Der 100 Stimmen starke, gemischte Chor füllte die Jesuitenkirche zweimal. Die Konzerte bildeten den Auftakt zum Jubiläumsjahr.
100 AktiveKonzerte des Mutscheider Gesangvereins in Bad Münstereifel waren ein Erfolg

Der 100 Stimmen starke Mutscheider Gesangsverein leitete mit seinem nachträglichen Weihnachtskonzert in der Jesuitenkirche in Bad Münstereifel sein Jubiläumsjahr zum 100-jährigen Bestehen ein.
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Mit einer sehr gefälligen Musik – das heißt: eingängigen Rhythmen, bekannten und schönen Melodien und Liedbearbeitungen zum Mitsingen – gewannen die Musiker beim Weihnachtskonzert zum 100-jährigen Bestehen des Mutscheider Gesangsvereins in der Jesuitenkirche in Bad Münstereifel schnell die Herzen des Publikums. Starken Applaus gab es schon beim Einzug des Orchesters, der Sänger, der Solisten und des Dirigenten. Das Publikum in der voll besetzten Jesuitenkirche war offensichtlich bereits vor dem Auftritt überzeugt: Das wird ein schönes Konzert.
Unter dem Dirigat und der musikalischen Leitung von Dominik Bützler präsentierten die rund 100 Sänger unter anderem Stücke von Georg Friedrich Händel, César Franck, Johann Sebastian Bach und John Rutter. Mit dem ersten Lied „Adeste fideles“, zu Deutsch „Herbei, o ihr Gläubigen“, füllte der Chor klanglich mit der Unterstützung des Orchesters vielversprechend den Raum. Zwei Konzerte wurden am Wochenende gegeben. Beide waren ausverkauft. Extra aufgestellte Stühle ergänzten die Bankreihen. Bützler berichtete am Ende des zweiten Abends den Besuchern, dass die Karten für das zweite Konzert bereits nach zehn Tagen allesamt vergeben waren.
33 Berufsmusiker unterstützten den Chor bei seinen Auftritten
Die 33 Berufsmusiker des Orchesters spielen gewöhnlich nicht zusammen. Auf Initiative und über die Kontakte Bützlers wurden die Musiker mit Bezug zur Hochschule für Musik und Tanz in Köln zu diesem nachweihnachtlichen Konzert eingeladen. Ihre Professionalität zeigte sich schnell. Sensibel unterstützten die Musiker den Chor und die Solisten. Nie zu laut und zu aufdringlich legten sie einen schönen instrumentalen Teppich unter den Gesang. Bützler gab allen die nötige Klarheit für Rhythmus, Einsatz und Gestaltung. Der Seelsorgebereichsmusiker Andreas Schramek unterstütze ihn von der Orgel oder vom Klavier aus.
Die meist schwungvolle Weihnachtsmusik brachte den Sängern die nötige Energie für hohe Passagen und Tonsicherheit. Lediglich an seltenen, ruhigen Stellen zu Anfang, wenn naturgemäß die Körperspannung etwas nachlässt, sanken Teile des Chors ein wenig unter die gewünschte Tonhöhe. Zweifelhaft, ob bei so schönen Klängen überhaupt jemand Notiz davon genommen hat. Denn der Abend wurde an keiner Stelle langweilig oder anstrengend, und der Zusammenklang des Chores war überzeugend harmonisch.
Schön, dass ich das hier erleben konnte.
Einige Bearbeitungen bekannter Weihnachtsstücke hatten sowohl einen deutschen als auch einen englischen Text und lehnten sich an Popmusik an. Das holte den Abend aus klassischer Schwere und machte ihn auch für ungeübte Konzertbesucher zu einem Genuss.
Solo-Einlagen gab es auch. Die Sopranistin Cecilia Acs berührte mit ihrer Interpretation des bekanntesten „Ave Maria“ von Bach und Gounod. Und die Altistin Francisca Beaumont, die auch Stimmbildnerin des Chores ist, bewältigte das stimmlich anspruchsvolle Stück „Bereite dich Zion“ von Bach mit deutlicher Aussprache und schöner Klangfarbe.
Den Schlusspunkt des Programms setzte das Halleluja von Händel
Sehr beeindruckend waren auch zwei Trompeter, die als Nicola und Paulo vorgestellt wurden. Erwähnt wurde, dass einer von beiden erst zwei Tage vorher von seinem „Glück“ wusste und für einen kranken Kollegen einsprang. Umso erstaunlicher war es, wie die beiden Musiker Antoni Vivaldis Trompetenkonzert mit seinen schnellen Sechszehntel-Noten fast perfekt übereinanderbekamen.
Das Halleluja von Händel stand am Schluss des offiziellen Musikprogramms. Aber nach den Standing Ovations des Publikums hatte Bützler noch zwei Zugaben zum Mitsingen parat. Es waren die Klassiker „Oh, du fröhliche“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ in ungewohnt frischen Arrangements.
„Herzerwärmend“, meinte eine Zuhörerin beim Hinausgehen aus tiefer Seele. Elisabeth Kump, so ihr Name, singt selbst in drei Chören und stammt ursprünglich aus Köln. Sie gehörte zu den Glücklichen, die noch eine Karte für einen der Abende ergattern konnte. Ihre Begeisterung fasste sie spontan in einem Satz zusammen: „Schön, dass ich das hier erleben konnte.“ So dürften einige empfunden haben, denn viele umringten nach dem Konzert den Dirigenten Bützler, um ihm herzlich für das Konzert zu danken.

