Abo

BauprojektDie Löschgruppe Waldorf der Feuerwehr Blankenheim hat ein neues Domizil

3 min
Die Genannten haben sich zum Gruppenbild vor der Wagenhalle mit dem Löschfahrzeug und dem Gerätehaus aufgestellt.

Für die Löschgruppe Waldorf ist der Neubau ein Schritt in eine neue Dimension: Vertreter von Rat und Verwaltung sowie der Löschgruppe vor der Wagenhalle.

Für 900.000 Euro haben die 27 Aktiven der Löschgruppe Waldorf jetzt ein funktionales und zukunftssicheres Gerätehaus erhalten. Dafür haben sie auch Eigenleistung erbracht.

Rund 900.000 Euro kostete der Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Waldorf. In diesen Dimensionen ist das für die 27-köpfige Löschgruppe im 180-Einwohner-Dorf ein historisches Novum.

Vor gut zehn Jahren hatte es die ersten Überlegungen für den Neubau eines Anbaus an die bestehende kleine Feuerwehrgarage gegeben. 50.000 Euro seien damals als erster Haushaltsansatz eingestellt worden, so Bürgermeisterin Jennifer Meuren. Man habe einfach mal eine Summe nennen müssen. Ob sie realistisch gewesen sei, das sei eine andere Frage gewesen. War sie dann auch nicht, denn am Ende wurde der Altbau abgerissen und ein Neubau mit Wagenhalle und Anbau für Schulungsraum und Umkleiden geplant, vom Gemeinderat bewilligt, finanziert und gebaut. Kosten: rund 900.000 Euro.

Unterirdischer Löschwassertank wurde erhalten

2021 begann man mit der Baumaßnahme unweit des Waldorfer Bürgerhauses – und es wurde eine Art Hindernisrennen. Denn am Standort – der alte ist auch der neue – befindet sich ein unterirdischer, 145 Kubikmeter fassender Löschwassertank. Und den galt es zu erhalten. „Dafür sind wir sehr dankbar“, so Löschgruppenführer Florian Linden.

Da man aber den am Ende 195 Quadratmeter großen Neubau nicht neben den Bunker stellen konnte, weil man dann noch mehr Grund und Boden benötigt hätte, um die Vorgaben für die Alarmierungswege zu erfüllen, blieb nur die Alternative der Überbauung. Doch würde das der Löschbunker aushalten? Nach entsprechenden Untersuchungen stand fest: eher nein. Der Tiefbau musste erst statisch ertüchtigt werden, was die Projektkosten weiter steigen ließ. Der Zugang befindet sich nun in der Umkleide für die aktuell vier Frauen der Löschgruppe. Zwei Stahlklappen sind dort im Boden zu sehen.

Wegen der Zufahrt wurde das Gebäude gedreht

Ein zweites Problem stellten die vorgeschriebenen Alarmierungswege sowie der Ein- und Ausfahrtweg für das 2014 gekaufte TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug mit 600-Liter-Löschwassertank) dar. Ursprünglich sollte die Ausfahrt parallel zur Ortsstraße erfolgen, doch das passte nicht zu den Auflagen für ein Feuerwehrgerätehaus. Also wurde das gesamte Gebäude um 90 Grad gedreht geplant.

Volker Mies, Leiter der Feuerwehr Blankenheim, Blankenheims Bürgermeisterin Jennifer Meuren, Ortsvorsteher Martin Freuen, Aktive der Löschgruppe sowie als Vertreter der Gemeinderatsfraktionen Karl Heinz Ramers (SPD), Martina Schmidt (CDU) und Rudi Huth (FDP) ließen sich bei einem Rundgang von Löschgruppenführer Florian Linden die neuen Räumlichkeiten zeigen.

Die Genannten in einem Umkleideraum, in dem sich in roten Spinden die Einsatzkleidung der Feuerwehrleute befindet.

Kommunalpolitiker, Rathausbedienstete und Mitglieder der Löschgruppe Waldorf ließen sich von Volker Mies, Leiter der Feuerwehr (2.v.r), die Details des Neubaus erklären.

Für die 27 aktiven Feuerwehrfrauen und -männer – mit einem Altersdurchschnitt von 36 Jahren eine junge Truppe – gibt es nach Geschlechtern getrennte Umkleiden im Schwarz-Weiß-Standard (Trennung von Einsatzkleidung und ziviler Bekleidung) und einen Besprechungsraum. Die neue Fahrzeughalle für das TSF-W im Nebenbau wirkt geräumig. Man habe das Gebäude auf Reserve geplant, so Volker Mies. In der Wagenhalle könne auch ein größeres Fahrzeug untergestellt werden, und in den Umkleiden sei Platz für bis zu 30 Aktive.

Luft-Wasser-Wärmepumpe und PV-Anlage

Die rund 900.000 Euro Baukosten wurden vor allem über die Investitionspauschale der Gemeinde finanziert, so Bürgermeisterin Jennifer Meuren. Knapp 80.000 kamen aus einem damaligen Förderprogramm des Landes für den Neubau kleinerer Feuerwehrhäuser, Teile der Ausstattung konnten über die Feuerwehrpauschale bezahlt werden. Halle und Anbau werden über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe energetisch versorgt. Auf den beiden Flachdächern befindet sich außerdem eine über das Förderprogramm „Rheinisches Revier“ finanzierte PV-Anlage.

Nicht eingerechnet in die 900.000 Euro aber ist das, was die Aktiven der Löschgruppe Waldorf an Eigenleistung erbracht haben und mit der Pflasterung des Parkplatzes noch erbringen werden. „Wir haben zu Beginn mal mit 750 Stunden gerechnet“, so Friedhelm Linden, aber: „Am Ende werden es um die 1500 Stunden Eigenleistung sein.“

Den Aktiven der Löschgruppe Waldorf, die Teil des Löschzuges III (Ripsdorf, Alendorf, Waldorf) der Feuerwehr der Gemeinde Blankenheim ist, ist es das wert. Schließlich ist auch Ortsvorsteher Martin Freuen klar: „Ein solches Feuerwehrhaus gab es hier noch nie. Wir sind froh, dass es so gekommen ist.“