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Sechs KündigungenAderlass bei Euskirchener Feuerwehr - Stadt eröffnet Kita in Flamersheim

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Das Bild zeigt ein Fahrzeug der Euskirchener Feuerwehr. Im Vordergrund ist eine Euro-Münze eines Kunstwerks zu sehen.

Die Stadt Euskirchen arbeitet mit Hochdruck am neuen Brandschutzbedarfsplan und wird weiter Geld in die Feuerwehr investieren.

Sechs Einsatzkräfte verlassen die Euskirchener Feuerwehr, das Gerätehaus in Frauenberg wird vergrößert. Die Stadt hat zahlreiche weitere Baustellen.

Klimaschutz im Kindergarten, personelle Veränderungen bei der Feuerwehr und strukturelle Herausforderungen im Betreuungsbereich: In Euskirchen zeigen sich aktuell zahlreiche Entwicklungen, die die Stadt in mehreren Bereichen gleichzeitig beschäftigen.

Ein positives Signal kommt aus Frauenberg: Als erste städtische Kindertageseinrichtung wurde die Kita Frauenberg nun als „KlimaKita.NRW“ ausgezeichnet. Die Ehrung durch die NRW.Energy4Climate würdigt besonderes Engagement im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Im Mittelpunkt steht der Gedanke, Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder – und damit auch für unsere gemeinsame Zukunft – zu übernehmen.
Heike Mecking, Kita-Leiterin

Unter dem Motto „Kinderhände, große Wirkung“ hatten Kinder, Eltern und Erzieher über mehrere Monate hinweg ein umfangreiches Projekt umgesetzt. „Im Mittelpunkt steht der Gedanke, Verantwortung für die Zukunft unserer Kinder – und damit auch für unsere gemeinsame Zukunft – zu übernehmen“, erklärte Kita-Leiterin Heike Mecking. Seit dem Projektstart im Februar 2025 setzten sich die Kinder nach Angaben der Stadt spielerisch mit Themen wie erneuerbaren Energien, Ressourcenschonung und nachhaltiger Mobilität auseinander.

So erfuhren sie unter anderem, wie Sonnenenergie mittels Photovoltaik genutzt werden kann, führten Experimente zu Wasser- und Windkraft durch und lernten, Energie im Alltag bewusst einzusparen. Auch Müllvermeidung, Recycling und Upcycling standen auf dem Programm. Pflanzaktionen und ein gemeinsames Kartoffelfest rundeten das Projekt ab. Mit der Auszeichnung gehört die Einrichtung der Verwaltung zufolge nun zu insgesamt 34 Kitas in NRW, die den Titel tragen dürfen.

Sechs Feuerwehrleute verlassen Euskirchen

Weniger erfreulich ist die Lage bei der Feuerwehr. Bis September werden nach Angaben von Alfred Jaax, dem Ersten Beigeordneter der Stadt Euskirchen, dort sechs Mitarbeiter ihren Dienst quittieren. Die Gründe seien vielfältig, berichtete Jaax im Redaktionsgespräch. Neben persönlichen Entscheidungen spielten vor allem strukturelle Unterschiede zu anderen Arbeitgebern eine Rolle.

So seien Tätigkeiten in Leitstellen und im aktiven Einsatzdienst unterschiedlich attraktiv, zudem lockten größere Städte wie Köln mit besseren Stellenbewertungen. Auch interne Veränderungen wirken sich aus. Die Umstellung von zwei auf drei Wachabteilungen bringt zwar längere Ruhezeiten mit sich, führt jedoch aktuell noch gleichzeitig zu zusätzlichen, weniger attraktiven Tagdiensten.

Einsatzfähigkeit der Euskirchener Feuerwehr ist nicht gefährdet

Dennoch sieht Jaax die Einsatzfähigkeit derzeit alles andere als gefährdet. Die Personalplanung sei flexibel genug, um solche Schwankungen auszugleichen. Parallel werde bereits an der Gewinnung neuer Kräfte gearbeitet. Ein neuer Brandschutzbedarfsplan befindet sich in Vorbereitung und soll nach der Sommerpause politisch beraten werden.

In dem Zahlen- und Faktenwerk sind auch Investitionen in die Infrastruktur geplant. So ist unter anderem ein neues Gerätehaus für die Löschgruppe Billig/Kreuzweingarten neben dem Sportplatz geplant. Das Projekt befindet sich laut Jaax im Ausschreibungsverfahren.

Das Bild zeigt die Kindereinrichtung an der Speckelsteinstraße in Flamersheim.

Die Stadt Euskirchen übernimmt die Trägerschaft der Kita an der Speckelsteinstraße in Flamersheim. Zum 1. August wird dann auch das Obergeschoss von der OGS der Grundschule Flamersheim genutzt.

In Frauenberg besteht ebenfalls Handlungsbedarf, da ein bestelltes neues Fahrzeug nicht mehr in das bestehende Gebäude passen wird. Für Roitzheim wird derzeit ein zusätzlicher Standort vorbereitet, um die Einsatzfähigkeit weiter zu verbessern. Der Vertrag für den Standort des Löschfahrzeugs sei kurz vor der Unterschrift, so Jaax. Aktuell bilden die Feuerwehrleute aus Roitzheim mit denen aus Stotzheim eine Art „Löschgemeinschaft“.

Die Feuerwehr in Kuchenheim muss auf ihr neues Gerätehaus an der Heinrich-Ruster-Straße hingegen noch etwas warten. Das Projekt ist laut Jaax in der Prioritätenliste ein wenig nach hinten gerückt.

Stadt Euskirchen eröffnet Kita an der Speckelsteinstraße in Flamersheim

Eine strukturelle Änderung gibt es zudem in Flamersheim: Die bisherige Kita „Kiebitznest“ an der Speckelsteinstraße in der Nähe des Sportplatzes wird zum 1. August in städtische Trägerschaft übergehen. Offiziell wird die Stadt die Kita neu eröffnen. Der bisherige Träger hatte die Stadt um Entlassung aus dem Vertrag gebeten.

Hintergrund sind steigende Anforderungen und eine zunehmend komplexe Finanzierung im Kita-System. „Das System ist so kompliziert geworden, dass kleinere Träger kaum noch wirtschaftlich arbeiten können“, hieß es aus der Verwaltung.

Stadt Euskirchen betreibt im Stadtgebiet 21 Kitas

Mit der Neueröffnung steigt die Zahl der städtischen Einrichtungen auf 21. „Wir eröffnen die Kita neu, wir übernehmen sie nicht“, hob Jaax noch einmal hervor. Es gebe allein für die Leitungsstelle eine Handvoll Bewerbungen.

Insgesamt gibt es im Stadtgebiet mehr als 40 Kitas. Gleichzeitig wächst der Verwaltungsaufwand erheblich. „Während in den 1990er-Jahren noch drei Beschäftigte die Organisation stemmen konnten, sind heute deutlich mehr Kräfte notwendig“, erklärt Jaax: „Allein in den städtischen Kitas sind rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig, hinzu kommen umfangreiche Planungs- und Abstimmungsprozesse.“ Das sind laut Jaax ungefähr ein Drittel aller städtischen Beschäftigten.

Kita mit Wasserschaden, Waldkita verzögert sich

Auch im Kita-Bereich stehen Veränderungen an. Der Wiederaufbau der Einrichtung an der Nahestraße verzögert sich aufgrund eines Wasserschadens. Jetzt steht fest: Estrich und Boden müssen im Untergeschoss erneuert werden, eine Fertigstellung wird nun frühestens in den Sommerferien erwartet. Bis dahin ist die Kita provisorisch an der Feuerwehr untergebracht.

Ein Waldkindergarten ist in Euskirchen zwar weiterhin politisch gewünscht, derzeit jedoch nicht umsetzbar. Grund ist die aktuell ausreichende Zahl an Betreuungsplätzen, denn ohne nachgewiesenen Bedarf fehlen die Voraussetzungen für Genehmigung und Förderung.

Auch die Verzahnung von Bildungsangeboten rückt stärker in den Fokus. Zurück nach Flamersheim. Dort werden mit der künftigen Kita Speckelsteinstraße Synergien mit der Grundschule geschaffen. So wird ab dem 1. August das erste Obergeschoss der Kita von der OGS der Grundschule genutzt. Langfristig rechnet die Stadt jedoch wieder mit steigenden Kinderzahlen, insbesondere durch mögliche Neubaugebiete.