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Aktenzeichen XYEin Zeuge glaubt den Kuchenheimer Einbrecher zu kennen

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Jessica Scheer-Thielen steht im Fernsehstudio, rechts hinter ihr ist ein Phantombild des Täters eingeblendet.

19-03-2026 Euskirchen Kriminalhauptkommsissarin Jessica Scheer-Thielen hat den Fall aus Kuchenhim in der Sendung „XY ungelöst...“ vorgestellt.

Nachdem „Aktenzeichen XY...ungelöst“ über den Einbruch berichtete, sind Hinweise eingegangen. Ein Elfjähriger hatte damals den Täter beobachtet.

Es ist diese Art von Berühmtheit, auf die man gut verzichten könnte: Seit Mittwochabend ist Euskirchen-Kuchenheim bundesweit bekannt. Denn ein Einbruch, der dort vor zwei Jahren begangen worden ist, war Thema in der Fahndungssendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ des ZDF. Die prominente Platzierung ist natürlich im Sinne der Ermittler: „Für uns war das eine gute Möglichkeit, noch einmal Aufmerksamkeit auf den Fall zu lenken“, sagt Franz Küpper, Sprecher der Polizei Euskirchen.

Das Ergebnis scheint ihm recht zu geben. Es seien „ein paar interessante Hinweise“ nach der Sendung eingegangen, so Küpper. Ob die eine heiße Spur dabei sei, lasse sich noch nicht sagen. Die Zuschauer können sich sowohl an das ZDF als auch direkt an die Polizei wenden, wenn sie etwas zur Aufklärung eines Verbrechens beitragen wollen. Noch in der Sendung hatte sich ein Mann gemeldet, der angab, den Täter zu kennen.

Kind konnte vor dem Eindringling flüchten

Neben den teils blutigen Gewalttaten, über die in der Sendung berichtet wurde, nimmt sich der Einbruch in Kuchenheim fast schon harmlos aus. Die Beute war eher gering, der Einbrecher nahm 20 Euro und eine Münzsammlung mit. Spektakulär wird der Fall wohl dadurch, dass ein elfjähriger Junge im Haus war und den Täter gesehen hat. Nach seinen Angaben wurde das Phantombild angefertigt, mit dem gefahndet wird, auch die Beschreibung des Unbekannten basiert auf den Beobachtungen des Kindes.

Dargestellt wurde das Geschehen vom 14. März 2024 in äußerst bedrohlich wirkenden Szenen, immer wieder sah der Zuschauer die finstere Gestalt am Fenster, spürte förmlich die schreckliche Angst, die das Kind gehabt haben muss. Angst, unter der es bis heute leidet, wie Kriminalhauptkommissarin Jessica Scheer-Thielen bestätigte. Sie war für die Euskirchener Kriminalpolizei im Münchener Fernsehstudio. Der Junge, im Film wurde er Tobi genannt, komme zwar allmählich besser zurecht, erzählte Scheer-Thielen. Er habe aber Angst, dass so etwas wieder passiere.

Ziel ist es, zur Aufklärung beizutragen – nicht, das Erlebte neu aufzuwühlen.
Rudi Cerne

„Das Kind ist auch nach zwei Jahren immer noch sehr betroffen“, sagt auch Franz Küpper. Deshalb seien die Opferschützer der Polizei mit der Familie im Austausch. „Ziel ist es, zur Aufklärung beizutragen – nicht, das Erlebte neu aufzuwühlen“, ordnet Moderater Rudi Cerne die Darstellung des Falls ein. Der Unbekannte war damals an einem Donnerstagnachmittag gegen 16.50 Uhr in das zwischen Kuchenheim und Odendorf gelegene Haus eingestiegen.

Der Junge, der mit den Hunden der Familie allein war, konnte unbemerkt in den Garten fliehen und sich verstecken. Im Film sah man, wie der Täter auf das Versteck des Jungen zu geht, hört das Kind in seiner Panik flüstern – das ist dann doch eher Thriller als Aufklärung. Die Polizei gehe davon aus, dass der Täter sich in der Gegend ausgekannt habe, berichtete Jessica Scheer-Thielen in der Sendung. Sein Verhalten finden die Ermittler nicht schlüssig, er habe beispielsweise nicht überprüft, ob jemand zu Hause war.

An einem Fenster wurde DNA gefunden, die zu keinem der Hausbewohner passt, die allerdings auch keinen Treffer in der Datenbank ergab. Der Mann sei ein hohes Risiko für wenig Beute eingegangen, urteilte Rudi Cerne. Die Euskirchener Polizei ermittelt jedenfalls weiter: „Bis wir einen Tatverdächtigen haben“, so Küpper. Der Einbrecher soll 35 bis 45 Jahre alt sein, etwa 1,80 Meter groß, schlank, mit dunklen Haaren und Schnauzbart.

Nach wie vor bittet die Polizei um Hinweise auf den Unbekannten. Im Zusammenhang mit der Sendung ist ein Hinweistelefon mit der Nummer 0 22 51/79 98 88 geschaltet worden, doch empfohlen wird die allgemeine Nummer der Euskirchener Polizei: 0 22 51/79 90. Ansonsten kam man Hinweise auch per Mail schicken oder bei jeder Polizeidienststelle geben.