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AusstellungPorträts und Statements junger Geflüchteter im Blankenheimer Rathaus

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In der Ausstellung im Blankenheimer Rathaus finden sich Porträts und Statements junger Geflüchteter.

Blankenheim – Es ist ein wichtiges Thema, mit dem sich die Ausstellung „Fremd bin ich hierhergekommen“ beschäftigt, die im Rahmen der Interkulturellen Woche des Kreises präsentiert wird. Welche Gefühle und Ansichten haben die jungen Menschen, die vor Krieg, Folter und Armut nach Deutschland geflohen sind, wenn sie eine Weile in Deutschland leben?

Heike Beutel und Antje Zeis-Loi haben sich diese Frage gestellt und die Antworten in einem Buch zusammengetragen. Doch nur zwei Zuhörer kamen nach Blankenheim zur Eröffnung der Ausstellung und der dazu angebotenen Lesung.

Inhalt der Ausstellung entstammt einem Workshop

Das Konzept der Ausstellung sei aus einem Workshop erwachsen, den die Autorinnen in Kooperation mit der Diakonie in Köln durchgeführt haben, so Beutel. Sie ist die Leiterin des Wupper-Theaters, ein interkulturelles Theater, das Workshops für Kinder mit und ohne Migrations- oder Fluchthintergrund anbietet.

Mit Wünschen und Heimat habe sich das Projekt befasst, aus dem sich das Buch entwickelt habe, erläutert sie. Statements der geflüchteten Kinder seien gesammelt und mit Fotos kombiniert worden, die Zeis-Loi gefertigt habe. „Leider ist das Buch genau zum Beginn der Corona-Pandemie gekommen“, sagte sie. Um das Thema erneut in den Fokus zu rücken, ist aus dem Material die Wanderausstellung entwickelt worden, die nun in Blankenheim präsentiert wird.

55 Protagonisten und ihre persönlichen Statements

Versehen mit den Namen ihrer Herkunftsländer und der jeweiligen Flagge werden die Gesichter der 55 jungen Protagonisten mit ihren Statements gezeigt. Was die Kinder und Jugendlichen zu berichten haben, ist vielfältig und unterschiedlich.

Der eine erzählt die Geschichte der Flucht. Manche erinnern sich gut an ihr Herkunftsland, andere gar nicht. Der eine hat sich gut in Deutschland eingelebt, eine andere sehnt sich nach der Heimat zurück. Manche kommen gut zurecht und haben Freunde, andere nicht. Und Dielize, die regelmäßig in ihr Ursprungsland Kosovo fährt, sagt: „Ich habe zwei Heimatländer.“

Unkommentiert und nicht wertend

Vieles ähnelt sich, und doch hat jeder seine eigene Geschichte, eigene Wünsche und Träume. Unkommentiert und nicht wertend lassen Ausstellung und Buch die Statements der jungen Menschen stehen, was den Betrachter berührt zurücklässt.

Mit einer Lesung aus dem Buch, die im Eifelmuseum stattfand, wurde die Ausstellung „Fremd bin ich hierhergekommen“ eröffnet. Marcia Golgowsky las mit Heike Beutel die Statements und trug kleine Musikstücke auf Kalimba oder der Singenden Säge vor.

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Die Ausstellung ist bis zum 4. November im Rathaus in Blankenheim zu sehen. Die Öffnungszeiten sind montags, dienstags und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr. Mittwochs ist geschlossen. Das Buch „Fremd bin ich hierhergekommen“ ist im Emons Verlag, Köln, erschienen und für 12,95 Euro mit der ISBN 978-3-7408-0772-6 erhältlich.