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Künstler Gunter Demnig18 neue Stolpersteine in Bonn verlegt

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An der ehemaligen Burgschule in der Burgstraße verlegte Gunter Demnig einen Stolperstein für Joseph Roth, der am 22. Januar 1945 an Folgen der Haft im KZ Buchenwald gestorben war.

Bonn – 18 weitere Stolpersteine erinnern seit Donnerstag an Bonner, die in der NS-Zeit ermordet wurden, Gefängnishaft oder Konzentrationslager überlebt haben oder vor dem NS-Terror geflohen sind. In diesem Jahr wurden auch erstmals Steine für eine Zwangsarbeiterin und ein Opfer der Militärjustiz verlegt.

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte die kleinen Gedenktafeln aus Messing im Trottoir an den letzten Wohnorten der Opfer. Die Gedenkstätte und NS-Dokumentationszentrum Bonn koordiniert und organisiert seit 2002 die Aktionen in Bonn. In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Bonn werden alle Informationen über die Person überprüft, an die der Stein erinnern soll. Insgesamt wurden mittlerweile 325 Stolpersteine in Bonn verlegt. Darunter ist jetzt auch einer für Joseph Roth, dessen Todestag sich am 22. Januar zum 75. Mal jährte.

Dei stellvertetende Bad Godesberger Bezirksbürgermeisterin Nicole Unterseh erinnerte an der ehemaligen Burgschule in der Burgstraße an den 1896 geborenen Volksschullehrer und Vorsitzenden der Zentrumspartei in Bad Godesberg. Er hatte an der Schule lange gearbeitet und war nach dem Attentat auf Hitler im Rahmen der Aktion Gewitter verhaftet worden. Joseph Roth starb am 22. Januar 1945 an Folgen der Haft im KZ Buchenwald. Seit 2000 ist Roth Märtyrer der Katholischen Kirche.

Namen und Orte

Stolpersteine wurden verlegt: Berta-Lungstras-Straße 35: Helmut Hengstler; Berliner Freiheit 36: Celine, Alice und Ernest Weill; Berliner Freiheit 21/Ecke Belderberg: Alfred, Julie Hilde, Hans und Wolf Rywen Biglajzer; Belderberg 13: Adele und Leon Janssen; Kaiserstraße 22: Emilie Goldstein; Kirschallee 3: Nina Baryschnikowa; Burgstraße 46: Julie, Karoline, Martha und Theodor Oster. (wki)

Unterseh erinnerte daran, dass in Bonn und Bad Godesberg zahlreiche Spuren an das Leben und Wirken Roths gebe. So wurde unter anderem eine Straße in Friesdorf nach ihm benannt, zahlreiche Beiträge in den Godesberger Heimatblättern haben sich seinem Leben gewidmet, sein Grab auf dem Friesdorfer Friedhof wurde 2005 zum Ehrengrab erklärt. In der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus wird Josef Roth ebenfalls thematisiert und auch im vom Stadtarchiv herausgegebenen „Gedenkbuch verfolgter Stadt- und Gemeindeverordneter“ ist der Bad Godesberger mit einer biografischen Skizze vertreten. (wki)