Mehr als 90 Aussteller präsentierten sich an zahlreichen Ständen und mit verschiedenen Aktivitäten beim Rheinbacher Frühlingsmarkt.
Schöne Ideen für OsternFrühlingsmarkt in Rheinbach zog Tausende Besucher an

Viel zu entdecken gab es bei Sue Huhns Ideenwerkstatt.
Copyright: Frank Engel-Strebel
Emma war ganz begeistert, dass der Rutschenberg im Freizeitpark wieder aufgebaut werden soll. Mit viel Schwung hob die 12-Jährige ihren kleinen Bruder Johann (8) in die Luft, damit er eine Murmel in durch die an einem Zaun angebrachten weißen Plastikrohre auf dem Rheinbacher Frühlingsmarkt kullern lassen konnte. Emma und ihre Mutter Kerstin Nolden erinnerten sich nämlich noch gut an die tollen Rutschen im Freizeitpark. Die sind allerdings seit 2020 abgebaut, wie Thomas Spitz vom städtischen Organisationsteam des Frühlingsmarktes erläuterte.
Spendenaktion unterstützt Wiederaufbau des Rutschenbergs
Doch die beliebte Freizeitaktion soll wieder errichtet werden, wenn alles gut läuft sogar noch in diesem Jahr. Da die kommunalen Kassen klamm sind, hatte Bürgermeister Daniel Phiesel die Idee, den Rutschenberg mit Hilfe von Sponsoren und Spendenaktionen wieder aufbauen zu lassen. Eine der Aktionen war die Murmelrutsche auf dem Rheinbacher Frühlingsmarkt. Die Idee dahinter: Gegen eine Spende konnten Eltern ihre Kinder Murmeln durch die Röhren kullern lassen: „Wir dachten ans Murmeln, denn das hat wie das Rutschen auch etwas mit Gefälle zu tun und am Ende kommen alle gut unten wieder an und haben ihren Spaß“, erläuterte Spitz.

Das Organisationsteam (von links): Bettina Rossi, Thomas Spitz und Steffi Scherer.
Copyright: Frank Engel-Strebel
Jede Menge Spaß dürften die vielen Besucher auch gehabt haben, die am Sonntag auf den Himmeroder Wall gekommen waren. 93 Aussteller, so viele wie noch nie, darunter Kunsthandwerker und Künstler aus Rheinbach und Umgebung sowie Vereine und Einrichtungen aus der Glasstadt präsentierten sich und ihre Angebote. Auch 23 neue Aussteller waren dabei: „Wir möchten unseren Besuchern jedes Jahr eine bunte Mischung bieten, Neues ebenso wie Bewährtes“, schilderte Steffi Scherer, die gemeinsam mit Thomas Spitz und Bettina Rossi von der Stadt Rheinbach den Frühlingsmarkt organisiert hatte.
Produkte aus dem „Knastladen“
Erstmals dabei waren Mitja Bayer und Markus Geszler. Beide sind Tischlermeister und arbeiten in der Justizvollzugsanstalt Rheinbach als Betriebsleiter im Bereich Arbeitstherapie. Dort haben Inhaftierte die Möglichkeit, im Rahmen einer Ausbildungsmaßnahme Grundlagen im Holzhandwerk er erlernen. Einige der Produkte, darunter ein Dominospiel, Stühle oder Unterlegbretter für die Küche wurden beim Frühlingsmarkt verkauft. Sie können aber auch online über das Portal „Knastladen“ geordert werden.

Angelika Giersdorff (rechts) und Angelika Skupnik stellten die Initiative „Blickwechsel“ vor.
Copyright: Frank Engel-Strebel
„Unsere Gesellschaft braucht das Ehrenamt, denn das Ehrenamt ist nicht nur der Kitt der Gesellschaft, sondern mittlerweile auch der Spiegel der Gesellschaft, denn in Regionen mit viel Ehrenamt finden wir viele Gruppierungen in rechten und linken Bereichen nicht und andersrum, daher sind wir auf dem Frühlingsmarkt dabei, um sichtbarer zu werden“, schilderte Angelika Giersdorff vom 2014 gegründeten Freiwilligenzentrum „Blickwechsel“.
Gemeinsam mit Gründungsmitglied Angela Skupka informierte sie darüber, wie Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten, das für sie passende Ehrenamt finden. Die Initiative bringt aber auch Organisationen zusammen, die Freiwillige suchen, die sie unterstützen. Immer donnerstags von 14 bis 16 Uhr können sich Interessierte in der Verwaltung des Glasmuseums (Himmeroder Wall 6) einfinden, oder sich unter (0 22 26) 917 20 informieren.

Britta Beckmann präsentierte Köstlichkeiten aus der Genuss-Schule Alfter.
Copyright: Frank Engel-Strebel
Wer schöne Frühlings- oder Osterideen suchte, der wurde an den zahlreichen Ständen der Aussteller sicherlich fündig, beispielsweise bei Anja Cabot, die personalisierte Geschenkkörbchen, Filztaschen oder Beutel für Sandspielzeug herstellte. Diese wurden direkt vor Ort mit den Namen der Käufer der Beschenkten versehen. Große und kleine Tierfiguren waren der Hingucker am Stand von Sue Huhns „Ideenwerkstatt“. Sie gibt Kurse und stellt mit ihren Teilnehmern Figuren aus „Powertex“ her, einem Mix aus Steinholzzellulosemehl und Textilhärter. Die Kreationen werden mit einem wetterfesten Speziallack versehen und können so auch im Garten aufgestellt werden.
Kulinarische Leckereien zum Probieren und Entdecken
Auch kulinarische Leckereien gab es zum Probieren und zum Entdecken, etwa am Stand der Genuss-Schule aus Alfter. Passend zur anstehenden Grillsaison gab es eine würzige „Grilltunke aus Alfter“ nach einem Spezialrezept. Und zu deftigen Bratwürstchen oder Steaks empfahl Britta Beckmann vom Schulteam eine Flasche „Zwitscherli“, einen leichten Rivaner. Der Hof Grunsrück bot alles rund ums Ei von Eiernudeln bis zum Eierlikör an, am Stand des Obsthofes Weiler gab es nicht nur frische Säfte, sondern auch Wild- und Bruderhahnprodukte. Reichlich war auch das Angebot an frühjahrstypischen Blumen oder Pflanzen, so dass für jeden Geschmack etwas dabei war.
Kleine und große Naturfans konnten im Naturparkzentrum ihr eigenes Kräuterbeet im Tontopf zusammenstellen. Im Glasmuseum gab es eine Frühlingsfarben-Rallye für Kinder, einen Maltisch mit Mandalas zum Ausmalen und es konnten Kaleidoskope gebastelt werden. Kompetente Ansprechpartner standen den Besuchern des Römerkanal-Infozentrums mit Rat und Tat zur Seite. Zudem nutzten viele Besucher das Angebot der örtlichen Einzelhändler zum verkaufsoffenen Sonntag ihr Geschäfte geöffnet hatten.
