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Neubaugebiet  SchlatherbergAnwohner warten seit Jahren auf Straßenausbau in Blankenheim

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Die genannten Personen stehen an einer Erschließungsstraße in einem Neubaugebiet, Matthias Stegemann deutet auf Schäden der groben Asphaltdecke.

Risse, Löcher und Flicken: Die Anlieger im Neubaugebiet Schlatherberg haben die vollständige Erschließung ihrer Grundstücke mit dem Grundstückskauf schon vor Jahren bezahlt und warten darauf, dass endlich damit begonnen wird: Matthias Stegemann (v.r.), Michael Schmitz sowie Nicole Handke mit ihren Kindern Henri, Laura und Clea.

88 Anlieger des Neubaugebiets Schlatherberg sind sauer: Sie fordern die Gemeinde Blankenheim auf, die Erschließung endlich umzusetzen.

Es ist das Vorzeige-Neubaugebiet in der Gemeinde Blankenheim. An einer Hanglage zwischen Blankenheim und Blankenheimerdorf sind seit dem Verkaufsstart 2003 fast 100 Neubaugrundstücke bebaut worden. Schmucke Einfamilienhäuser reihen sich aneinander. Ein Beispiel für eine gelungene Baupolitik im Rathaus.

Doch der erste Eindruck trügt. Denn wer mit dem Auto ins Neubaugebiet fährt, muss mit Schlaglöchern und Rissen im nur grob asphaltierten Belag rechnen. Und da der Abfluss des Oberflächenwassers bei Starkregen ebenfalls noch nicht richtig funktioniert, schlimmstenfalls mit einem gefluteten Garten, sagen Anlieger des Wohngebietes.

Der Endausbau der mit dem Kaufpreis bezahlten vollständigen Erschließung lässt im Neubaugebiet Schlatherberg auf sich warten. Seit Jahren. Das haben 88 Anwohner bis zum 11. November 2024 hingenommen. Dann reichte es ihnen: Sie schickten an diesem Tag eine Unterschriftenliste an Bürgermeisterin Jennifer Meuren und die Fraktionen im Gemeinderat.

Anlieger befürchten Straßenausbau erst nach dem Jahr 2030

In einer der Redaktion vorliegenden E-Mail kritisieren die Anlieger die Umsetzung der mit dem Kaufpreis versprochenen vollständigen Erschließung ihres Neubaugebietes erst nach Fertigstellung des grundhaften Ausbaus der Straße Nürburgstraße/Aachener Straße, die unterhalb des Neubaugebietes verläuft. „Und damit wie derzeit beabsichtigt erst in den Jahren 2030+“, heißt es in dem Protestschreiben.

Da es seitdem lediglich im Herbst 2025 ein Gespräch der Anliegervertreter Axel Steinmann, Matthias Stegemann und Markus Auel mit Bürgermeisterin Jennifer Meuren gab, ansonsten aber offenbar nichts passierte, wendeten sich die Anliegersprecher mit ihrem Unmut jetzt an die Redaktion. Ortstermin im Neubaugebiet: Matthias Stegemann, Nicole Handke mit ihren Kindern und Anlieger Michael Schmitz warten an einer Straßenecke. Wobei der Begriff „Straße“ sich eher auf die entsprechenden Straßenschilder bezieht: Der Asphalt ist ein Flickenteppich. Es gibt Löcher, Risse und grobe Unebenheiten. Für einen befestigten Wirtschaftsweg würde das alles wohl reichen.

Klar ist bisher nur: Der Endausbau wird kommen. Und es wird keine Nachforderung für die Ausbaubeiträge der Anlieger seitens der Gemeinde geben. Und das trotz zwischenzeitlich gestiegener Baupreise, so Bürgermeisterin Meuren auf Anfrage. Was sich fast schon wie ein großes Entgegenkommen der Verwaltung für ein Versäumnis anhört, das die Anlieger im Neubaugebiet nicht zu verantworten haben. Meuren versichert: „Die Mehrkosten trägt die Gemeinde über den kommunalen Haushalt.“

Gemeinde Blankenheim sieht „keine zeitliche Frist“ für Endausbau

Aber die Fragen, was eigentlich mit den gezahlten Anliegerbeiträgen für die Erschließung bisher geschehen ist, ob sie etwa auf einem Treuhänderkonto liegen, und wie hoch die vereinnahmte Summe an Erschließungskosten ist, die für die Käufer nicht aufgeschlüsselt im Gesamtpreis von – je nach Lage – zwischen 53 und 58 Euro pro Quadratmeter enthalten sind, beantwortet Meuren auch auf Anfrage nicht.

Offen ist streng genommen auch nach wie vor, wann mit der Enderschließung tatsächlich begonnen wird. Es bestehe jedenfalls keine gesetzliche zeitliche Frist, sagt die Bürgermeisterin. Bisherige Verzögerungen begründet sie auch mit dem schleppenden Verkauf der Grundstücke. Man plane in Abstimmung mit dem Gemeinderat den Ausbau der Erschließungswege „im unmittelbaren Anschluss“ an die Baumaßnahme Aachener Straße/Nürburgstraße, die aktuell läuft, so Meuren. Ein Planungsbüro sei beauftragt, und mögliche Synergien durch die Koppelung der beiden Straßenbauprojekte seien geprüft worden. Haushaltsmittel seien seit 2025 eingestellt. 2027 sollen nun die Planungen den Anliegern im Neubaugebiet vorgestellt werden, doch der eigentliche Baubeginn ist derzeit weiter offen.

Für Matthias Stegemann und die anderen Anlieger bedeutet das: weiter warten. Er habe das Gefühl, für „dumm verkauft“ worden zu sein, so Stegemann. Er habe schlicht den Eindruck, dass alle Baumaßnahmen, für die es Förderprogramme gebe, bevorzugt umgesetzt würden. Für die vollständige Erschließung ihres Neubaugebietes können die Anlieger offenbar darauf nicht hoffen.

Von den Ratsfraktionen erhielten die Anlieger bislang keine Antworten

Dieser Vermutung stimmte Bürgermeisterin Jennifer Meuren schon am 19. Dezember 2024 in ihrem Antwortschreiben nach Erhalt der Unterschriftenliste der Anlieger zu. Die Konsequenz: Das Abrufen von Fördergeldern für Straßenbauprojekte und dann deren Umsetzung müsse Vorrang haben, um die Belastungen für den Gemeindehaushalt über den Eigenanteil und damit für alle Steuerzahler gering zu halten, so Meuren. Das bedeutet aber: Erschließungsstraßen rutschen nach hinten.

Und was sagt die Politik dazu? Stegemann als Sprecher der Schlatherberg-Anlieger ärgert, dass es nach seinen Angaben bisher von keiner der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen eine Antwort auf die vor knapp zwei Jahren versandte E-Mail mit der Unterschriftenliste gegeben habe. Die Fraktionen standen über die E-Mail-Adressen ihrer Sprecher auf dem Verteiler. Da müssen die Schlatherberger wohl wie bisher darauf hoffen, dass eine Fraktion das Thema auf die Tagesordnung etwa des Bauausschusses setzen lässt.


Das Neubaugebiet „Am Schlatherberg“

Die amtliche Bekanntmachung für das Neubaugebiet „Am Schlatherberg“ erfolgte am 18. Dezember 2003. Es handelt sich um rund 105 Wohnungen auf einer Fläche von rund 8,5 Hektar. Der Verkauf der Neubaugrundstücke zwischen Blankenheim und Blankenheimerdorf verlief zunächst schleppend. Ein zwischen der Gemeinde Blankenheim und der GEBIG Immobilien- und Projektentwicklung GmbH 2003 geschlossener Erschließungsvertrag wurde deshalb 2007 von der Gemeinde gekündigt.

Die Gemeinde übernahm den Verkauf der zwischen 53 und 58 Euro pro Quadratmeter teuren, voll erschlossenen Grundstücke selbst. Doch es lief weiter schleppend.

Bis 2020/21 war sogar eine merkliche Anzahl Grundstücke, so Bürgermeisterin Jennifer Meuren, wieder zurückgegeben worden und musste neu auf die Angebotsliste gesetzt werden. Jetzt allerdings mit Erfolg. Das Wohnbauplätze im Neubaugebiet sind mittlerweile vollständig verkauft.