Die Lokalsport-Redakteure finden: Erweiterte Führungszeugnisse für Schiedsrichter sind keine Gängelung, sondern notwendig.
TNTFrauenberg gegen Dahlem-Schmidtheim wird eine besondere Partie

Eine Kreisliga-C-Staffel könnte im Fußballkreis Euskirchen zur Spaßliga werden. Da kommt es dann wohl auch nicht auf die Netze an.
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Dass Schiedsrichter ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen müssen, ist richtig
Tom: Dass Fußballschiedsrichter ein Führungszeugnis vorlegen müssen, ist kein Misstrauensvotum, sondern Zeichen für gesunden Menschenverstand. Wer Spiele leitet, ist Vorbild, Respektsperson und häufig in direktem Kontakt mit Kindern und Jugendlichen. Da sollte es selbstverständlich sein, dass nur Menschen zum Einsatz kommen, die keine einschlägigen Vorstrafen haben.
In vielen Bereichen des Ehrenamts ist der Nachweis längst Standard. Trainer, Betreuer oder Jugendleiter müssen ihn ebenfalls nicht selten vorlegen. Ein aktuelles Führungszeugnis schafft Vertrauen: bei Eltern, Vereinen und Spielern. Es ist ein einfaches, aber wirksames Instrument, um Missbrauch und Gewalt vorzubeugen. Fußball lebt von Fairness, Verlässlichkeit und Integrität. Dass diese Werte auch außerhalb des Spielfelds gelten, zeigt ein einwandfreies Führungszeugnis.
Thomas: Da stimme ich dir zu. Ein Schiedsrichter ist schon durch seine Tätigkeit eine Respektsperson und sorgt für „Recht und Ordnung“ und das Einhalten bestimmter Regeln auf dem Fußballplatz. Und weil Unparteiische auch mit Kindern und Jugendlichen (aber auch mit jungen Frauen) in Kontakt kommen, sollten sie sie in Bezug auf Sexualdelikte und Kindeswohlgefährdung unauffällig sein.
Was nun nicht passieren darf, ist eine Vorverurteilung derjenigen, die das Führungszeugnis noch nicht vorgelegt haben. Man kennt das vielleicht von sich: Behördenangelegenheiten verschiebt man gerne auf den nächsten Tag. Aber zur Planungssicherheit für Fußballkreis und Vereine wäre es wichtig, endlich in die Puschen zu kommen.
Traditionen müssen gepflegt werden, Rhenania Bessenich wird also Zweiter
Thomas: Natürlich ist diese These bewusst spitz formuliert, und die Rhenania, die in vier der letzten sechs Endspiele stand und nie gewonnen hat, wird das wenig witzig finden. Aber wenn man nur die Ligazugehörigkeit betrachtet, könnte es auf ein Finale zwischen Bessenich und Zülpich hinauslaufen – und da wäre der Landesligist klarer Favorit, anders als noch im Juni 2022, als der damalige Bezirksligist Zülpich den souveränen Aufsteiger aus der Kreisliga A mit 2:1 bezwang.
Aber: Bis zum Finale ist noch ein weiter Weg. Und es gibt ja noch ein paar Stolpersteine. Die Offensivstärke von DoRi könnte Bessenich im Viertelfinale vor Probleme stellen. Für mich die interessanteste Partie ist aber die in Frauenberg. Ich könnte mir glatt vorstellen, dass der Karfreitag genutzt wird, um den Rasenplatz ordentlich vorzubereiten, damit die Techniker aus Dahlem-Schmidtheim nicht ihr gewohntes Spiel aufziehen können. Andererseits ist das ja vielleicht gar nicht nötig: Wenn einer weiß, wo die Schwächen des Kreisliga-Spitzenreiters liegen, dann Marcel Timm, der sieben Jahre lang Trainer in Schmidtheim war.
Tom: Da hat der Osterhase den Fußballfans im Kreis Euskirchen aber ein paar schöne (Pokal-)Eier ins Nest gelegt. Wer von Gründonnerstag bis Karsamstag Lust auf Fußball hat, der ist bei jeder Pokalpaarung genau richtig. Vor allem aber die Partie zwischen dem SV Frauenberg und der SG Dahlem-Schmidtheim hat Potenzial, ein ganz besonderes Spiel zu werden. Auch wenn Marcel Timm, Trainer beim SVF, im Vorfeld sicherlich betonen wird, dass es eine Partie wie jede andere sein wird – insgeheim wird er das so wohl selbst nicht glauben. Dafür war er zu lange Mister Dahlem-Schmidtheim, führte die Eifeler sogar in die Bezirksliga.
Aber auch das Spiel zwischen der SG Billig/Veytal und dem TuS Zülpich könnte interessant werden. Bei der SG ist Benni Wiedenau Coach. Der wiederum spielte lange für den TuS. Auch für Wiedenau dürfte das also kein Spiel wie jedes andere werden. Und der FC DoRi? Der darf weiter vom Finale daheim träumen. Klar, ein Bezirksligist im Viertelfinale ist ein echtes Brett. Aber ein Bezirksligist, der den Fokus eindeutig auf die Meisterschaft legen sollte und allein 60 Kilometer Autofahrt in den Beinen haben wird, ist auch nicht unschlagbar.
Die Reform der Kreisliga C ist schon lange überfällig
Tom: Die Überlegung, im Fußballkreis Euskirchen künftig zwei Kreisligen C einzurichten – mit zwei regulären und einer reinen Freizeitstaffel – ist klug und überfällig. Sie trägt den Realitäten des Amateurfußballs auf unterster Ebene Rechnung. Viele Mannschaften treten nicht an, um aufzusteigen oder große sportliche Ziele zu erreichen. Sie wollen einfach Fußball spielen, Gemeinschaft erleben und ihrem Hobby ohne übermäßigen Leistungsdruck nachgehen. Genau diese Vereine und Freizeitkicker drohten zuletzt zu verschwinden, weil der Aufwand – organisatorisch wie sportlich – zu groß wurde. Fehlende Spieler, Abmeldungen und Spielabsagen waren die Folge.
Eine separate Freizeitstaffel gibt diesen Teams nun wieder eine echte Perspektive. Hier kann Fußball wieder das sein, was ihn im Kern ausmacht: Bewegung, Zusammenhalt und Spaß am Spiel – und wer mag, kann die Packung Kippen gleich in den Stutzen packen. Das Modell entlastet die reguläre Kreisliga C, in der Mannschaften mit sportlichen Ambitionen nun auf gleichwertige Konkurrenz treffen.
Mein erster Impuls war: Die Spaßliga kann auf keinen Fall auch eine Kreisliga C sein. Doch bei genauerer Betrachtung halte ich das dann doch für richtig.
So entsteht ein fairer Wettbewerb für alle – ohne Frust bei denen, die nur mitspielen wollen, und ohne Wettbewerbsverzerrung für die, die aufsteigen möchten. Wenn dieses Konzept aufgehen sollte, könnte es Vorbild für andere Fußballkreise sein. Denn der Breitensport braucht eines mehr denn je: Strukturen, die zu den Menschen passen – nicht umgekehrt.
Thomas: Mein erster Impuls war: Die Spaßliga kann auf keinen Fall auch eine Kreisliga C sein. Doch bei genauerer Betrachtung halte ich das dann doch für richtig. Denn so ist – natürlich jeweils zu einer neuen Saison – eine viel einfachere Zuteilung in eine der beiden anderen Staffeln möglich. Eine Zugehörigkeit in die Just-for-Fun-Staffel ist ja nicht endgültig. Es gibt schließlich Vereine, die absehen können, dass in zwei oder drei Jahren durch Jugendfußballer neue Spieler hinzukommen werden und dann die Voraussetzungen wieder andere sind.
So ist diese dritte C-Staffel nicht nur für Spaßkicker wichtig, sondern auch für Vereine, die vielleicht eine gewisse Zeit überbrücken müssen, bis sie wieder wettbewerbstauglich sind. Der Fußballkreis sorgt für die nötigen Strukturen, gibt den Vereinen aber viel mehr Möglichkeiten, etwa durch flexible Mannschaftsgrößen. Am Ende profitieren alle davon. Denn die Mannschaften bleiben weiter im Spielbetrieb, Strukturen bleiben bestehen – ganz anders als bei einer Abmeldung. Da sind Teams dann zunächst verloren. Und ob diese dann zurückkehren, ist äußerst fraglich.
Richtig ist auch, dass der Fußballkreis diesen Schritt gemeinsam mit den Vereinen plant. So kann man die Bedürfnisse abfragen und bekommt direkt ein Stimmungsbild. Das ist – wie Tom es schon erwähnte – vorbildlich. Im Mittelpunkt steht bei dieser Entscheidung der Fußball.



