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MobilfunkAn der Steinbachtalsperre ist ein weißer Fleck beseitigt, aber noch nicht für alle

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Eine Gruppe Menschen steht vor einem Mobilfunkmast an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen.

60,5 Meter hoch ist der Mobilfunkmast an der Steinbachtalsperre, von dem momentan nur Telefónica-Kunden profitieren.

NRW-Ministerin Mona Neubaur informierte sich an der Steinbachtalsperre über einen neuen Mobilfunkmast. Es gibt noch mehr weiße Flecken.

Das Naherholungsgebiet an der Steinbachtalsperre war lange Zeit handyfreie Zone. Nicht, weil Besucher die Geräte nicht mitführten. Aber es lohnte sich nicht, sie hervorzuholen. Mobilfunkempfang war eher Glückssache und im Regelfall nicht vorhanden.

Was durchaus zur Entschleunigung und Erholung beitragen kann, ist in Krisensituationen im wahrsten Sinne des Wortes eine Katastrophe. Das fängt mit dem Herzinfarkt im Wald an, bei dem der Rettungsdienst ohne Mobilfunkempfang nicht gerufen werden kann und wertvolle Zeit verstreicht. Das kann auch ein Waldbrand sein, bei dem zu spät alarmiert wird, weil das Netz fehlt. Und auch bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 zeigte sich, wie tückisch es an der Steinbachtalsperre sein kann.

An den Telefónica-Mast wollen  Telekom und Vodafone anschließen

Doch damit ist jetzt Schluss. Das Mobilfunkunternehmen Telefónica hat 400 Meter südlich des Parkplatzes an der Talsperrenstraße einen 60,5 Meter hohen Mast errichtet und in Betrieb genommen und damit einen der größten weißen Flecken im Kreis Euskirchen beseitigt. An den Mast wollen sich wohl auch die Mobilfunkunternehmen Telekom und Vodafone anschließen, auch Anbindungen für Katastrophenschutz und Richtfunk seien möglich. Der Turm steht zehn Meter über dem Niveau der Steinbach, um hochwassergeschützt zu sein, wie Jörg Borm, Senior Manager Landespolitik bei Telefónica, mitteilte.

Nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 pumpen Helfer des THW Wasser aus der Steinbachtalsperre ab.

Mobilfunkempfang wäre unmittelbar nach der Flutkatastrophe an der Steinbachtalsperre vonnöten gewesen.

Die Grünen-Politikerin Mona Neubaur, NRW-Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin, kam auf die Flutkatastrophe 2021 zu sprechen. „Eine gute Funkverbindung hätte für den Krisenfall vorhanden sein sollen“, sagt sie – und zwar für Bürger und Blaulichtorganisationen. Denn der nächste Einsatz kommt bestimmt. „Die Klimakrise ist Realität, wie man am Symptom Wasser erkennt, von dem entweder zu viel oder zu wenig vorhanden ist“, sagte Neubaur. Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt stimmte ihr zu. „Die Einschläge kommen näher. Wir werden hier an der Steinbachtalsperre einen Waldbrand erleben und müssen vorsorgen.“ Dazu zähle auch, dass möglichst schnell wieder Wasser in die Talsperre gelange.

Genehmigung an Steinbachtalsperre dauerte 15 Monate

Bereits bei der Vorgängerregierung im Land habe die „Schließung von weißen Flecken“ auf der Tagesordnung gestanden, so Neubaur. Doch oft dauere es, bis die Genehmigung zum Bau erteilt werde. Da sei „die Spitze des Mobilfunkmastes“ erreicht, sagte sie in Anlehnung an eine Floskel. 15 Monate habe es vom Antrag bis zur Genehmigung gedauert, sagte Knud Gertschen Felde, Geschäftsführer von ATC Europe, dem Unternehmen, das den Mast errichtet hat.

Der Bau über den Winter sei in fünf Monaten abgeschlossen gewesen. „Und innerhalb von 38 Tagen wurde die komplette Systemtechnik installiert. Das war Weltrekord“, zeigte sich Bernd Bergmann von der Zentralen Funknetzplanung der Telefónica begeistert. Permanent würden zwar nur 120 Anwohner von Kirchheim von dem Mast profitieren, aber natürlich auch jeder Besucher, denn abgedeckt werden bis zu 25 Quadratkilometer.

Achim Blindert, stellvertretender Landrat des Kreises Euskirchen, nutzte die Schelte über langwierige Genehmigungsphasen, die sich vor allem gegen die Untere Naturschutzbehörde des Kreises richtete, zu dem Hinweis, die Behörden frühzeitig einzubinden. Aber Blindert weiß auch: „Der Mast hat nicht nur Freunde.“

Der weiße Fleck im Bereich der Talsperre soll noch weiter schrumpfen. So könnte noch 2026 mit dem Bau eines Mastes zwischen den Forsthäusern Hülloch und Steinbach begonnen werden. Davon würden auch Teile des Höhengebiets von Bad Münstereifel profitieren.


Weiße Flecken im Kreis Euskirchen

97 Prozent des Kreises Euskirchen sind mit 4G-Mobilfunktechnik versorgt. Aber dennoch gibt es hartnäckige weiße Flecken – und die vor allen Dingen im Südkreis, etwa im Hellenthaler Höhengebiet, im südlichen Bereich zwischen Oleftalsperre und belgischer Grenze sowie im Bereich Hollerath und Ramscheid, wie der Kreis Euskirchen mitteilt.

Die beste Mobilfunkversorgung gibt es laut Bundesnetzagentur (Stand Dezember 2025) im Stadtgebiet Zülpich, wo 4G und 5G zu jeweils 100 Prozent vorhanden sind. Knapp dahinter die Gemeinde Weilerswist mit 99,9 Prozent 4G und 100 Prozent 5G. Quasi Vollumfang hat man in Mechernich (4G /5G: jeweils 99,5 Prozent) und Kall (4G: 99,9 Prozent, 5G: 98,4 Prozent) mit insgesamt 0,1 Prozent weißen Flecken sowie in Nettersheim (4G: 99,2/5G: 97,4) mit insgesamt 0,5 Prozent weißen Flecken. Es folgen Euskirchen (4G: 96,2/ 5G: 91,3), Bad Münstereifel (4G: 96,3/ 5G: 85,9), Dahlem (4G: 95,1/5G: 85,5), was Werten zwischen 3,4 und 4,6 Prozent weißen Flecken entspricht.

Am schlechtesten sieht die Situation in Schleiden mit 5,6 Prozent und Hellenthal mit 10 Prozent weißen Flecken aus. In Schleiden ist 4G mit 93,2 und 5G mit 80,4 Prozent abgedeckt, in Hellenthal ist 4G mit 89,9 und 5G mit 74,4 Prozent abgedeckt.