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Handball-OberligaTV Palmersheim verliert auch das fünfte Derby gegen die Wölfe Voreifel

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Dennis Schüller liegt halb auf dem Boden und passt, ein Gegenspieler liegt rücklings vor ihm.

Passen kann man auch vom Boden aus, wie Dennis Schüller (Nr. 32) beweist.

In der zweiten Hälfte zeigte Palmersheim gegen die Wölfe Voreifel Probleme in der Offensive. Lukas Königshoven musste verletzt raus.

TV Palmersheim – Wölfe Voreifel 21:26 (12:11). Auch das fünfte Derby endete für den TV Palmersheim enttäuschend. Vor über 200 Zuschauern in der ausverkauften Peter-Weber-Halle in Kuchenheim, vor der sich schon vor dem Anpfiff lange Schlangen gebildet hatten und in der die Tribüne brodelte, lieferten sich Palmersheim und die Wölfe Voreifel ein intensives, von Emotionen getragenes Lokalduell. Besonders lautstark präsentierte sich dabei erneut die „Räuberbande“, deren unermüdlicher Support dem Spiel eine besondere Atmosphäre verlieh.

Palmersheim startete stark und zeigte in der ersten Halbzeit genau das, was das Trainerteam Marco Mayer und Peter Trimborn später als „wirklich sehr gute Leistung“ bezeichnete. Die Abwehr stand kompakt, agierte aggressiv und ließ die Wölfe phasenweise kaum zur Entfaltung kommen. Vor allem Robin Voiß überzeugte mit starker Präsenz, während Lukas Königshoven bis zu seiner erneuten Verletzung wichtige Stabilität brachte. Zur Pause führte der TVP folgerichtig mit 12:11 und nährte die Hoffnung, die Derby-Negativserie endlich zu beenden.

Palmersheim erzielte in 21 Minuten nach Wiederanpfiff nur drei Tore

Doch nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel. Palmersheim verlor im Angriff nahezu jede Struktur. Fehlwürfe, technische Fehler und überhastete Abschlüsse sorgten dafür, dass der TVP bis zur 51. Minute lediglich drei Treffer erzielte. Zwar blieb die Abwehr weiterhin bemüht und verhinderte Schlimmeres, doch das Angriffsspiel fiel in sich zusammen. „Wir haben vorne nichts mehr auf die Kette bekommen“, resümierte Trimborn später sichtlich frustriert.

Lukas Königshoven wird von zwei Betreuern, die ihn stützen, aus der Halle begleitet.

Erneut verletzt: Lukas Königshoven.

Die Räuberbande, wie die Anhänger des TV Palmersheim sich nenne, feuert die Mannschaft auf der voll besetzten Tribüne an.

Sorgte für die besondere Atmosphäre: die Räuberbande.

Besonders schwer wiegt die erneute Verletzung von Lukas Königshoven, der das Feld früh verlassen musste. Ob die Außenbänder erneut betroffen sind, ist unklar. „Wir hoffen, dass nichts Schlimmes ist, aber es könnte schlimm sein. Nächste Woche wissen wir mehr“, erklärte Trimborn. Der Ausfall eines Schlüsselspielers in einer Phase, in der Palmersheim um Stabilität rang, traf die Mannschaft empfindlich.

Peter Trimborn lobt die Abwehr, von der Offensive ist er ernüchtert

In den letzten Minuten kam der TVP zwar noch einmal heran und erzielte sechs Treffer, doch die Wölfe agierten clever, nahmen geschickt Zeit von der Uhr und ließen sich nicht mehr aus der Ruhe bringen. Am Ende stand ein verdienter 26:21-Erfolg für die Gäste, weil sie über 60 Minuten konstanter agierten und die Schwächephase des TVP rigoros ausnutzten.

Trotz der Enttäuschung lobte Trimborn seine Defensive und nahm weder Abwehr noch Torhüter in die Pflicht. „Die Abwehr hat gut gearbeitet. 26 Gegentore sind eigentlich ein Wert, mit dem man ein Derby gewinnen kann“, betonte er. Umso größer sei die Ernüchterung, dass der Angriff dieses Niveau nicht habe halten können.

Nach dem Spiel wurde mit dem Palmersheimer Dreigestirn gefeiert

Zum Abschluss fand der Trainer nachdenkliche Worte: „Ich hätte lieber verloren und Lukas behalten. Jetzt haben wir beides: die Niederlage und die Verletzung.“ Dennoch wolle man den Kopf nicht hängen lassen. Die Mannschaft werde zusammenstehen und hoffen, dass die Diagnose glimpflich ausfalle.

Trotz eines bitteren Abends feierte der TVP anschließend das Palmersheimer Dreigestirn – wenngleich auch mit gedämpfter Stimmung.


Mangels Alternativen ging HSG-Frauen die Puste aus

Oberliga Frauen: SC Fortuna Köln – HSG Euskirchen 27:20 (12:8). Lediglich drei Rückraumspielerinnen standen Trainer Kajeepan Maheswaran zur Verfügung. Dies sollte sich in der Schlussviertelstunde bemerkbar machen, denn bis dahin hatte die HSG das Spiel offen gehalten. Ihr gelang es sogar, einen Vier-Tore-Rückstand zum 15:15 auszugleichen.

Dann aber häuften sich die Unkonzentriertheiten und es schlichen sich immer mehr Fehler ein. Der Kraftaufwand in den ersten 40 Minuten war zu groß. Während die Fortuna munter auf allen Positionen durchwechseln konnte, musste die HSG Tribut zollen.

„Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, haben dann aber eine gute Moral gezeigt und sind verdient zurückgekommen“, sieht Maheswaran durchaus Lichtblicke in seiner Mannschaft. Ihm gefiel vor allem, dass die offenere Deckung zahlreiche Fehler beim Gegner verursachte, die dann aber in der Offensive nicht konsequent genutzt wurden. „Das müssen wir lernen und das werden wir lernen, denn dann belohnen wir uns auch“, so Euskirchens Trainer, der die Niederlage als insgesamt zu hoch einstuft.

HSG Euskirchen: Kurm, Seipel – Esser (2/1), Stajenda (2), Bank (5), Bung, Lea Schmitz (8/4), Schmidt-Gogo (3), Schnitzler, Arends, Müsch, Viola.

Tabellenführer Bardenberg war für Euskirchen eine Nummer zu groß

Verbandsliga: VfL Bardenberg – HSG Euskirchen 30:25 (13:10). Spitzenreiter Bardenberg fügte der HSG Euskirchen die zweite Saisonniederlage zu. Die HSG musste in der Partie auf fünf Stammkräfte verzichten, sodass die Vorzeichen nicht besonders gut waren. Das Fehlen von Tobias Schmitz, Jarl Schramm, Niklas Schwarzbach, Niklas Müller und Dennis Trimborn wurde durch die A-Jugendlichen personell kompensiert.

„Ich kann den Jungs noch nicht einmal einen Vorwurf machen, denn sie haben viel investiert und alles versucht, doch am Ende war der Gegner ein paar Tore besser“, sagt Frank Rösgen, der die zu hohe Fehlerquote als den entscheidenden Unterschied ausmachte. Für den Euskirchener Trainer ist diese Niederlage aber kein Beinbruch, denn er weiß, wozu seine Mannschaft in der Lage ist, wenn sie nahezu aus dem Vollen schöpfen kann.

Für Kapitän David Henzel und Kreisläufer Tobias Bünder hatte der Trainer dann noch ein Sonderlob parat. „Ich bin mit beiden hochzufrieden, denn wie sie zusammen harmoniert haben, hat mich sowohl defensiv als auch offensiv beeindruckt“, so Rösgen. Die beiden Führungsspieler haben die Partie an sich gerissen, ein insgesamt starkes Spiel gemacht und für positive Gefühle beim Trainer gesorgt.

HSG Euskirchen: Jonas, Gebertz – Bünder (6), Berbuir (4), Gast (3/2), Drehsen (1), Jansen (1), Klocker (1), Henzel (5), Schreiber (3), Klein (1), Maheswaran.

Palmersheimer A-Juniorinnen übernehmen die rote Laterne

A-Juniorinnen-Oberliga: TV Palmersheim – SV Heißen 21:23 (9:10). Im Kellerduell kassierte der ersatzgeschwächte Palmersheimer Nachwuchs eine unnötige Heimniederlage und übernahm dadurch die rote Laterne vom Gegner. Die Hoffnung von Trainerin Tabea Bung, in der eigenen Halle etwas zu reißen, ging leider nicht in Erfüllung. „Spielerisch war Heißen ein Gegner, der nicht besser war als wir“, so Bung.

Palmersheim konnte der gesamten Partie nicht wie erhofft den eigenen Stempel aufdrücken. Die Zahl der Fehlpässe war zu hoch, die Würfe gingen am Tor vorbei oder genau auf die gegnerische Torfrau. Das führte dazu, dass der TVP den Kürzeren zog. „Dadurch, dass unsere Abwehr dann auch noch zu löchrig war, haben wir den Gegner zu einfachen Toren eingeladen“, sagt Palmersheims Trainerin.

Dennoch bleibt sie positiv gestimmt und will die Erkenntnisse aus diesem Spiel in die weiteren Trainingseinheiten übertragen. „Wir werden an unserer Abwehr arbeiten, damit wir auch variierende Abwehrreihen flexibel bespielen können“, so Tabea Bung, die fest dran glaubt, dass sich ihre Mannschaft bald wieder mit Punkten belohnen wird.