Verkehrsversuch in Euskirchen: Ein Stück der Uhlandstraße soll zu den Bring- und Abholzeiten der Franziskusschule für Autos gesperrt werden.
VerkehrsberuhigungStadt Euskirchen richtet ihre erste Schulstraße ein

Ein Stück der Uhlandstraße soll eine Schulstraße werden. Autos dürfen sie dann temporär nicht befahren. Derzeit ist die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt.
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Die Stadt will in der Uhlandstraße an der Franziskusschule versuchsweise eine Schulstraße einrichten – eine Premiere in Euskirchen. Damit soll die Sicherheit der Kinder erhöht werden, die die Katholische Grundschule in der Südstadt besuchen.
Die Verwaltung plant, an Schultagen zu bestimmten Zeiten den motorisierten Verkehr aus einem Stück der Uhlandstraße zu verbannen, und zwar von 7.30 bis 8.15 Uhr und von 12.15 bis 13.30 Uhr, also zu den klassischen Bring- und Abholzeiten. Die Sperrung gilt für den Abschnitt zwischen Eifelring und Ernst-Moritz-Arndt-Straße.
Besonders betroffen sind Kinder, die die Euskirchener Schule besuchen
Der Technische Beigeordnete Wolfgang Honecker hatte die derzeitige Situation in der Sachdarstellung der Verwaltung so beschrieben: „Die Vielzahl an fahrenden, haltenden sowie ein- und ausparkenden Fahrzeugen führt regelmäßig zu unübersichtlichen Verkehrssituationen und erhöht das Risiko für gefährliche Begegnungen.“ Besonders betroffen seien Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs seien.
Der Ausschuss für Tiefbau und Verkehr stimmte dem Konzept bei Gegenstimmen der AfD zu. Sie bezweifelt, dass eine Schulstraße die Verkehrssicherheit an der Franziskusschule erhöht, wie Philipp Baldus erklärte. Die Mehrheit folgte dagegen der Schulkonferenz der Franziskusschule, die den Wunsch geäußert hatte, mit einer Schulstraße den Verkehr zu beruhigen.
Wie wird die Einhaltung der neuen Verkehrsregeln überprüft?
Der Zeitpunkt dafür sei günstig, erklärte Grünen-Sprecherin Dr. Simone Galliat: Weil ein Teil der Uhlandstraße wegen der Bauarbeiten zur Erweiterung der Grundschule seit längerer Zeit gesperrt sei, hätten sich die Eltern daran gewöhnt, nicht mehr bis zum Eingang fahren zu können. Für sie hat die Stadt provisorisch eine Bring- und Abholzone eingerichtet. Sie liegt auf einem anderen Abschnitt der Uhlandstraße, und zwar am Schillerpark, also jenseits des Eifelrings.
Thomas Brochhagen sagte, dass seine Fraktion, die SPD, die Einrichtung von Schulstraßen für sehr sinnvoll halte. Deshalb habe sie bereits 2024 einen entsprechenden Antrag gestellt. Er fand damals aber keine Mehrheit.
Von den Eltern fordert die Stadt Euskirchen Disziplin
Die entscheidenden Fragen, so Brochhagen, seien nun: „Wie verhalten sich die Eltern? Und wie wird die Einhaltung der neuen Verkehrsregeln überprüft? Die Elterntaxis werden sich ja nicht in Luft auflösen.“
Honecker hatte geschrieben, dass die Einhaltung des Verbots von den Eltern „eine gewisse Disziplin und Vorbildfunktion erfordert und parallel durch die Kreispolizeibehörde kontrolliert werden müsste, da sich Verkehrsteilnehmer oftmals nicht an das Durchfahrtsverbot halten“.
Der Verkehrsversuch darf maximal ein Jahr dauern
Der Verkehrsversuch, der maximal ein Jahr dauern darf, soll zeigen, ob mit temporären Sperrungen die Sicherheit im unmittelbaren Schulumfeld erhöht werden kann. Wenn der Versuch sich als erfolgreich erweist, soll aus dem Provisorium eine dauerhafte Lösung werden.
Einen entsprechenden Beschluss muss zu gegebener Zeit der Verkehrsausschuss fassen. Darauf hatte Johannes Winckler gepocht, Sachkundiger Bürger der FDP-Fraktion. Einen Automatismus ohne eine erneute Beteiligung der Politik – dieses Verfahren hatte die Verwaltung vorgeschlagen – dürfe es nicht geben, sagte Winckler. Die Mehrheit stimmte seinem Antrag zu.
