Auf Kreisebene ist die Kreuzung längst im Fokus. Alle Beteiligten sind alarmiert und arbeiten an einer Verbesserung.
Kreuzung „Vier Bänke“Behörden suchen nach Lösungen für gefährliche Kreuzung in Swisttal

Bei einem Unfall im April 2025 stießen diese zwei Autos an der prekären Stelle zusammen.
Copyright: Marius Fuhrmann
Freitagmittag, gegen 13.50 Uhr rückten Polizei und Feuerwehr in Swisttal zu einem Unfall aus. Offenbar beim Abbiegen waren drei Fahrzeuge miteinander kollidiert, eine Person wurde leicht leicht verletzt. Für die Einsatzkräfte eine Art Déja-Vu: Denn der Unfall ereignete sich an der Kreuzung der B56 mit der L163. Seit Jahren kommt es hier immer wieder zu schweren Zusammenstößen– mit teils erheblichen Folgen für die Beteiligten.
Die Kreuzung, bekannt als „Vier Bänke“, ist ein Brennpunkt im regionalen Straßenverkehr. Verwaltung, Kreis und Polizei sind alarmiert und arbeiten an möglichen Verbesserungen.
Unfallträchtige Kreuzung
Die aktuellen Zahlen zeigen eine anhaltend kritische Lage: Im Jahr 2024 wurden bei Unfällen vier Menschen leicht verletzt, einmal entstand Totalschaden an den beteiligten Fahrzeugen. 2025 wurden fünf Menschen leicht verletzt, bei einem Unfall vergangenen März musste ein Mann schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen werden. Die Gemeinde Swisttal sieht Handlungsbedarf: „Die Kreuzung ‚Vier Bänke‘ ist seit vielen Jahren als unfallträchtig bekannt. Jeder Unfall ist einer zu viel – insbesondere angesichts der teils schweren Folgen für die Betroffenen“, erklärt Sprecherin Anna Peters. Die Einsätze stellten zudem eine erhebliche Belastung für die örtlichen Rettungskräfte und die Feuerwehr dar.
Die Verwaltung dränge auf Lösungen. „Wir nehmen die aktuelle Unfallsituation sehr ernst, die Zuständigkeit für die B 56 und die L 163 liegt allerdings bei den jeweiligen Straßenbaulastträgern – insbesondere bei Straßen NRW. Die Gemeinde selbst kann daher keine baulichen Maßnahmen beschließen, sondern lediglich auf Verbesserungen hinwirken.“ Dennoch stehe die Gemeinde in einem Austausch mit den zuständigen Behörden. Diskutiert würden Peters zufolge bauliche Lösungen, wie beispielsweise ein Kreisverkehr, aber auch verkehrsregelnde Maßnahmen wie eine optimierte Ampelschaltung.
Bezüglich eines Kreisverkehrs teilt Torsten Gaber, Sprecher von Straßen NRW, mit: „Das müsste erst einmal im Detail geprüft werden, bisher bestand aber kein Anlass und kein Auftrag dafür.“ Aus fachlicher Sicht sei die derzeit effektivste Maßnahme zur Steuerung des Verkehrs die Ampelanlage. „Bevor der Bau eines Kreisverkehrs in Betracht gezogen wird, wird geprüft, ob eine Anpassung der Ampelphasen zu Verbesserungen führt.“ Aussagen, dass ein Kreisverkehr an einem solchen Verkehrsknotenpunkt geeigneter sei, könne man pauschal nicht treffen.

Bei einem Unfall im April 2025 stießen diese zwei Autos an der prekären Stelle zusammen.
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Straßen NRW führe als Straßenbaulastträger ohnehin nur Entscheidungen der Unfallkommission aus. Dieser gehörten das Straßenverkehrsamt, die Polizei, Straßen NRW und die Gemeinde Swisttal an, sagt Antonius Nolden, Sprecher der Kreisverwaltung. „Beschlüsse werden einvernehmlich gefasst.“ Die Zuständigkeit im Sinne der Straßenverkehrsordnung habe das Straßenverkehrsamt inne. „Hierzu zählt auch das Signalprogramm der Ampel, also wer wie lange Grün hat. Entscheidungen, die bauliche Maßnahmen betreffen, muss Straßen NRW umsetzen.
Auch auf Kreisebene ist die Kreuzung längst im Fokus. „Die Kreuzung B 56/L 163 wird von der Unfallkommission des Rhein-Sieg-Kreises als Unfallhäufungsstelle geführt“, erklärt Nolden. Die Analyse der Unfallursachen habe ein klares Muster ergeben: „Bei den meisten Verkehrsunfällen hatten Autofahrer das eigene Rotlicht missachtet, was zu Kollisionen führte. Da solche Unfälle zumeist auf Unachtsamkeit und menschlichem Fehlverhalten fußen, hat die Unfallkommission Straßen NRW angewiesen, die Signalgeber der Ampeln zu überprüfen.“
Technische Mängel seien nicht festgestellt worden. Dennoch seien im Bereich der Kreuzung Schilder aufgestellt worden, die auf die Ampel hinwiesen. Seitdem habe es keine Unfälle mehr wegen Rotlichtverstößen gegeben. Allerdings haben sich im Laufe des Jahres 2025 stattdessen erste Verkehrsunfälle beim Abbiegen ereignet. Auch die Unfälle, die sich in 2026 ereigneten, werden diesem Unfalltyp zugeordnet“, berichtet Nolden. „Warum es an dieser Kreuzung mit an sich klarer Regelung nun verstärkt zu Vorfahrtsverletzungen kommt, muss die Unfallkommission noch analysieren.“
Vergangene Woche fand das jährliche Zusammentreffen der Unfallkommission statt. „Es wurde beschlossen, die Signalisierung an der Kreuzung anzupassen. Im ersten Schritt soll für die Linksabbieger auf der B 56 ein Gelbblinker installiert werden. Dieser weist darauf hin, dass trotz Abbiegen bei grüner Ampel auf den Gegenverkehr zu achten ist der Vorfahrt hat“, teilt Nolden mit.
Wenn das nicht ausreiche, sollten die Abbiegespuren der B 56 eine eigene Grünphase erhalten – wie es auf den Ästen der L 163 bereits Praxis sei. „Das würde allerdings zu längeren Staus und Wartezeiten führen“, betont Nolden. Es sei ein Versuch, der von der Unfallkommission weiter beobachtet werde. Bis die Anlagen mit dem gelben Warnblinker installiert würden, vergingen jedoch noch einige Wochen.
