letzten Fliesen verfugt und Zierleisten angebracht werden.

Wall in der Swistaue

Zum Schutz gegen zukünftige Unwetterereignisse mit möglichem Hochwasser setzen die Schützen auf einen von der Stadt geplanten Wall in der Swistaue und auf Objektschutz. So wurden unter anderem die Außenmauern durch einen Spezialputz abgedichtet und es wurden Fluttore angeschafft, die bei Bedarf vor den neun Außentüren angebracht werden können: „Wenn noch einmal ein Alarm kommt, haben wir die Tore mit zwei Mann für alle Eingänge schnell eingesetzt.“ Eine im KK-Stand installierte Ablaufrinne kann Wasser aufnehmen, das durch eine Schmutzwasserpumpe ins Freie befördert wird.