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Konzertreihe gestartetFiligrane und zarte Klänge ertönten in der Hüngersdorfer Schmiede

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Die beiden Musiker spielen ihre Instrumente.

Ungewöhnliche Umgebung: Sabine Weber und Christoph Barth spielten Musik der Renaissance und des Frühbarocks in der Schlosserei Köb in Hüngersdorf.

In der Reihe „Mit der Gambe durch die Eifel“ wird außergewöhnliche Musik geboten, dazu gibt es ein Begleitprogramm.

Den Auftakt der zweiten Tour „Mit der Gambe durch die Eifel“ machte ein Konzert, so ungewöhnliches wie die ganze Reihe selbst: In der Schlosserei Köb in Hüngersdorf gastierten Sabine Weber und Christoph Barth an Viola da Gamba beziehungsweise Renaissancelaute und Chitarrone, sowie Schauspielerin Hildegard Meier mit Textrezitationen.

„Wir haben noch nie in einer Schmiede gespielt, und in dieser Schmiede hat es auch noch nie ein Konzert gegeben“, so Sabine Weber. Sie ist Initiatorin der Konzertreihe und Neu-Hüngersdorferin. Auch sie wirkte ein wenig erstaunt: Wo es normalerweise laut ist, der Schmiedehammer auf den Amboss saust, erklangen für eine gute Stunde zarte, filigrane Töne.

In Hüngersdorf gab es keine leicht verdauliche Hit-Revue

Weber und Christoph Barth, das Ensemble Favori, boten Musik von Diego Ortíz, Christopher Simpson, Gianambrosio Dalza, John Dowland, Bartolomeo de Selma y Salaverde und Giovanni Girolamo Kapsberger. Das ist natürlich keine leicht verdauliche Hit-Revue. Und das in der Reihe „Mit der Gambe durch die Eifel“, die es in dieser Form in der Region auch noch nicht gegeben hat.

Kleine, oft weitgehend unbekannte Kapellen und kleine Kirchen sind – mit Ausnahme der Schlosserei zum Auftakt – die   Aufführungsorte für diese besondere, alte Musik. Sabine Weber weiß um des Risikos, das sie mit der Neuauflage erneut eingeht.

Acht Konzerte werden auf der Reise durch die Eifel geboten

Den Zugang erleichtern Ihr Ziel ist, den Zugang zu dieser Art von Musik dem überwiegend nicht fachkundigen Publikum zu erleichtern. Dazu hat Weber für jedes der acht Konzerte der zweiten Eifel-Reise in NRW-Rheinland-Pfalz und Ostbelgien jeweils ausführliche, gründlich recherchierte und sachkundige Programmtexte geschrieben. Die Beiträge, die mit denen der Vorjahres-Reihe durchaus als Fachliteratur veröffentlicht werden könnten, sind kostenlos erhältlich.

Und auch der Eintritt zu einigen Konzerten ist frei. Konzert heißt in diesem Fall auch nicht nur Musik. Es gibt meist ein interessantes Begleitprogramm. In Hüngersdorf etwa war es eine Kräuterwanderung mit Fachfrau Irmgard Löffelmann durch das Lampertstal. 20 Teilnehmer machten sich auf Schusters Rappen zu Wildblumen und Kräutern.

Iris und Thomas aus Hamburg und Anke und Mohsen aus Hameln, die seit Jahren gemeinsam an der Mittelmosel Urlaub machen, hatten Exkursion und Konzert für einen Tagesausflug ausgewählt. „Ich weiß jetzt, dass Spitzwegerich gegen Erkältungskrankheiten, Giersch gegen Arthrose und Arthritis, und Brennnessel entschlackend wirkt“, sagte Iris, die die natur- und heilkundliche Führung lobte. Mohsen und Anke freuten sich über den Anblick von Löwenzahn – wenn auch verblüht –, Knoblauchranke, Weißdorn, Taubnessel, Breitwegerich und Hollunder. Danach folgte in der Schlosserei für das Quartett und weitere rund 30 Zuhörer ebenso Unbekanntes – diesmal allerdings für die Ohren.


Weitere Konzerte stehen in der Eifel auf dem Programm

Die nächsten Termine sind am Sonntag, 31. Mai, um 15.30 Uhr in der Erlöserkirche Mirbach mit dem Programm „Eifeler Ornamente – Französische Variation“, am Sonntag, 28. Juni, um 15.30 Uhr in der Burgkapelle Kerpen (Eifel) mit „Adel verpflichtet – Die Manderscheiderinnen und die Einstützenkirche“, und am 4. Juli in Alendorf. Unter dem Motto „Grounds, Rounds und Kräuter am Kalvarienberg“ beginnt um 14 Uhr eine Exkursion und um 17 Uhr das Konzert in der alten Kirche. Weitere Informationen zu den Programmen, weiteren Terminen ab August und Tickets online.