Die Euskirchener Feuerwehr hat infolge der Flut 2021 ihr Akutschutzkonzept erweitert. Ihre neuen Wassersperren sind 630 Meter lang.
Zwei SchutzsystemeFeuerwehr Euskirchen baut bei Hochwasser mobile Barrieren auf

Zum Vorführen der Technik baute die Euskirchener Feuerwehr einen Teil der mobilen Wassersperren auf. Florian Struben (l.) und Alexander Berger erläuterten die Systeme.
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Die Stadt Euskirchen kann im Akutfall mit zwei neu angeschafften Systemen schnell einen Hochwasserschutz einrichten. Der Leiter der Feuerwehr, Alexander Berger, und Florian Struben, stellvertretender Leiter der Hauptamtlichen Wache, stellten sie dieser Zeitung vor.
Zum einen verfügt die Stadt nun über L-Profil-Kunststoffelemente, die sich so zusammenstecken lassen, dass daraus eine Flutbarriere wird. „Die Handhabung ist einfach. Jeder kann eine derartige Schutzwand nach einer kurzen Erklärung aufbauen“, sagt Struben. Der Euskirchener Bestand ergibt eine Länge von 350 Metern. Die Gemeinde Swisttal verfügt über die gleichen Elemente. So können sich die Nachbarkommunen gegenseitig helfen und die Wand erweitern.
Mit den temporären Sperren lässt sich bei Starkregen Wasser gezielt ableiten
Die temporäre Barriere versetzt die Feuerwehr in die Lage, auf Straßen bei Starkregen gezielt Wasser abzuleiten, etwa um Gebäude zu schützen, so Berger. „Mit Sandsäcken ist das deutlich aufwendiger.“
Zum anderen setzt die Stadt Euskirchen auf „Water Gate“. Dabei handelt es sich um einen langgestreckten Fangsack aus robuster Kunststofffolie, der sich von selbst aufrichtet, wenn Wasser hineinfließt und die Unterseite an den Boden drückt. Das flexible Material hat den Vorteil, dass es Unebenheiten des Untergrunds kompensiert, indem es sich dem Profil anpasst. Mit ihren Water-Gate-Schläuchen können die Einsatzkräfte eine 280 Meter lange Schutzwand errichten.
Die Wassersperren, die zum Teil bei den Technischen Diensten, zum Teil bei der Feuerwehr gelagert werden, haben 175.000 Euro gekostet. Abgerundet wird das Akutschutzkonzept durch eine Sandsackfüllanlage, 10.000 Säcke, die damit für den Einsatz gefüllt wurden, und 20.000 eingelagerte leere Säcke.
