Die Stadt Euskirchen hat eine Tauschbörse für Sticker zur Fußballweltmeisterschaft veranstaltet. Das Sammelfieber hatte Groß und klein gepackt.
Panini-TauschbörseIm Euskirchener Rathaus grassierte das Sammelfieber

Der Boden im Rathaus wurde zum heiligen grauen Rasen für die Sammelbild-Sammler.
Copyright: Tom Steinicke
Ob auf dem Schulhof, zu Hause oder bei Tauschbörsen – das Stickerfieber hat während der Fußballweltmeisterschaft viele Menschen gepackt. Kinder, Jugendliche, aber auch Eltern und Großeltern sind auf der Jagd nach den begehrten WM-Stickern.

Sammeln ist längst nicht nur etwas für jüngere Fußballfans.
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Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur die Fußballstars, sondern der Spaß am Sammeln, Tauschen und gemeinsamen Vervollständigen der Alben. Ein großer Schritt in Richtung eines kompletten Panini-Album konnte im Foyer des Euskirchener Rathauses gemacht werden.
Auf der Jagd nach Messi, Ronaldo und Haaland
Die Verwaltung hatte eine Sammelbild-Tauschbörse organisiert. Etwa 150 Sammler spielten Doppelpass auf der Jagd nach Messi, Ronaldo und Haaland. „Das ist wohl die bestbesuchte städtische Veranstaltung“, scherzte Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt.

Jannis zerbricht sich den Kopf, wie das Album voll werden soll.
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Für den zwölfjährigen Noah Kröker aus der sechsten Klasse gehört das Sammeln inzwischen zum Alltag. Unter seinem Spitznamen „Pinto“ ist er bei vielen Mitschülern bekannt. „Auf dem Schulhof wird ständig getauscht“, erzählt er. Besonders begehrt seien Sticker von Cristiano Ronaldo oder seltene Extrakarten. „Das Öffnen der Tütchen und das Tauschen mit anderen macht einfach am meisten Spaß.“
Wenn Lehrer uns mit Karten erwischen, bekommen wir Ärger und ein Nachdenkblatt für zu Hause.
Ganz so einfach ist das Sammeln in der Schule allerdings nicht. Wie Grundschüler Jannis berichtet, durften er und seine Mitschüler keine WM-Sticker mit in die Schule bringen. Auch das Tauschen in der großen Pause war tabu. Und das nicht nur an der Grundschule des Viertklässlers in der Euskirchener Weststadt.
Auch andere junge Sammler erzählen von ähnlichen Verboten an ihren Schulen. „Wenn Lehrer uns mit Karten erwischen, bekommen wir Ärger und ein Nachdenkblatt für zu Hause“, berichtet Jannis. Doch bei der Tauschbörse im Rathaus kann der Viertklässler gleich mehrere Lücken in seinem Sammelalbum schließen.
Mit Listen und Apps wird der Überblick behalten
„Das Coolste ist natürlich, die Tütchen aufzureißen und zu gucken, welche Bilder man noch braucht. Aber auch das Tauschen macht Megaspaß“, sagt der Nachwuchsfußballer des SC Roitzheim. An den Tischen herrscht reger Betrieb. Viele Sammler haben Listen dabei, auf denen sie ihre fehlenden Sticker abhaken. Andere greifen bereits zu digitalen Hilfsmitteln.
Eine Mutter verwaltet die Sammlung ihres Sohnes sogar mit einer speziellen Sticker-App auf dem Smartphone. Schneller und übersichtlicher geht es kaum. Daneben steht ein Tisch mit gespendeten Stickern, an dem sich jeder kostenlos bedienen kann – eine Idee, die besonders bei den jüngeren Sammlern gut ankommt.
Opa sammelt Sticker für die Enkelkinder
Dass das Sammelfieber keine Altersgrenzen kennt, zeigt ein 74-jähriger Besucher. Er sammelt die Sticker für seine Enkelkinder. „Es sind unglaublich viele Karten. Da verliert man leicht den Überblick“, sagt er. Die WM verfolge er ebenfalls mit Interesse. Besonders spannend sei aber jeder Einkauf. „Man weiß nie, ob man dort Sticker bekommt.“
Auch die 16-jährige Lea Dreßen hat das Hobby über ein soziales Netzwerk entdeckt. „Ich habe auf TikTok Videos gesehen und dann selbst angefangen zu sammeln“, erzählt sie. Obwohl sie selbst keinen Fußball spielt, verfolgt sie die Spiele gerne. Besonders das Öffnen der Päckchen und das Tauschen mit Freunden bereiteten ihr großen Spaß.
Nebenbei hat das Sammeln sogar einen Lerneffekt. Viele Kinder beschäftigen sich mit den Flaggen und Ländern der teilnehmenden Nationen und erweitern so ganz nebenbei ihr geografisches Wissen.
