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Der Weg zurück in den AlltagAus der „Lalaburg“: Wie eine Lehrerin aus Bad Münstereifel ihre Klinikzeit vertont

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Podcast aus der „Lalaburg“

In zehn rund fünfminütigen Folgen erzählt die Bad Münstereifelerin locker und ironisch von drei Monaten in der psychosomatischen Klinik – ein Buch soll bald folgen.

Es klingt wie eine Sprachnachricht an einen guten Freund. „Hey du, sorry, wenn ich mich so lange nicht gemeldet habe.“ So beginnt der Podcast „Bestens gestört in fünf Minuten“. Und der Ton bleibt so durch alle zehn Folgen, locker, ironisch, humorvoll, auch sarkastisch. Dabei ist das Thema wirklich ernst. Dominique Lütz hat ihren Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik verarbeitet, oder, wie sie sagt: die Zeit in der Lalaburg.

Aus drei Wochen wurden drei Monate

Die 51-Jährige ist Lehrerin. Im vergangenen Jahr habe sie gemerkt, dass sie tief erschöpft gewesen sei. So erschöpft, dass sie eine Auszeit gebraucht habe. „Es musste etwas passieren“, sagt sie. Als sie in die psychosomatische Klinik kam, war sie überzeugt, nach drei bis vier Wochen wieder zu Hause zu sein. Es sollten volle drei Monate werden.

Ernste Themen mit trockenem Humor

Die Hoffnung auf baldige Entlassung, die Enttäuschung, noch bleiben zu müssen, die Begegnungen in der Klinik, all das schildert Dominique alias Linda Lütz in den nur rund fünf Minuten langen Episoden. Die sind vergnüglich, auch wenn hinter den scherzhaften Formulierungen oft Ratlosigkeit und Verzweiflung durchschimmern.

Von der Idee zur Umsetzung

Ihr trockener Humor half nicht nur der Bad Münstereifelerin, sondern unterhielt auch die anderen Patienten. Eine habe sie auf die Idee mit dem Podcast gebracht: „Das musst du mal aufnehmen“, habe die Frau gesagt. Doch als sie endlich wieder zu Hause war, hat Dominique Lütz erst einmal angefangen, ein Buch zu schreiben. Die Idee mit dem Podcast ließ sie aber nicht los. „Das ist gar nicht so schwierig“, erzählt sie. Ihr Mann spielt Gitarre, er hat die Episoden mit Musik unterlegt. Und das Einsprechen der Texte habe tatsächlich gut getan.

Positive Resonanz der Hörer

Das Echo sei weitestgehend positiv. Zwei Kommentare seien ihr besonders in Erinnerung geblieben. Eine Bekannte habe gesagt: „Das hat mir so geholfen, ich war selbst in der Klinik.“ Und jemand, der in einer Reha-Klinik arbeitet, meinte, es habe ihm geholfen, die andere Sichtweise, die der Patienten, besser zu verstehen.

Mehr als ein Burnout: Der Weg zurück in den Alltag

Dominique Lütz lernte während des Klinikaufenthalts, dass ihre Erschöpfung nicht nur ein Burnout war. Sondern dass dahinter Probleme aus der Kindheit und eine Borderline-Störung stecken. Sie sei immer noch in ambulanter Behandlung, der Weg zurück in den Alltag sei das Schwierigste: „Aber ich habe einen tollen Mann, der mich auffängt.“ Ihr Fazit sei, dass man bei solchen Problemen zwar Hilfe braucht, aber vor allem selbst an sich arbeiten muss.

Fortsetzung offen, Buch soll Ende des Jahres erscheinen

Ob es mit dem Podcast, der bisher zehn Folgen hat, weitergeht, weiß sie noch nicht. Eigentlich fordere das Ende ja eine Fortsetzung, sagt sie. Und genügend Stoff habe sie allemal. Aber erst einmal müsse das Buch fertig sein. Das soll Ende des Jahres erscheinen. Den Podcast „Bestens gestört in fünf Minuten“ kann man kostenlos auf Spotify anhören. (uj)