Zülpich II gewinnt das erste Bezirksliga-Heimspiel der Saison gegen Weiden. Bessenich kassiert in Rheidt einen späten Nackenschlag.
Fußball-BezirksligaDie JSG Erft 01 Euskirchen dreht diesmal erfolgreich das Spiel

Dreifach-Torschütze Silvio Ferjani macht sich nach einem seiner Tore auf den Weg zu Trainer Christian Hammes.
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SG Dahlem-Schmidtheim – Kreuzauer SC 5:1 (1:1). Im ersten Bezirksliga-Heimspiel seit 15 Monaten gelingt der SG Dahlem-Schmidtheim am zweiten Spieltag der erste Saisonsieg – und das mehr als verdient.
Das Team steht im Vordergrund nach Niklas Dümmers Verletzung
Das Spiel war gerade abgepfiffen, der 5:1-Heimsieg war perfekt. Doch anstatt sich von den Fans, die allein wegen der Lage der Tribüne immer über den Spielern thronen, feiern zu lassen und sich im Gegenzug für die Unterstützung während der 90 Minuten zu bedanken, wählte das Team von Christian Hammes die andere Seite des Sportplatzes.
Dort saß seit wenigen Minuten Niklas Dümmer an den Zaun gelehnt und hielt sich das Knie. Dümmer war in der 77. Minute eingewechselt worden, es war sein Comeback in der ersten Mannschaft seit seinem Kreuzbandriss, den er sich am 16. November 2025 beim 5:1-Sieg in Derkum zugezogen hatte (sein echtes Pflichtspielcomeback feierte Dümmer in der Vorwoche bei der zweiten Mannschaft).
Nach einem Zweikampf mit einem Gegenspieler, den der Schiedsrichter als Foul von Dümmer wertete, hielt sich der Abwehrspieler wieder das Knie, seine Mannschaft musste die letzten Minuten der Partie in Unterzahl agieren. Und nach dem Schlusspfiff kamen alle zu ihm gelaufen, um sich nach seinem Wohlbefinden zu erkundigen. Die Freude über das hochverdiente 5:1 war gedämpft.
Der Spielverlauf: Dahlem-Schmidtheim hat Kreuzau im Griff
Fünf Minuten lang musste man sich ein bisschen Sorgen machen um den Aufsteiger. Die Mannschaft wirkte hektisch und fahrig, ihr unterliefen viele Fehlpässe. Doch die erste gelungene Kombination, die Fabian Thur abschloss, sollte der Wecker für das Team von Christian Hammes sein, auch wenn der Ball nicht ins Tor ging. Genauso wenig wie der Distanzschuss von Fabian Klimpel, der ein Fall für Physiklehrer sein dürfte, die erklären können, wie der Ball zuerst an die Unterkante der Latte, dann an die Innenseite des Pfostens und wieder ins Feld sprang (9.).
Doch dann hatte das Warten ein Ende: Antonio Schnichels gelang das 1:0 (12.). Zwar bekam Kreuzaus Schlussmann Dominik Wirtz noch die Hände an den Ball, aber der Schuss war zu stark und ging rein. Dass die Kreuzauer mit einem Remis in die Kabine gingen, verdankten sie einem sehenswerten Freistoß ihres Kapitäns Nico Schröteler, der den Ball mit links direkt neben den Pfosten platzierte (45.+2).

Anstatt mit den Fans zu feiern, liefen die Dahlemer auf die andere Seite des Spielfeldes, wo der verletzte Niklas Dümmer (verdeckt) saß.
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Mehr als zufrieden war Trainer Christian Hammes nach dem Sieg.
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Nach der Pause spielte aber nur noch eine Mannschaft: Dahlem-Schmidtheim. Der kurz zuvor wegen eines taktischen Fouls mit Gelb verwarnte Silvio Ferjani konnte von den Verteidigern nicht gestoppt werden und traf zum 2:1 (50.). Zwei Minuten später stand Ferjani richtig und staubte eine Parade nach einer Riesenchance von Johann Jentges ab.
Danach hatte die Heimelf erst Glück, als ein Distanzschuss der Gäste gefühlt aus der Ortsmitte auf die Latte sprang, und dann Pech, als sie reihenweise Chancen vergab und es lange verpasste, die Führung in die Höhe zu schrauben. Das sollte erst kurz vor Spielende gelingen. Kreuzau machte hinten auf und Dahlem gelang es durch zwei Konter, das Ergebnis auf 5:1 zu erhöhen. Erst traf Silvio Ferjani nach Steilpass des nur wenige Minuten zuvor eingewechselten Noah Hütter (89.). Hütter selbst sorgte nach Steilpass von Christopher Haep für den Endstand (90.+4).
Der Fauxpas des Tages: Klimpel mit dem falschen Trikot
Einmal nicht richtig hingeschaut, und schon hat man das falsche Trikot an. So geschehen Fabian Klimpel. Als der Verteidiger das Feld betrat, trug er das Trikot mit der Nummer 14. Laut Spielbericht sollte er aber mit der Nummer 4 auflaufen. Der Fehler wurde von der Dahlemer Bank bemerkt und noch vor dem Anpfiff das richtige Oberteil besorgt.
Das sagt der Trainer: Christian Hammes ist zufrieden
„Wir haben den Sieg offenbar teuer erkauft“, sagte Dahlems Trainer Christian Hammes angesichts der offensichtlich erneuten schweren Verletzung von Niklas Dümmer. Ansonsten konnte er aber zufrieden sein. „Das war ein geiles Spiel, ich bin stolz und begeistert. In den ersten fünf Minuten waren wir nicht drin, ansonsten waren wir körperlich präsent, griffig und bissig.“
Das sagen wir: Nicht nur das Können ist entscheidend
Dahlems Sieg zeigte, das im Fußball Einsatz, Willen und Konzentration neben dem Können entscheidend sind. Die Heimelf war gedanklich immer einen Tick schneller als Kreuzau und eine Spur aggressiver. So kann es weitergehen in der Liga.
Nicht nur die SG Dahlem-Schmidtheim hat in der Bezirksliga am Sonntag gewonnen, auch die JSG Erft 01 und der TuS Zülpich II haben den jeweils ersten Dreier der Saison geholt. Dabei drehten die Euskirchener das Spiel, in Zülpich war lange ein bisschen mehr Platz auf dem Spielfeld. Bessenich kassierte eine Last-Minute-Niederlage.
TuS Zülpich II – SV Weiden 2:0 (1:0)
Im ersten Heimspiel holte der TuS den ersten Saisonsieg. Dabei war das Team von Trainer Marius Schinke ab der vierten Minute in Überzahl, weil Weidens Paul Hupperich die Rote Karte sah. Das währte aber nur 36 Minuten, ab der 40. Minute hieß es Zehn gegen Zehn. Marcello Ricciardi wurde ebenfalls mit Rot vorzeitig in die Kabine geschickt. Dazwischen hatte Ricciardi aber das 1:0 von Marcel Blum vorbereitet (19.). Den Spielstand erhöhte erst in der 80. Minute Pedro Brigagão nach Vorarbeit von Tamino Mäurer.

Vor den Augen der Mittelrheinliga-Truppe bejubelt Zülpichs Pedro Brigagão seinen Treffer zum 2:0.
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„Wir sind sehr gut in das Spiel gestartet, die sehr frühe Rote Karte für den Gegner kommt uns dabei natürlich entgegen“, fasset es Schinke zusammen. Die Führung sei entsprechend verdient gewesen. Während sein Team hinten gut gestanden habe, habe es die Offensive verpasst, die Führung frühzeitig auszubauen. Die Rote Karte gegen seine Mannschaft bezeichnete Schinke als dumm.
In der zweiten Halbzeit wurde der TuS nach vorne zu hektisch. „Aber wir haben heute verstanden, dass wir auch mal leiden und uns einen Sieg erarbeiten müssen. Vier Punkte aus zwei Spielen sind super für einen Aufsteiger“, so Schinke.
VfVuJ Winden – JSG Erft 01 Euskirchen 1:4 (1:0)
Wie in der Vorwoche rannte die JSG Erft 01 einen Rückstand hinterher und schaffte es, diesen zu drehen. Anders als beim Auftakt gegen Lövenich/Widdersdorf, gelang es den Kuchenheimern diesmal aber, am Ende drei Punkte zu erhalten.
Die größte personelle Änderung gab es an der Seitenlinie. Weil Cheftrainer Christopher Kockerols verhindert war, übernahmen die Co-Trainer Lars Schmitz und Thomas Fleck die Verantwortung. Die beiden konnten aber nicht auf das komplette Personal zurückgreifen, da einige Spieler fehlten. Die Vorgabe war aber klar: Die gleichen Fehler wie in der Vorwoche sollten vermieden werden, besonders in der Defensive. Denn nicht nur gegen Lövenich, sondern auch im Mittelrheinpokalspiel gegen Erkelenz kam der Gegner in der Schlussphase zu entscheidenden Toren.
Eine weitere Vorgabe: Erft sollte das Spiel machen. Das funktionierte laut Schmitz auch. „Wir hatten viele gute Szenen im Aufbauspiel, viel Ballbesitz und gute Durchbrüche in die tiefen Räume“, analysierte er. Das erste Tor gelang aber den Gästen aus Winden, bei denen mit Constantin Pennartz und Till Hahne auch zwei ehemalige Zülpicher in der Startelf standen. Hahne war an der Führung beteiligt, weil er mit der Hacke einen Ball auf Nils Schönau ablegte, der den Ball auf den Torschützen Maurice Frings passte (30.).
Ich hatte das Gefühl, dass wir zu unseren Chancen kommen würden, wenn wir weiter unser Spiel konzentriert runterspielen.
Mit hängenden Köpfen ging es in die Kabine, aber motiviert wieder heraus. „Ich hatte das Gefühl, dass wir zu unseren Chancen kommen würden, wenn wir weiter unser Spiel konzentriert runterspielen“, so Schmitz. Und er sollte Recht behalten. Die JSG Erft übernahm die Spielkontrolle, stand in der Defensive kompakt und kam zu Torerfolgen.
Julian Riße erzielt per Schuss von der Strafraumkante nach einer Ecke den Ausgleich (65.), nur vier Minuten später brachte Luke Bungart per Kopf nach einer Ecke sein Team in Führung. Der eingewechselte Moustapha Thior wurde von Bungart bedient, umkurvte den Torwart und erhöhte auf 3:1 (76.), erneut Bungart sorgte nach Vorlage von Thior für den Endstand (84.). „Man kann stolz auf die Truppe sein“, so Schmitz. Jedes gedrehte Spiel bleibe in den Köpfen hängen.
SV Rheidt – SV Bessenich 4:3 (2:2)
Eine bittere Niederlage mussten die Bessenicher hinnehmen, denen es zweimal gelungen war, einen Rückstand zu egalisieren, nur um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen.
Patrick Straßfeld hatte mit einem Doppelpack (15., 23.) die Heimelf in Führung gebracht. „Wir haben leider die ersten 25 Minuten des Spiels komplett verschlafen“, fasste es Bessenichs Trainer Can Celik zusammen.
Wenn wir auswärts drei Tore erzielen, müssen wir aus so einem Spiel eigentlich etwas mitnehmen.
Doch seine Elf bewies Moral. Nach sehenswerter Vorlage von Erjon Hoxhaj erzielte Emrah Fikaj fast postwendend den Ausgleich (26.). „Danach waren wir deutlich besser drin, haben uns einige gute Möglichkeiten erspielt und noch vor der Pause den Ausgleich erzielt“, so Celik. Der Treffer gelang Manuel Macherey fast mit dem Halbzeitpfiff. Aus dem Nichts fiel die erneute Führung für Rheidt durch Lucas Schneider (55.), erneut dauert es nicht lange, bis Bessenich ausglich, Ilah Muhaj erzielte das 3:3 (60.).
Wie Celik aufzählt, kamen Muhaj, Arber Jashanica und Valentin Ivanov zu guten Chancen, die sie aber nicht im Tor unterbrachten. In der vierten Minute der Nachspielzeit folgt dann der Nackenschlag für den SV in Form eines Strafstoßes für die Heimelf, den Lukas Dreschmann verwandelte.
„Wenn wir auswärts drei Tore erzielen, müssen wir aus so einem Spiel eigentlich etwas mitnehmen. Dafür müssen wir insgesamt konsequenter und konzentrierter verteidigen“, so Celik.
