Seit 2021 hat die Euskirchener Stiftung „Wir für EUch“ knapp 24.000 Euro ausgeschüttet. Das Stiftungsforum existiert noch nicht.
Neues PersonalGrundkapital der Bürgerstiftung Euskirchen ist seit 2014 nicht gewachsen

Das ökumenische Stadtkirchenfest 2025 gehört zu den Veranstaltungen, die die Bürgerstiftung „Wir für EUch“ in den vergangenen Jahren finanziell unterstützt hat.
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Der erhoffte Vermögenszuwachs der Euskirchener Bürgerstiftung „Wir für EUch“ ist ausgeblieben. Zwölf Jahre nach der Gründung beträgt ihr Grundkapital unverändert 50.000 Euro. Davon hatte die Kreissparkasse (KSK) Euskirchen 49.000 Euro beigesteuert, die übrigen 1000 Euro kamen von der Stadt Euskirchen. Auch personell ist die Stiftung nicht planmäßig aufgestellt. Nur zwei der drei vorgesehenen Organe existieren.
Der Zweck der Stiftung besteht darin, Fördermittel an gemeinnützige Institutionen zu vergeben. In den Jahren seit 2021 schüttete sie knapp 24.000 Euro aus. Dies ist einer Liste zu entnehmen, die die Stadtverwaltung jetzt dem Haupt- und Finanzausschuss vorlegte. Geld floss zum Beispiel in Konzerte, andere Kulturveranstaltungen, das Stadtkirchenfest 2025 oder auch in Schul- und in Dorfprojekte.
Die neuen Mitglieder des Stiftungsrats bestellt der Stadtrat ersatzweise
Der Ausschuss war aufgerufen, drei städtische Mitglieder des fünfköpfigen Stiftungsrates zu wählen. Die Wahl ist eigentlich Aufgabe des Stifterforums. Dieses Gremium hat sich aber bis heute nicht konstituiert. Den Grund erläuterte im Hauptausschuss der Erste Beigeordnete Alfred Jaax. Demnach kann Mitglied des Stifterforums werden, wer der Stiftung einen Betrag von mindestens 2500 Euro zugestiftet und die Mitgliedschaft gegenüber dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstandes – derzeit Bürgermeister Sacha Reichelt – erklärt hat.
Zustiftungen, durch die das Grundkapital gestiegen wäre, sind aber seit der Gründung 2014 nicht eingegangen, wie Jaax erklärte. Weil es das Stiftungsforum also immer noch nicht gibt, schlug der Dezernent vor, die Mitglieder des Stiftungsrates – wie zuletzt bereits 2021 geschehen – ersatzweise durch den Stadtrat bestellen zu lassen.
Die Stiftung darf nur Geld aus Spenden und Zinserträgen ausschütten
Es ist davon auszugehen, dass der Rat in seiner Sitzung am 24. März jenes Trio bestätigt, das jetzt im Zuge der Vorberatungen vom Haupt- und Finanzausschuss gewählt wurde: Jürgen Görlich (CDU), Thomas Brochhagen (SPD) und Richard van Bonn, der sich als UWV-Mitglied der Grünen-Fraktion angeschlossen hat und von ihr für das Amt vorgeschlagen worden war.
Görlich und van Bonn rücken an die Stelle von Christiane Loeb und Regina Gomoll-Friedl. Sie waren wie der nun im Amt bestätigte Brochhagen 2021 vom Stadtrat in den Stiftungsrat entsandt worden. In dem Fünfergremium sitzen außerdem der Erste Beigeordnete der Stadt Euskirchen sowie ein Mitglied des KSK-Verwaltungsrates.
Dezernent Jaax: Die Erträge aus Geldanlagen sind extrem überschaubar
Die Stadtverwaltung erklärte im Haupt- und Finanzausschuss, dass die Bürgerstiftung nur Mittel verteilen dürfe, die sie in Form von Spenden erhalten oder mit ihrem Grundkapital erwirtschaftet habe. Wegen des niedrigen Zinsniveaus seien die Erträge aus Geldanlagen allerdings „extrem überschaubar“, sagte Jaax.
Spenden habe die Stiftung vor allem in der Zeit nach der Flutkatastrophe 2021 erhalten, ergänzte er. Die verfügbaren Mittel der Stiftung beliefen sich momentan auf etwa 5000 Euro.
„In Euskirchen ist der Bekanntheitsgrad der Stiftung nicht so wahnsinnig hoch“, sagte Bürgermeister Reichelt. In anderen Kommunen seien derartige Stiftungen deutlich stärker in der Stadtgesellschaft verankert, fügte er hinzu. Die Stadt Euskirchen habe schon mit mehreren PR-Aktionen versucht, auf die Stiftung aufmerksam zu machen, etwa mit einem Banner, das man bei Großveranstaltungen aufgehängt habe. „Wir müssen aber auf jeden Fall aktiv bleiben“, forderte der Bürgermeister.

