Frühere Freundin schwer verletztPrügelnder Ex trifft auf milde Richter in Bonn

Das Landgericht in Bonn (Symbolbild)
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Bonn/Sankt Augustin – Zwei Wochen zuvor hatte das Paar sich getrennt. Als die beiden sich am 19. September bei einer WG-Party in Sankt Augustin erstmals wieder begegneten, ging das komplett schief: Der 20 Jahre alte Student hatte für das Fest einen Couscous-Salat vorbereitet, den er ihr nicht ohne Stolz präsentierte und die Ex-Freundin auch probieren ließ. Die 19-Jährige jedoch machte eine abfällige Bemerkung – mit dem verbitterten Zusatz, dass sie in der Zeit mit ihm sowieso Essstörungen bekommen habe.
In erster Instanz zu Geldstrafe verurteilt
Das war für den Studenten, der schwer mit der Trennung zu kämpfen hatte, wohl zu viel. Er nahm die Salatschüssel und schleuderte ihr den Inhalt ins Gesicht. Anschließend schlug er ihr drei Mal mit der Faust ins Gesicht.
Das Amtsgericht hatte den Studenten der Bundeswehr in erster Instanz wegen Körperverletzung zu 3250 Euro (50 Tagessätze à 65 Euro) Geldstrafe und zu einem Schmerzensgeld von 1000 Euro verurteilt. Immerhin hatte die 19-Jährige einen Nasenbeinbruch erlitten, der operativ gerichtet werden musste.
Freunde hielten den Schläger fest, um Schlimmeres zu verhindern
Der Student jedoch konnte sich im Prozess nur an den spontanen Couscous-Wurf erinnern. Die Schläge hingegen müsse er ausgeblendet haben: „Ich hatte wohl einen Blackout.“ Als er wieder zu sich gekommen sei, hätten Freunde ihn festgehalten, um Schlimmeres zu verhindern.
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In der Berufung vor dem Bonner Landgericht stieß der Couscous-Werfer auf milde Richter, die das Verfahren einstellten. Es sei nicht ausgeschlossen, so der Vorsitzende der 8. Strafkammer, dass der 20-Jährige sich damals in einer tiefgreifenden Depression – möglicherweise auch durch die Trennung verschärft – befunden habe. Denn zwei Wochen nach dem Couscous-Vorfall musste er sich wegen psychischer Auffälligkeiten in die Landesklinik begeben und ist seitdem krankgeschrieben.
Wichtig war den Richtern jedoch, dass der Angeklagte der Ex-Freundin das Schmerzensgeld zahlt. Die 19-Jährige hatte zuvor dem Gericht erzählt, die Situation sei ein „Albtraum“, den sie nicht vergessen könne.



