Euskirchen/Stotzheim – Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt. Die Stadt Euskirchen will deshalb neue Baugebiete ausweisen. Der Ausschuss für Umwelt und Planung hat jetzt die notwendigen Verfahrensschritte eingeleitet. Alles in allem sollen in der Kernstadt und in Stotzheim bis zu 240 Wohneinheiten entstehen.
Erftquartier
Die Euskirchener Baugesellschaft (Eugebau) will im Karree zwischen Keltenring, In den Herrenbenden, Erftbleiche und Erftstraße neun Mehrfamilienhäuser errichten. Damit soll das Wohngebiet verdichtet werden, das das Unternehmen bereits in den 1960er-Jahren entwickelt hatte, damals mit acht Blocks.
Die neuen Objekte in der Nähe der Erftaue und der Grünanlage am Veybach sollen maximal dreistöckig ausfallen, wobei je nachdem ein Staffelgeschoss hinzukommt. Das heißt, dass eine zusätzliche Ebene entsteht, die gegenüber den darunterliegenden Etagen zurückspringt.
Nachverdichtung
Mit der Nachverdichtung des Areals werde „die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum“ gedeckt, schrieb der Technische Beigeordnete Oliver Knaup in der Sitzungsvorlage für den Planungsausschuss, der die Stadtverwaltung einstimmig damit beauftragte, ein Bebauungsplanverfahren in die Wege zu leiten.
Die neun neuen Häuser sollen Platz für 122 barrierefreie Wohnungen bieten. Für die Autos der Bewohner ist ein dreigeschossiges Parkdeck mit etwa 120 Stellplätzen vorgesehen.
In der Projektbeschreibung der Eugebau heißt es: „Für die Stadt Euskirchen ergibt sich mit minimalem Aufwand eine seltene Gelegenheit, bezahlbaren innerstädtischen Wohnraum mit Anbindung an Grünflächen und hoher Aufenthaltsqualität herzustellen.“ Das Konzept soll in einer Bürgerversammlung vorgestellt werden.
Stotzheim
Euskirchens größter Außenort, Stotzheim, soll erneut wachsen. Eine Projektentwicklungsgesellschaft will die Lücke zwischen der Jakob-Brücker-Straße und dem südlich gelegenen Wohngebiet schließen, das von der Sonnenstraße und der nach Roitzheim führenden Kreisstraße 1 begrenzt wird. Zwei Abschnitte sind vorgesehen.
Zunächst sollen im südlichen Teil knapp 40 Grundstücke für Einfamilien- und Doppelhäuser ausgewiesen werden. Die Größe variiert zwischen 400 und 700 Quadratmetern. Hinzu kommen zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt bis zu 18 Wohnungen.
Der nördliche Abschnitt soll später in Angriff genommen werden – „wenn die betroffenen Grundstücke zur Verfügung stehen“, so die Stadtverwaltung. Auch für dieses Areal haben die Investoren bereits ein Konzept erarbeitet. Es bietet Platz für zwölf Einzel- oder Doppelhäuser sowie ein Mehrfamilienhaus.
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Die Fraktionen im Planungsausschuss begrüßten das Vorhaben im Grundsatz, drängten aber darauf, dass in dem Wohngebiet ein Kinderspielplatz in angemessener Größe angelegt werden soll. Der bestehende Spielplatz an der Jakob-Brücker-Straße sei auf Dauer zu klein.
Die Pläne für Stotzheim sollen der Bevölkerung ebenfalls in einer Versammlung erläutert werden.
Billiger Straße
Das Gebäude an der Billiger Straße in Euskirchen, in dem bis 2012 ein Edeka-Markt untergebracht war, wird bald von der Bildfläche verschwinden. Der Stadtverwaltung liegt bereits ein Abbruchantrag vor, wie Dezernent Knaup im Planungsausschuss mitteilte. So soll Platz entstehen für vier große Stadthäuser mit bis zu vier Geschossen und insgesamt 25 Wohneinheiten sowie für eine Tiefgarage.
Das Gelände, zu dem auch ein nicht mehr genutzter Parkplatz gehört, ist etwa 3500 Quadratmeter groß. Es erstreckt sich 25 Meter entlang der Billiger Straße und 100 Meter entlang der Südstraße.
Die Politiker waren angetan von den Plänen für die brachliegende Fläche. Das Areal sei ja schon vor dem Edeka-Abschied „kein städtebauliches Juwel“ gewesen, sagte Georg Tulbure (CDU). Annegret Milbert (FDP) meinte, es sei gut, dass dort etwas Neues entstehe, und schwärmte von der „tollen Wohnlage“.

