Euskirchen-Kirchheim – Der 1. Mai ist für viele Menschen ein besonderer Tag. Der Feiertag bietet nicht nur die Gelegenheit, sich vom Arbeitsalltag zu erholen, sondern hält für viele junge Mädchen und Frauen eine zusätzliche Überraschung bereit.
Lara-Sophie wird am Mittwochmorgen den Blick aus dem Fenster genießen. Denn ihr Freund Nico war schon am Freitag für seine Liebste aktiv. Er nutzte in einem Waldstück nahe der Steinbachtalsperre ein Angebot der Stadt Euskirchen mit dem Titel „Birken zum Selbstfällen“. Unter Anleitung von Mitarbeitern der Parkaufsicht konnte man sich dort einen Maibaum beschaffen. Exemplare mit einem Stammdurchmesser bis 15 Zentimeter kosteten 15 Euro. Für jeden weiteren Zentimeter wurden jeweils 1,50 Euro fällig.
Fertiges Maiherz kommt nicht in Frage
„Für mich war es wichtig, dass die Baumkrone besonders dicht ist und der Baum einfach gut aussieht“, sagte der 17-jährige Euskirchener, nachdem er seine Wahl getroffen hatte. Ein Maiherz zu kaufen sei für ihn gar nicht erst infrage gekommen. „Es ist doch viel schöner, selbst für das Geschenk aktiv zu werden. Da weiß man im Anschluss wenigstens, was man gemacht hat.“ Nach wenigen Minuten Sägearbeit gab der rund fünf Meter hohe Baum nach und Nico war seinem Ziel, seiner Freundin eine Freude zu bereiten, schon einen guten Schritt nähergekommen.
Wie ihn zog es zahlreiche weitere verliebte Menschen in das Waldstück bei Kirchheim. „Im vorigen Jahr haben wir etwa 50 Bäume abgegeben“, berichtete Guido Rütt von der Parkaufsicht. Zu den Kunden habe zum Beispiel ein kompletter Junggesellenverein gehört, dessen Mitglieder gleich 25 Bäume auf den Traktoranhänger gewuchtet hätten, aber auch ein Großvater, der mit seinem Enkel eine Birke auswählte.
Baum sollte richtig gesichert werden
Am Freitag war auch Jade da Silva in dem Waldstück bei Kirchheim im Einsatz. Sie sorgte dafür, dass sich die Kinder des Euskirchener Awo-Familienzentrums Columbus diese Woche über eine bunte Überraschung freuen können. „Ich hatte die Idee, mit den Kindern einen Birkenast für das Maifest zu gestalten“, sagte die angehende Erzieherin. „Einen ganzen Baum können wir zwar nicht gebrauchen, aber ich bin sicher, etwas Passendes zu finden.“
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Guido Rütt erklärte, worauf bei größeren Birken zu achten ist. „Ohne die richtige Sicherung kann ein mehrere Meter hoher Baum schnell zur Gefahr werden. Ich habe schon miterleben müssen, wie starker Wind eine ganze Dachkante samt Fallrohr zu Boden gerissen hat.“
Auch sollte der Baum nicht zu nahe an der Hausfassade angebracht werden, da das bunte Krepppapier bei Regen schnell auf die Wände abfärbt. „Am sichersten ist und bleibt ein etwa ein Meter tief in der Erde verankertes PVC-Rohr, das man am besten mit Beton befestigt“, sagte Rütt. So könne man jedes Jahr aufs Neue einen Baum aufstellen, ohne dass die anfängliche Freude irgendwann in Ärger umschlägt.

